Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit German Ramirez berichtet Mark Huber.

Die Kunst sich selbst zu vermarkten wird für die persönlich Karriere immer wichtiger, denn der Konkurrent in einem globalen Arbeitsmarkt, ist nur ein Klick entfernt. Die professionelle Selbstvermarktung ist nicht nur bei einer Personenmarke von grösster Bedeutung. Das persönliche Branding kommt ins Spiel, um potenzielle Kunden, Mitarbeiter und Partner zu begeistern, anzulocken und zu (ver)binden. Ein ungenutztes Potenzial besteht für Unternehmen, das persönliche Netzwerk der Mitarbeiter als Markenbotschafter zu nutzen.

Wir starten die Stunde mit der Vorstellung von German Ramirez und einem nostalgischen Blick in die Vergangenheit. It used to be so simple – früher war alles einfacher. Die meisten Kontakte wurden Face to Face gepflegt oder man benutzte das Telefon, um in Kontakt zu bleiben. Bei einem Besuch an eine Geschäfts-Konferenz hat man sich vorher überlegt, wen man dort treffen möchte und Nachforschungen betrieben. Am Event selbst, hat man sich getroffen und mit der klassischen Visitenkarte vernetzt. So wurde die persönliche Visitenkartenbox zur Kontaktdatenbank.

Und heute?

Alles DIGITAL! Wir pflegen unser bestehende Geschäftskontakte über webbasierte, soziale Netzwerke wie LinkedIn / Xing und knüpfen neue geschäftliche Verbindungen darüber.

German ist überrascht, wie viele Personen das Personal Branding auf den Sozial Netzwerken falsch machen. Dabei ist der erste Eindruck sehr massgebend und setzt den “Stage”. Der digitale Auftritt deines Profils ist die heutige Visitenkarte, plus viel mehr Multimedia, Informationen und Reichweite. Wir wollen das näher beleuchten und die wichtigsten Erfolgsfaktoren vorstellen.

«You never get a second chance to make a first impression.(German Ramirez)» 


Die Macht liegt beim Individuum

Grundsätzlich gibt es 3 wichtige Dinge, die wir verstehen müssen, um uns Selbst zu vermarkten.

  1. Sichtbarkeit: Wenn wir als Person etwas auf LinkedIn teilen, ist die Wahrscheinlichkeit 5x grösser, dass die Zielgruppe den Post sieht, als bei einem Unternehmens-Post
  2. Relevanz: Der Context muss für die Zielgruppe relevant sein. Dann ist das Engagement bis zu 8x grösser als bei einem Unternehmens-Post
  3. Glaubwürdigkeit ist bei einer Privatperson 3.6x höher als bei Unternehmen. Der Grund liegt in der unpersönlichen, passiven Werbeform. Unternehmen können sich hinter einem Logo verstecken und wirken dadurch unfassbarer

Rechnen wir alle drei Multiplikatoren zusammen, erhalten wir einen Faktor von 144x. Das bedeutet wir haben als Person 144x mehr Macht in den sozialen Medien als Unternehmen.

Nur, was habe ich davon?

Gemäss German leben wir im Human to Human (H2H) Geschäfts-Zeitalter und LinkedIn ist der Supermarkt der Menschen. Wenn er einen Kunden oder Mitarbeiter braucht, geht German auf LinkedIn shoppen. Wir können uns dort bedienen, denn das Netzwerk umfasst  610 Million Mitglieder, wovon 303 Millionen aktive monatliche User sind und davon 2 Million in der Schweiz. Er nutzt es persönlich für alles mögliche, unter anderem zur Pflege und Stärkung der Beziehung zu Kunden, Partner und Mitarbeitern. 

User Profile werden nicht nur von Algorithmen laufend gecheckt. Personalvermittler, Arbeitskollegen und Kunden bilden sich eine Meinung, über das Profile mit möglichen Referenzen, selber geschriebenen Artikeln und Multimedia Inhalten, bevor Sie die Person persönlich kennen lernen. Wie jemand auftritt, die Anzahl Interaktionen und weitere Indikatoren, entscheiden über Ruhm, Beachtung oder komplett ignoriert zu werden. Deshalb ist es so wichtig, dass man seinen Personal Brand auf LinkedIn aufbaut und sich dort als Experte positioniert, denn der nächste Mitbewerber ist nur ein Klick entfernt. 

Der Social Media Personal Branding Prozess

Wie baue ich ein perfektes LinkedIn Profil und etabliere eine persönliche Marke? German gibt uns folgende Tipps, um aus der Masse hervorzutreten:

Vergiss den Titel auf der Visitenkarte, wie lautet dein Markenversprechen?

Im globalen LinkedIn.com Supermarkt der Titel gibt es tausende von Heads of XYZ, die Frage lautet doch: Wie unterscheidest Du dich von den anderen, denn sonst gibt es keine Differenzierung. Was macht dich einzigartig und interessant? 

