Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Lucia Yapi zum Thema SEO meets Social Media berichtet Andrin Siegenthaler:

Was ist SEO? Wieso braucht meine Website SEO? Wie gehe ich mit dem Daten-Monster Google um? Wie wirken Social Media auf SEO? Auf alle diese Fragen hat Lucia Yapi eine Antwort und noch viel wichtiger auch ein anwendbares Tool!

Nach einer kurzen Vorstellung seitens der Dozentin und einem interaktiven Einschub der Lernziele, die an diesem Tag erarbeitet werden sollen, stiegen wir direkt ins Thema Inbound Marketing ein.

Inbound Marketing:

„Inbound-Marketing (englisch inbound „ankommend“) ist eine Marketing-Methode, die darauf basiert, von Kunden gefunden zu werden. Im Mittelpunkt von Inbound Marketing steht der Inhalt, der über Blogs, Podcasts, Web-Videos, E-Books, E-Newsletter, White Paper, Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing den potentiellen Kunden zugänglich gemacht wird, um sie im weiteren Verlauf als Kunden zu gewinnen” (Quelle: Wikipedia).

Beim Inbound Marketing muss der Content also der Zielgruppe gefallen, um Traffic und Leads zu generieren und Kunden zu gewinnen. Inbound Marketing ist Permission Marketing und Outbound Marketing ist Unterbrechungsmarketing. Wobei unterschiedliche Tools und Strategien angewendet werden können.

Wobei bei dieser Aufzählung nicht immer in Schwarz und Weiss unterschieden werden kann und somit nicht alle Tools und Strategien der einen oder anderen Seite zugeordnet werden können.

Nachdem wir Inbound Marketing definiert hatten, widmeten wir uns den strategischen Zielen. Die wichtigste Prämisse lautet: Guter Content zur richtigen Zeit am richtigen Ort zieht die Leute an. Als Erstes soll Traffic, mittels attraktivem Content, optimierten Websites mit Share-Funktionen und Inhalten und über diverse Kampagnen, generiert werden. Danach sollte man Besucher zu Leads mittels USPs und Call to Actions umwandeln. Im besten Fall sollten dann aus den Leads Kunden werden, welche mittels Multi Channel Marketing zu Bestandeskunden heranwachsen. Dieser Prozess sollte schlussendlich analysiert und ständig verbessert werden.

SEO:

Suchmaschinenoptimierung = Search Engine Optimization = SEO

SEO ist ein Teil des Suchmaschinenmarketings. Suchmaschinenmarketing (SEM) = SEO (Optimierung) + SEA (Werbung).

SEO bezeichnet Massnahmen, die dazu dienen, dass Websiten im Suchmaschinenranking in den unbezahlten Suchergebnissen auf höheren Plätzen erscheinen. Dabei gilt immer das Motto: Wer Online nicht gefunden wird existiert nicht! Die obersten Positionen bringen die meisten Klicks. Auf mobilen Geräten holen die top 3 Positionen ca 65% des Traffics. Der Kunde sollte womöglich auch längere Zeit auf der Website bleiben und um dies zu bewerkstelligen braucht es Webstandarts (Bsp: Warenkorb oben rechts). Sucht mich der Kunde Online oder Offline? Dabei sollte der ROPO-Effekt berücksichtigt werden. Research (Suche) & Purchase (Kauf) geschehen über mehrere Kanäle.

Der Consumerbarometer der Schweiz zeigt auf, dass sich mindestens 55% der Käufer vorher online informieren. Wobei die Suchmaschine Google klar an erster Stelle genutzt wird.

Google sucht und speichert Inhalte von Websiten mittels Webcrawler (‚Spidern’). Bei Google heissen die Googlebots. Für eine gute Position braucht Google Informationen. Google muss unsere Website finden und ‚lesen’ können, um sie zu indexieren. Wobei Google auf die richtigen Begriffe achtet und unsere Website mit der Qualität von anderen Websiten vergleicht. SEO macht Websites für Suchmaschinen sichtbar. Also erst die Struktur und den Content optimieren, um dann passende Backlinks zu erhalten.

