Auch der vierte Tag der Silicon Valley Tour startet in unserer Homebase “the VAULT“. Hauptthema heute ist die Schweiz im Valley. Es berichten Eduardo Cardozo und Sebastian Arnold

Switzerland Global Enterprise – Swiss Business Hub

Die zwei netten Damen stellen den Swiss Business Hub vor und erklären, dass sie Teil eines internationalen Netzwerks von Switzerland Global Enterprise sind. Hier in San Francisco legen sie Wert darauf, dass sie zusammen mit der Schweizer Botschaft und Schweiz Tourismus ein «Schweizer Haus» sind, das viel für Netzwerken tut. Sie verstehen sich auch als Türöffner für Schweizer Firmen, die in den USA Fuss fassen wollen. Sie werden je nach Fall zu Berater für diese Firmen und bieten Unterstützung in verschiedensten Bereichen an. Ihre beiden Haupttätigkeiten liegen in der Export Promotion und der Investment Promotion.

Export Promotion

Man spricht von Export Promotion, wenn eine Schweizer Firma ihre Produkte in den USA distribuieren wollen. Es werden Beratungen angeboten, damit Schweizer Firmen den Markt kennenlernen und besser verstehen können. Jede Schweizer Firma kann diese Dienstleistung beanspruchen. Für ihre Beratungen ziehen sie jeweils spezifische Experten (Steueranwälte, Branchenexperten, etc.) bei, um die jeweiligen Firmen bestmöglich beraten zu können.

«Swissness» alleine reicht hier noch nicht aus für Erfolg. Lokale Präsenz, Kundenservice etc. sind genauso zentrale Erfolgsfaktoren. Auch ein finanziell starker Background sind erforderlich. Aber auch der Kundenservice ist in den USA sehr wichtig. Bereits Start-Ups müssen einen soliden Kundenservice bieten, dabei ist dieser  in der Schweiz und den USA sehr unterschiedlich. Die Erwartung an den Kundenservice in den USA sind viel höher als bei uns.

Nun dürfen wir eine Case Study machen: Wie würden wir eine typische Anfrage einer Schweizer Unternehmung beim Swiss Business Hub bearbeiten?

Investment Promotion

Im Rahmen von Investment Promotion wird Beratung und Informationen für US-Firmen angeboten, die in Schweizer Firmen investieren oder den Schweizer Markt bearbeiten wollen. Hier stellen sie uns einige sehr interessante Cases vor. Bei diesen Investitionen von US-Firmen in der Schweiz geht es nicht um den Schweizer Makrt sondern meistens nur um strategische Anliegen. Bspw. R&D, Rechtssicherheit, etc.

Swissnex

Wir heissen Benjamin Willkommen. Er zeigt uns das Swissnex Network, ein globales Netzwerk mit einer Niederlassung in San Francisco.

Als erstes gibt es eine kurze Einführung über die San Francisco Bay Area. Wer ist alles hier und wieso sind sie alle hier? Es ist ein Ort der durch das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren (Universitäten, Venture Capital, Technologie Firmen etc.) sehr innovativ ist. Benjamin sagt die Bay Area ist eine Ortschaft für “Macher”. Verglichen dazu ist Boston eine Ortschaft für “Denker”. Hier im Silicon Valley geht es hauptsächlich um Wachstum und Innovation. Trotz der unglaublichen Innovationskraft und dem “Silicon Valley Spirit” hat die Bay Area auch unglaubliche Probleme, die allenfalls als Bremse wirken können. Ein Beispiel sind die hohen Mietpreise, die mittlerweile auch Start-Ups abschrecken hier her zu kommen. Es gibt auch viele kritische Stimmen, die besagen, dass dieser Hype hier die nächsten Jahre platzen könnte. Unteranderem auch weil sehr viel Kapital “under risk” ist.

Was ist die Abgrenzung zum Swiss Business Hub? Swissnex ist viel mehr auf Innovation und “Early Stage Startups” fokussiert und weniger auf bestehende Unternehmen die hier Fuss fassen wollen.

Nun zeigt uns Benjamin ein paar Projekte. Eines ist das Innovation Camp. Hier kommen Entrepreneurs und um von spezifisch auf Innovation ausgerichteten Workshops zu profitieren. Ein weiteres ist das Startup Camp. Hier geht es darum Jungunternehmen auf verschiedensten Themen wie z.B. Fundraising oder den Silicon Valley Mindset vorzubereiten.