  1. Etablieren deine Marke: Was möchte ich als persönliche Marke darstellen und vermitteln? Firmen verkaufen Produkte, aber Kunden kaufen Marken. Es geht darum das Profil präziser, individueller und persönlicher zu gestalten, damit die Einzigartigkeit und Individualität beim ersten Eindruck übermittelt wird.

Wer bist Du und wofür möchtest Du bekannt sein?

Wir sind Sklaven von Algorithmen geworden, denn dieser indexiert die Profile Informationen, baut die Newsfeeds und Resultate Seite einer Suche. Man wird durch die Maschine vorgefiltert und sollte sich die Zeit nehmen, den Algorithmus zu verstehen (siehe weiterführende Links am Ende des Blogs), um bei Suchenden gefunden zu werden. Hier einige Empfehlungen, um durch den Algorithmus besser indexiert zu werden.

  • Kombiniere Titel und Markenversprechen
  • Wörter in Headlines und Unterrubriken zählen am meisten
  • Keywords, Keywords, Keywords – Wiederholungen zählen
  • Beschreibe deine Einzigartigkeit im Intro
  • Nutze das Foto und Coverbild für visuelles Storytelling, denn es ist eines der wichtigsten Elemente
  • Das Profil sollte komplett sein
  • Fähigkeiten sind nur relevant, wenn diese auch bestätigt wurden
  • Fokus; Nicht das Schweizer Taschenmesser sein, das alles kann
  • Konzentriere dich auf ein gutes Netzwerk, smarte Interaktionen und relevante Inhalte

Wenn dein Profil nicht in den ersten 10 Ergebnissen kommt, dann verschwindet es in der Masse, deshalb lohnt es sich Mühe und Zeit zu investieren.

«Your brand is not what you say – your brand is what you do.(German Ramirez)»

Wer ist dein Zielpublikum?

  1. Zielgruppe bestimmen: Im nächsten Schritt geht es darum, eine Zielgruppe zu bestimmen und sein eigenes Publikum zu kuratieren. Beginne mit Menschen, die Du auf Basis von geographischer Nähe kennst, in der gleichen Branche arbeiten und/oder sich mit den gleichen Themengebieten beschäftigen. Mit den erweiterten Filtern kann man die Zielgruppe besser selektieren und es gehen sogar Boolean Operatoren.
  2. Verbinde dich: Nun geht man direkt auf die Personen zu und lädt sie unbedingt mit einem persönlichen Text zur Verbindung ein. Damit weiss man später noch, wie der Kontakt entstanden ist. Eine Einleitung hilft die Türe zu öffnen und Vertrauen zu schaffen. Personalisiere die Nachricht und referenziere auf gemeinsame Kontakte, denn es schafft Vertrauen, gleich wie in der realen Welt. Je mehr Arbeit und Energie man in eine Beziehung investiert, desto werthaltiger wird sie. Grundsätzlich sollte man immer freundlich kommunizieren, denn es lohnt sich. Jeder Kontakt könnte auch ein zukünftiger Kunde werden
  3. Interagiere mit deinen Kontakten: Poste relevante Inhalte in dein Netzwerk. Führe den gedanklichen Austausch und rege zur Diskussion an. Damit motivierst du andere sich daran zu beteiligen und sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Aber Achtung: Der Inhalt sollte zur Zielgruppe passen und im Kontext einen Mehrwert bieten.
  4. Messe den Impakt: Verwende native Metriken zur Messung des Engagements und Online-Einflusses. Wenn du misst, wirst du über die Zeit besser verstehen, welche Themen Begeisterung und Beteiligung auslösen.

Du kannst sein wer Du möchtest, aber sei authentisch 

Als was möchtest du in Erinnerung bleiben? Wofür stehst du ein, welche Wertvorstellungen sind persönlich wichtig und was bewegt dich? Bist Du die weisse Flasche oder doch eher die farbige, glänzende und voll bedruckte Flasche? Du hast heute die Wahl und kannst dich selbst entscheiden. Egal wie du dich entscheidest, da draussen findest du Gleichgesinnte und du wirst merken, dass auch eine weisse Flasche Fans haben kann. Das ist genau Proximity, denn in einer individualisierten und liberalen Welt geht alles.

Wie auch immer Du dich entscheidest, um erfolgreich zu sein, achte auf folgende Erfolgsfaktoren:

  • Authentisch & ehrlich
  • Relevant
  • Einzigartig
  • Fokussiert
  • Persistent 
  • Motivierend

Ich möchte den Blog abschliessen und jeden Leser dazu ermuntern, sein eigenes LinkedIn Profil zu überdenken, aufzupolieren und sich zu outen. Wir sollten den Mut aufbringen offen zu kommunizieren, keine Angst vor Fehlern zu haben und Sachen einfach ausprobieren.

“You make the difference!”(German Ramirez)

In diesem Sinne.

Sei dich Selbst.

 

Weiterführende Links:

Brandwatch: Linkedin Algorithmus bei Posts

LinkedIn – What You Need to Know for 2020

LinkedIn Analytics: 5 Top Metrics to Track