Die Suchergebnisseite (SERP) entwickelt sich ständig. 2014 veränderte Google den Algorithmus, um mehr Sicherheit und bessere indexierte lokale Ergebnisse zu erhalten. 2015 stand Mobile im Fokus und inzwischen finden die Anpassungen fortlaufend statt und organischer Traffic muss differenziert betrachtet werden.

Keyword-Analyse:

Nutzer suchen auf Google immer genauer und es finden mehr Suchen statt, die aus mehreren Begriffen bestehen. Das Ranking steigt mit der Länge der Suchanfragen, wobei weniger Konkurrenz für optimalen Content mit Mehrwert besteht. Anders gesagt, in Nischen mit wenig Konkurrenz steigt das Potenzial auf Platz eins zu kommen. Ebenfalls nehmen Suchen mit Ortsangaben zu. Vor allem auf mobilen Geräten werden lokale Suchen immer häufiger eingegeben, wobei häufig ein direktes Kaufinteresse erkennbar ist. I-want-to-know moments, I-want-to-go moments, I-want-to-do moments und I-want-to-buy moments lösen die meisten Suchanfragen bei Google aus. Bei der Recherche von Keywords sollte immer die eigene Sichtweise der, der Nutzer entgegengestellt werden. Nicht nur einzelne Keywords, sondern Keyword-Welten sollten analysiert werden. Dabei sollte man Trends im Suchvolumen (saisonale Schwankungen, neue Formulierungen und regionale Unterschiede) genauso, wie die Mitbewerber (Präsenz auf Google und auf Website stark vorhandene Begriffe) im Auge behalten.

Hierbei können die folgenden zwei Tools helfen:

Google Trends (zeigt die Entwicklung des Suchvolumens auf Google)  https://trends.google.ch/trends

Google Keyword Planer (gibt Keyword-Ideen und zeigt Potential-Schätzungen)  http://adwords.google.com/KeywordPlanner

On Page Kriterien:

Die Usability ist wichtig für SEO. Relevante und eigene Inhalte, die Transparenz und eine einfache Navigation erhöhen diese. Auch die Google Qualitätskriterien sollten beachtet werden:

  • Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen.
  • Täuschen Sie die Nutzer nicht.
  • Vermeiden Sie Tricks, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen.
  • Überlegen Sie, was Ihre Website einzigartig, wertvoll oder einnehmend macht.

Ist Ihre Website für mobile Geräte optimiert? Und ist meine Website genug schnell? Um diese Fragen zu klären können vier Tools herangezogen werden:

Optimierung für Mobilgeräte                                         https://testmysite.withgoogle.com/intl/de-de

Wie schnell ist meine Website im Vergleich zu anderen Websites  https://testmysite.withgoogle.com/intl/de-de

Ladezeit der Website                        http://developers.google.com/speed/pagespeed/insights

Fehlerfreiheit Ihrer Website                                                                        http://Validator.w3.org

Seit August 2014 ist HTTPS ein Ranking-Signal für Google. Mittels HTTPS können neue Features eingesetzt, die Echtheit und Sicherheit der Daten, die Schnelligkeit und eine bessere Präsenz gewährleistet werden. Je übersichtlicher die Navigation der Website ist umso besser. Die Website sollte kaum Hierarchien, eine logische Struktur und auf jeder Ebene sinnvolle Begriffe aufweisen. Bei einer richtigen Programmierung der Website sollten die URLs verständlich sein. Es sollte eine aussagekräftige Domain, sprechende URLs, die richtigen Keywords, einen einzigartigen Inhalt, ein XML Sitemap, eine robots.txt Datei und eine personalisierte Fehlerseite vorhanden sein.

Jede Seite braucht einen eigenen Titel Tag, wobei das wichtigste Keyword der jeweiligen Seite ganz vorn platziert wird und maximal 60 Zeichen beinhalten sollte. Was vorne steht, wird wichtiger bewertet, der Brand sollte nach hinten, weil er schon in der URL steht, keine Aufzählung von mehr als fünf Begriffen und der Text sollte nicht ausschliesslich Grossbuchstaben enthalten. Der Description Tag jeder Seite sollte die relevanten Keywords enthalten, damit der Nutzer sich ein Bild über Inhalt und Sinn der Seite machen kann, was wiederum die Klickraten und somit den Traffic erhöhen kann. Die Sätze sollten kurz (max. 160 Zeichen) gehalten werden und im Imperativ geschrieben sein.

