Aus dem Unterricht des CAS Blockchain Economy mit German Ramirez, Kamaels Lardi und Patrick Comboeuf berichtet Christian Bremer.

So schnell vergeht die Zeit und nach 14 lehrreichen Unterrichtstagen geht es heute nun ins Finale.

Teil 1

Mit einem buenos días begrüsste uns am Vormittag Germain Ramirez von the Relevance House. Thema war “Making the Blockchain relevant“.

Blockchain gilt als dritte digitale Revolution und das Jahr 2017 gilt aus Krypto und ICO Sicht als Donnerschlag. An jeder Ecke war es das dominierende Thema und alle sprachen (Share of voice) von Bitcoin (speziell der Preisanstieg), ICOs Investments und andere Token/Coins. Doch wenn man das “small picture” verlässt sind es Weltweit weniger als 1% (share of market) die wirklich mitgemacht haben.

Die Einleitung beschreibt die tatsächliche Relevanz von einem Thema für ein Produkt oder Sache.

Doch was bedeutet Relevanz?

Relevanz ist eine Voraussetzung für den Erfolg von Produkten, Kampagnen, Leistungen, Projekten, etc. Was relevant ist variiert aber was sich nicht ändert ist wie Relevanz funktioniert. Relevanz muss sichtbar, einen Wert haben und glaubwürdig sein. Damit das Produkt überhaupt wahrgenommen wird, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden: Nämlich Bewusstsein und Vertrauen.

Darüber hinaus sollte man besonders dort positioniert sein (Visibility), wo sich die definierte Zielgruppe befindet. Nebst dem sollte das Produkt einen Wert (Value) haben. Wir werden heutzutage mit sehr vielen Werbebotschaften konfrontiert. Studien haben gezeigt, dass wir täglich bis zu 10’000 Marken- und Werbebotschaften Kontakte haben, was 7 Kontakte pro Minute entspricht. Ein Beispiel: Ich habe keine Katze aber sehe ständig Katzenfutter Werbung.

Nebst einem Wert und Sichtbarkeit (Wahrnehmung) muss ein Produkt glaubwürdig (Credibility) sein. Wir alle haben schon einmal eine Email erhalten, dass uns ein Prinz aus Simbabwe 50 Mio. USD überweist, wenn wir für Ihn eine Transaktion tätigen. Der Betrag ist schon interessant und der Wert offensichtlich aber wir glauben es nicht und die Anfrage wird gelöscht.

Also wie macht man es richtig, wenn man ein neues Produkt oder ein Brand erstellen, gründen und platzieren möchte? Indem man relevante Inhalte kreiert und diese in geeigneten Umfeldern erzählt resp. platziert. Stories tragen und bauen eine Marke aus.

The Big Picture

Die wichtigste(n) Frage(n) sollten bei der Gründung oder Kreirung zuerst beantwortet werden: Warum hat die Welt auf das/mein Produkt  gewartet?

Die drei Hauptthemen Kern, Business und Brand müssen im Big Picture beantwortet werden wie:

Was ist das Problem und wie kann es gelöst werden? Welche Vision sollte verfolgt werden und wie kann man dem potentiellen Nutzer gerecht werden? Dann zu guter Letzt noch das Alleinstellungsmerkmal des Produkts.

Wenn diese Fragen beantwortet werden, geht es zum eigentlichem Business. Die Kernfragen zum Business sind der Marktaufbau und wer sind die zu erwartenden Mitbewerber (Stichwort Research)? Konnte die die Zielgruppe identifiziert werden und wie relevant ist das Produkt für diese? Das wichtigste sind die gesteckten Ziele, die Roadmap (und einhalten der Timings) sowie dem Team. Wenn wir den Kern und das Business definiert und bestimmt haben, kommt der eigentliche Brand.

Welcher Insight und Vorteil kann der Brand geben? Warum sollte man Ihm  glauben schenken? Welcher Wert und welches Merkmal kann der Brand transportieren? Zum Schluss der Claim und die wichtigsten Merkmale.

Nachdem wir diese Fragen in einer Gruppenarbeit für einen fiktiven Brand erarbeitet hatten, durften wir diesen mit 280 Zeichen vorstellen (Tweet me your Pitch). Im Anschluss gingen wir in die Strategie über.

Die Strategie

Damit wir unser Produkt platzieren können, müssen wir unsere exakte Zielgruppe definieren. Wer ist die anzusprechende Person und wo ist Sie anzufinden, welche Kanäle nutzt Sie? Nebst dem darf der Content und die Interaktion mit der definierten Zielgruppe nicht fehlen. Wie kann man den User am besten bei der Reise ansprechen resp. abholen? Jeder einzelne Schritt sollte unterteilt sein und den Ablauf zwischen den Schritten beschreiben. Die Selektion der Kern-Kanäle ist wichtig und sollte je nach Zielgruppe anders definiert werden. Definition von KPIs. Was ist das Ziel der Kampagne (Sichtbarkeit, Leads, etc.) und wie soll gemessen werden?

