Unglaublich aber wahr: Italien ist der Welt einen Social Media Schritt voraus. Der Corriere della Sera ermöglicht ihren Lesern nämlich ihre Gefühle auf ganz einfache Art auszudrücken. Nach dem Lesen des jeweiligen Artikels kann die Leserschaft angeben, wie sie sich nun fühlt, respektive, in welche Stimmung sie das Thema des Artikels gebracht hat (siehe Bild unten).

Sentiment 1

Idignato = empört | Triste = traurig | Preoccupato = besorgt | Divertito = vergnügt | Soddisfato = zufrieden

Auf der Frontseite ist sofort erkennbar, was das allgemeine Befinden über den Artikel ist:

Front

Hier zeigt sich also, dass der Artikel fast die Hälfte der Leser empört. Der grüne Pfeil rechts zeigt, wie oft der Artikel weitergeteilt wurde. Und es geht noch weiter. Oberhalb der jeweiligen Artikel kann der Leser angeben, weshalb ihn der Artikel interessiert hatte. Er kann, ähnlich dem “Faven” im Twitter, dem Thema, das ihn dazu motiviert hat den Bericht zu lesen, einen “Stern” geben (Bild unten).

faven

Diese Möglichkeit sein Befinden kundzutun, Sentiment-Angaben, die über das “Liken” hinausgehen, bieten echte Chancen auch für den hiesigen Online-Journalismus. Das Konzept lässt kontrastreicher Meinungen als das Prinzip des “Daumen hoch” zu. Vor allem kommt es denen entgegen, die eigentlich mehr als eine Gefällt-mir-Angabe machen möchten, aber nicht gleich einen Kommentar schreiben mögen.