Ein Tool das beim Erstellen eines solchen Textes helfen kann ist:

Google & Bing SERP Preview Tool                                                http://tools.seomoves.org/search-preview.php

Ein enorm wichtiges On Page Kriterium ist der Content.

Der Inhalt sollte womöglich übersichtlich, relevant, neuartig, aktuell, einzigartig, kurz, prägnant und mit mindestens 200 Worten pro Site formuliert sein.

Keywords sollten strategisch eingesetzt werden. Pro Site den wichtigsten Begriff als Keyword auswählen, im Titel platzieren vorn im Einstiegstext nennen und Varianten und Synonyme davon im restlichen Text einbauen. Dabei ist nicht die Masse entscheidend, sondern die Platzierung. Was vorne steht, wird als wichtiger wahrgenommen und es wird eine Keyword-Dichte von maximal 4% empfohlen. Auch bei Dateien sollte der Inhalt klar benannt werden.

Der Dateiname sollte auf den Inhalt und Titel der jeweiligen Site abgestimmt sein, die Keywords vorne platziert und nicht wiederholt und Kürzel vermieden oder hinten angehängt werden.

Links sollten innerhalb des Textes platziert werden, auf Keywords setzten, das zur Zielseite passt und mit einem Ankertext versehen sein.

Off Page Faktoren:

Die Backlinks bringen Nutzer und Google zur Zielseite. Dabei sollte beachtet werden, dass man viele, zum Thema der eigenen Site passende Backlinks von hochwertigen anderen Websites verlinkt hat. Das können Links aus verschiedensten Kanälen wie Presseartikel, soziale Netzwerke, Blogs, Foren Kataloge, Verzeichnisse oder Empfehlungen sein. Gute Backlinks haben einen engen thematischen Bezug zur eigenen Website, eine hohe Autorität der Domain, diverse Quellen und die Links sollten innerhalb von Fliesstexten stehen. Die Anzahl der Links sollte sich natürlich und regelmässig entwickeln, um von Google nicht abgestraft zu werden. Schlechte Backlinks sind eingekaufte Links, Links von Linkfarmen, mit Werbung gekennzeichnete Links, Links von der gleichen IP-Adresse und Links von allen Sites einer Domain (Links im Futter zählt Google als ein Link). Nach der Suche wo die Backlinks herkommen und deren Entwicklung können folgende Tools helfen:

Ahrefs: Competitor Research Tools & SEO Backlink Cheker                        https://ahrefs.com/de

Majestic: Suchmaschinenmarekting und SEO Backlink Cheker                https://de.majestic.com

Soziale Netzwerke beeinflussen die Präsenz auf Google positiv. Social Media sollten ins Unternehmen eingebunden werden und gehört zu SEO. In Social Media sichtbare und vertrauenswürdige Websites ergeben ein höheres Ranking bei Google. Search und Social sollten also zusammenspannen und gemeinsam guten Content erstellen und promoten.

Für Unternehmen ist Google My Business essentiell, denn die Nutzer sehen zentrale Informationen auf einen Blick und Kontaktangaben und Bewertungen wirken vertrauensfördernd:

Google My Business                                                                                www.google.ch/mybusiness

Kontrolle:

Messen sie, was auf ihrer Website geschieht. Dabei kann Google Analytics helfen, denn es zeigt Details über den Website-Traffic. Woher kommen die Besucher, wann besuchen sie die Website, welche Geräte und Browser verwenden sie, wie lange bleiben sie, wie viele und welche Seiten schauen sie an, wann und wie verlassen sie die Website, wie häufig besuchen sie die Website wieder und was bringen die Profile auf sozialen Netzwerken. Auch die Google Search Console sollte unbedingt verwendet werden, um wichtige SEO-Elemente zu managen.

Google Analytics                                                                                    https://analytics.google.com

Google Search Console                                                            https://www.google.ch/webmasters

Zum Schluss eine Weisheit von Lucia Yapi: „Du gehst ins Restaurant nicht wegen dem sauberen Teller, sondern wegen dem feinen Gericht. Ergo: Content (Inhalt) ist das feine Gericht auf dem sauberen Teller (Technik)“.

Vielen Dank Lucia Yapi für den vollgepackten aber sehr lehrreichen Unterrichtstag.