Und zum Schluss die Story, denn alles fängt mit Ihr an. Beschrieb der verschiedenen Blickwinkel und die Vision sowie die Lösung für das definierte Problem. Die Geschichte um die Kernfrage muss klassifiziert werden.

Vielen Dank an Germain für die tolle Lektion.

Teil 2

Am Nachmittag gab uns Kamales Lardi von Lardi & Partner Consulting GmbH Einblicke zum Thema:

Blockchain für die Lieferkette anhand eines Beispiels der Palmöl Industrie in Malaysia

Übersicht

Palmöl ist eines der wichtigsten Exporte aus Indonesien und Malaysia. Die Eigenschaften von Palmöl sind, dass es einfach anzubauen und günstig in der Produktion ist. Die Zahlen sind eindrücklich, denn 85% der Produktion kommen aus den Regionen und beliefern den globalen Markt. Das heisst, dass Palmöl das wichtigste Exportgut ist und schafft somit viele Arbeitsplätze. Palmöl ist heutzutage nicht mehr wegzudenken und täglich in Gebrauch. Es wird in der Lebensmittelherstellung bis hin für Hygieneartikel eingesetzt und benutzt.

Das Gut hat nicht nur Vorteile sondern die Gier nach dem schnellen Geld sorgt dafür, dass durch die Rodung der Wälder, die Lebensgrundlage der Tiere, speziell der Orangutans bedroht ist. In der EU entbrannte das Thema, dass keine Palmöl-Produkte mehr vertrieben werden sollten. Es entsteht also ein Dilemma welches Arbeitsplätze und eine ganzen Industrie vor Herausforderungen stellt.  Um das Potential der Blockchain zu analysieren, startete die EU einen Aufruf zur Erkundung des Potentials.

Proof of Concept 

Der Ansatz des Proof of Concepts unterteilt sich wie folgt:

Die Analyse hat ergeben, dass das aktuelle System nicht vertrauensvoll ist und sich u.a. folgende Herausforderungen stellen:

  • Unzureichende Zertifikate auf Herkunft
  • Unterschiedliche Buchführung und Berichterstattung
  • Anfällig für Manipulationen
  • Herkunft & Herkunft von Rohstoffen & Produkten
  • Mischung aus nicht zertifizierten Produkten
  • Mangelnde Informationen für die Verbraucher

Anhand dessen wird schnell deutlich, dass die Key Stakeholder (Plantagenbesitzer, Hersteller und Endkonsumenten) durch den Einsatz der Blockchain profitieren können.

Operativer Einsatz

Für einen lückenlosen Verlauf in der Kette wurden sogenannte Tracker auf den Plantagen installiert, welche aktive angesteuert werden müssen und alles aufzeichnen. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Wann wurden Kontrollen durchgeführt?
  • Wer hat es kontrolliert?
  • Sind die Plantagen gewässert?
  • Wann war die Ernte?

Beispiel vom Ablauf in der Blockchain

Die einzelnen Zwischenschritte von Pflanzung bis Versandt werden mittels eines QR Codes gescannt. Diese Informationen erlauben einen Lückenlosen Nachweis zwischen allen Akteuren. Alle Angaben werden in die Blockchain übertragen und somit entsteht für alle Beteiligten der Nachweis von der Ernte bis zum Kauf eines Produkts (Konsument). Durch den Einsatz kann zum Beispiel berechnet werden, wie viele Bäume es tatsächlich für die Produktion benötigt und daraus lässt sich die Palmöl Produktion berechnen.

Vielen Dank an Kamales für diesen spannenden Case.

Teil 3

Zu Beginn des CAS BCE19-1 im Januar hatte Patrick das erste und zum Abschluss im Mai nochmals das letzte Wort. Er richtet an uns persönliche und herzliche Worte und erinnerte uns daran, dass wir in einer Welt leben, wo Disruption an Wert gewinnen wird und sich uns dadurch neue Möglichkeiten Chancen ergeben.

Im Anschluss haben wir uns noch einen Dokumentarfilm angeschaut mit dem Titel: Trust Machine von Alexs Winter. An dieser Stelle vielen Dank an Martin Trepp für die Bereitstellung.

Der Schulische Part ist nun abgeschlossen und nun geht es in die Zielgerade für die Abschlussarbeiten. Vom ersten bis zum letzten Tag waren es alles Höhepunkte aber die Krönung steht uns allen noch in der Studienreise nach Singapur bevor.