Am Wochenende fand der letzte Tag unserer Durchführung des CAS Social Media Management statt. Anders als unter dem Semester, wussten wir nicht, welche Referenten uns erwarten. Für den Abschlusstag – die «Master Class» werden inspirierende Social-Media-Persönlichkeiten eingeladen. Das sind Personen, die entweder Social Media clever in ihrer Business-Strategie einsetzen oder mit Social Media Erfolge verzeichnen durften.

A. Von Gunten

Das Schlussbouquet wurde gezündet mit Andreas von Gunten, der mit seinem Verlag «buch und netz» überaus innovativ und optimistisch in die Zukunft der Online-Medien schaut. “Wenn das Internet so gewesen wäre, wie die Industrie es wünscht, wären wir heute nicht da, wo wir sind.” sagt er zum Beispiel und meint damit, dass die Freiheit, die das Internet bietet, uns so weit gebracht hat. Die “Freie Kultur” im offenen Netz vergleicht er mit dem Buchdruck. Denn Gutenbergs Druckerpresse machte das gedruckte Buch zu einem Massenartikel und ermöglichte die Distribution all der Pamphlete, welche die gesellschaftlich wichtigen Veränderungen voran brachten. Technologische Aspekte hatten schon immer einen wesentlichen Einfluss auf die gesellschaftlichen Strukturen unserer Kultur. Freiheit schafft Raum für Veränderung, Weiterentwicklung und Innovation. Und hierzu gehört auch die Netzneutralität. Sie ist die Grundlage der Netzfreiheit und sorgt für Gerechtigkeit, sozusagen für Demokratie im Netz. Andreas machte uns denn auf verschiedenen Gesetze und Bewegungen aufmerksam, welche diese Demokratie gefährden.

Bernet

Danach kam mit Marcel Bernet, ehemals Bernet PR und seit Kurzem offiziell als Bildhauer tätig, eine weitere #LegendofRock zu Besuch. Marcel erzählte in seinem Referat, dessen Slides er übrigens am iPad vor Ort fertigstellte, über die 5 grössten Fehler im Social Media Business. Seine Erkenntnisse aus den Jahren seiner Erfahrung, sind die folgenden:

1. Kein Ziel haben: Es gilt zu definieren, welchen Nutzen Social Media bringen soll.

2. Nicht auf die Zielgruppen ausgerichteter Content: Der gute Online-Auftritt bietet der Zielgruppe Mehrwert.

3. Monolog: Erst wer den Dialog wagt, kommt weiter. Sich nicht auf den Dialog einlassen, ist wie auf eine Bühne treten und dann stumm bleiben.

4. Fehlende Ressourcen: Social Media bringt Strukturänderungen im Unternehmen mit sich. Die Arbeitsprozesse müssen angepasst werden.

5. Gesamtsicht verlieren: Es ist, als ob wir uns auf einer grossen drehenden Scheibe befinden. Je weiter man rausgeht, desto schneller läuft die Welt an uns vorbei. Manchmal muss man zur Mitte zurück, um sich wieder klar zu werden, weshalb wir eigentlich Social Media nutzen.

Nierlich

Marco Nierlich, dritter Referent, erzählte uns von der Helsana-Erfolgsgeschichte und wie Social Media ihren Kundendienst revolutionierte. So versuchen sie Themen zu wählen, welche die Schweizer bewegen. Er zeigte uns, wie Experten und die Helsana Family bloggen und wie das seine Wirkung im SEO zeigt. Alles in allem ein gutes Beispiel dafür, wie Social Media auch in nicht «Love Brand»  –  Bereichen funktionieren kann.

Freiter

Als vierter Referent kam Jens Freiter, Mitgründer von HolidayCheck, zu Besuch. Ein sehr unterhaltsamer und lehrreicher Auftritt. Er plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte, wie HolidayCheck, ohne als Web 2.0-Plattform aufzutreten, dank Web 2.0 (also Social Media) erfolgreich wurde. Die Geschichte war gespickt mit zahlreichen witzigen Anekdoten, sie würden den Blogpost hier füllen. Was er uns auf zum Schluss auf den Weg gab: Das Reisebürogeschäft funktioniert wie der Verkauf von Kokain: Grosse Nachfrage, grosse Marge.

Der Abschlusstag erfasste bis dahin schon vier Eckpunkte, die den CAS charakterisieren: die Netzkultur, respektive der kulturelle Wandel, der Social Media mit sich bringt, dann ein Beispiel dafür, dass Social Media mehr als Facebook ist und sich manchmal hinter cleveren Business-Strategien versteckt. Weiter die 5 grössten Steine, über die man im Social Media Marketing immer wieder stolpert und dem gegenüber ein Schweizer Unternehmen als aktuelles Best Practice Beispiel. Was also fehlt?

Genau – etwas Avantgarde! Ein bisschen American Flair. Von dort her, wo sie uns auch um einige  Längen im Social Media voraus sind. Der letzte Überraschungsgast waren zwei Jungs aus San Francisco, Matt Atkin und Patrick Studener. Die beiden versuchen gerade die App UBER – «Everyone’s private driver» in Zürich zu lancieren. Dazu erzählten sie uns, welche Meilensteine Uber in den Staaten schon erreicht hat und, wie sie dort schon mit lustigen Projekten wie «On-demand Ice Cream» auftrumpfen können.

Alles in allem ein gelungener Schultag – jetzt gilt es nur noch die Abschlussprüfungen zu bestehen.