Vom letzten Tag der Silicon Valley Study Tour mit Patrick Comboeuf und Gert Christen berichten Philipp Wüst und Peter Lüssi:

Nach vier sehr interessanten Tagen mit vielen Firmenbesuchen und StartUp Präsentationen ist nun der Closing Day angebrochen. In unserer Homebase Vault haben wir uns heute morgen insbesondere mit den Themen “Corporate Innovation” und “Firmenkultur” beschäftigt. Und wie können wir das Gelernte und Erfahrene nun bei unseren Firmen ein- und umsetzen. Wie können wir nächste Woche diesbezüglich einen “Impact” haben?

Corporate Innovation

Die erste Diskussion hat sich um die Frage “How to bring Silicon Valley-style Innovation into Swiss corporations” gedreht. Unser erster Gast war Paul Kallmes, Partner bei The Vault: What works in corporate innovation und what doesn’t? Corporate Innovation: Ambition or Oxymoron?

Paul hat uns erklärt, dass die meisten “Corporate Innovations” nicht funktionieren. Anhand der folgenden Punkte hat er uns Corporate Innovation näher erläutert:

Corporate Innovation Considerations

1) Why is Corporate Innovation so Difficult to Master?

  • Corporations do what they do, not other things
  •  Corporate metrics rarely match start-up metrics
  • Simply put, innovation is always difficult

Das Tagesgeschäft hat andere Ziele als die Innovation. Innovation braucht Zeit, Raum, Ressourcen, Budget. Eigene Märkte könnten kannibalisiert werden. Investitionen sind nötig. Solche und andere Faktoren können hindernd sein. Auf der anderen Seite kann keine oder zuwenig Innovation die Existenz gefährden. Beispielsweise im “Oil-Business” oder andern Branchen, wo Ressourcen ausgehen werden, müssen Businessmodelle geändert und unter anderem alternative Energien gefördert werden. Aus der Diskussion ist hervorgehoben worden, dass kleine Gesellschaften häufig im Dilemma sind, da das Tagesgeschäft nicht vergessen werden kann. Das Wort “aber” wird auch zuviel gebraucht als Entschuldigung dafür, nichts zu tun. Im Silicon Valley wird meistens “Yes, maybe that works” gesagt, dies auch bei verrückten Ideen. Dies ist ein grosser Unterschied zu unserer Kultur.

2) What Drives Corporate Innovation?

  • Competitive activity and getting left behind
  • Declining markets and product lifespans
  • Technology evolution and replacement

Beispielsweise bei Nokia wurde dies vor einigen Jahren komplett ignoriert, das Resultat ist bekannt.

3) Are there Corporate Innovation Best Practises?

  • There’s no one-size-fits-all in corporations
  • Whatever works for you is a best practice
  •  Don’t be afraid to adapt and adopt new things
  • KPI: Keep Promoting Innovation

Cisco als Beispiel hat früh ein Modell zur Förderung von Innovation eingeführt. Dies über ein Programm, wo Ideen mittels Zeit, Budget, Sabbativals, etc. gefördert wurden und man Erfolg auch honoriert hat.

4) How Do You Define Success and Failure?

  •  For some, it means just keeping their jobs
  •  Success will vary widely among companies
  • Revising the definitions will be important
  • The only true failure is a failure to learn from failure

Häufig ist sehr hilfreich, jemanden von Aussen zu haben, der dem Unternehmen den Spiegel vorhält. “Think different” ist ein wichtiger Punkt.

Essential Synergy

  • The best way to innovate is to let others do it and then acquire access to the proven innovations
  • Corporates should actively engage with start-ups and their sources to ensure steady pipelines of opportunities
  • Fostering an innovation mindset inside a company will create a smarter and more nimble corporation
  • A focus on corporate culture and integration will contribute to more successful outcomes wrt start-up acquisitions

Anhand einer Umfrage wurden folgende Punkte herausgefiltert, welche Innovation hindern:

  • Politics/Turf wars/No alignment
  • Cultural issues
  • Inability to act on critical signals or developments
  • Lack of budget
  • Lack of strategy or vision
  • Not adopting emerging technologies
  • Lack of executive support
  • Recruiting/Not enough of high-demand skill sets
  • Inability to catch critical signals or developments
  •  Lack of CEO support

Nun, wie soll es am Montag weitergehen für uns? Dies sind Pauls Empfehlungen, respektive Fragen zu “next steps”:

  • Now what?
  • How do we develop realistic innovation?
  • How do we implement them?
  • How do we gauge success?
  • Who goes first?

Corporate Culture

Brielle Hagman, Strategic Advisor on HR & Corporate Culture: How to purposefully build a “Silicon Valley startup culture” and how to maintain it during periods of rapid growth? Brielle hat uns dies unter dem Motto “Build your dream company” vorgestellt.

Definition of culture

Es gibt keine einzige Definition zu Kultur. Eine Firma ist ein “living organism. Change is constant.”
Kultur zieht Talente an, muss zur Firma passen und gelebt werden.

Building culture and Teams

Wie kann Kultur und der entsprechende Teamgeist aufgebaut und gepflegt werden:

  • Listen, Create space for an open dialogue
  • Gather feedback regularly and listen, Glin and Culture Amp
  • No one wants to be told what the culture is
  • Let’s reframe the idea that culture is static, there isn’t one right way
  • Use technology to support the way people work
  • Supports more transparency, faster cycles of communication, more feedback loops and faster systems, sentiment analysis
  • Be crystal clear on understanding why the company is here
  • What values are important? This doesn’t need to be codified right away but the message should be consistent.

Wichtige Trends, welche heute den Kulturwandel treiben:

  1.  Learning
  2.  Purpose
  3.  Inclusion
  4.  Feedback
  5.  Leadership

Nach der Präsentation hatten wir eine tolle Diskussion und einen Austausch zu verschiedenen, wichtigen Punkten und persönlichen Action-Points, welche auch unsere verschiedenen Ansichten zu Kultur, Innovation hervorgebracht hat. Die Auseinandersetzung ist wichtig!

Sales Pitch: evema

Zum Abschluss des Morgens ein High Light: Sales Pitch von “evema” Your digital Event Manager. Dies ist eine Idee unseres Kollegen Tobias Frana! “Plane entspannt deine Hochzeit mit evema“! Als “crowd” haben wir Tobias zugehört und uns danach mit seiner Idee auseinandergesetzt und Feedback gegeben. Hoffentlich wird Tobias erfolgreich sein, wir würden es ihm sehr gönnen!

Social Activity

Nachmittags sind wir ins Castro-Viertel zu einer Sigth-Seeing Tour aufgebrochen. Das Castro-Viertel ist eine Gegend in San Francisco, wo die Gay-Szene wohnt und lebt. Unser Tour-Guide hat uns herumgeführt und uns nebst kulturellen Aspekten auch einige Einblicke in die Gay-Szene vermittelt. Toll, wie tolerant und aufgeschlossen San Francisco und deren Einwohner sind! Hier ein paar Schnappschüsse:

Tour-Guide Castro Viertel

Harvey Milk

Window

Debriefing

Zum Schluss noch das Debriefing: kurz gesagt, eine tolle Woche mit sehr vielen Eindrücken und Anregungen. Lasst uns doch einiges in die Schweiz mitnehmen!