 

Auch organisieren sie spezifische Events. So haben sie einen Technologie Event unter dem Namen “Technology against Terrorism” organisiert. Ein weiter Event war “AI all Summit” in Genf.

Airbnb

Anne Mandich, Ph.D. und Data Scientist führt uns durch die heiligen Hallen von Airbnb. Von aussen ist nicht zu erkennen, dass sich in dem Gebäude die grösste Hotelgesellschaft (ohne eigene Hotels) befindet. Beim Rundgang durch die Büroräumlichkeiten sind insbesondere die Sitzungszimmer aufgefallen. Jedes Sitzungszimmer ist einem Wohnzimmer in einem Airbnb Host nachgebaut. So hat es Sitzungszimmer deren Originale in Singapur, Tunis, usw. stehen. (Leider durften keine Fotos gemacht werden.)                   Nach dem Rundgang hat uns Anne einen spannenden Einblick in ihre tägliche Arbeit gegeben. Bei Airbnb spiel es beispielsweise überhaupt keine Rolle, wie viele Stunden ein Mitarbeiter vor Ort ist. Es ist alles auf den Output ausgerichtet. So gibt es Mitarbeitende, welche 100 Stunden pro Woche arbeiten und solche, welche auf ganz übliche Arbeitszeiten kommen.

Anne arbeitet mit ihrem Team derzeit daran, die Daten stärker zu strukturieren. Momentan existieren auf Airbnb rund 10000 Wörter in 200 Sprachen, weil jeder Host die Beschreibung seiner Location selber macht und beispielsweise für Pool verschiedene Wörter existieren. Ziel ist es, dass die Daten skaliert werden und die Wörter damit auf ein Minimum reduziert.

Quid

Quid arbeitet daran, den gesamten schriftlichen Inhalt der Welt zu erfassen und Ihnen schnell die Informationen zukommen zu lassen, die für fundiertere Entscheidungen erforderlich sind. Die Unternehmung analysiert große Textmengen in visuellen, interaktiven Ergebnissen, damit Sie die spezifischen Informationen finden, nach denen Sie suchen, oder die breitere Landschaft besser verstehen können. Egal, ob es sich um Nachrichten, Investitionsdaten, Patente, Produktbewertungen, Serviceabrufe oder Videoaufzeichnungen handelt, Quid kann sie lesen, sortieren und Ihnen dabei helfen, umsetzbare Erkenntnisse zu gewinnen.

Adad Ali Ahman führt uns durch die Offices von Quid im 23. Stock und wir geniessen die unglaubliche Aussicht in die Bay von San Francisco. Quid nutzt Natural Language Processing NLP um Kunden und Trends besser zu verstehen. Gemäss Quid gibt es 3 Keys für eine erfolgreiche Digital Transformation

  1. Culture of Learning
  2. Effective Use of AI and machine learning and NOT waiting for the perfect solution
  3. A AI Center of Excellence can address the challenges in effeective digital transformation

Quid zählt renommierte Unternehmungen wie Walmart, Pepsi, Kelogg’s, usw. zu ihren Kunden..

Im Case «Hyundai Future of Smart Cities» wird uns von Ryan aufgezeigt, wie Quid Machine Learning nutzt, um für die Städte wie London, Singapur, Paris, usw. Profile zu erstellen und damit aufzuzeigen, in welchen Bereichen sie Fortschritte machen und wo im Vergleich zu den anderen Städten Needs bestehen.

Im zweiten Anwendungsbeispiel Kelogg’s wird uns aufgezeigt, wie Quid mit Hilfe Big Data konkrete Trends für Frühstück eruiert. Dazu werden Daten (bsp. Gespräche auf Facebook) gescrapt und anhand von einer Software skaliert und ausgewertet.

Am Ende erhalten wir noch eine Live-Demo von der Software:

Bellicum Pharmaceuticals

Bellicum entwickelt Produkte der nächsten Generation für einige der wichtigsten Bereiche der zellulären Immuntherapie, einschließlich der Therapie mit chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T) und der Transplantation hämatopoetischer Stammzellen (HSCT). Die Produkte enthalten molekulare Schalter, die die Aktivierung oder Eliminierung therapeutischer Zellen im Körper ermöglichen. Gemäss Bellicumist Zellkontrolle der Schlüssel zu sichereren und effektiveren Zelltherapien ist.

Bill Grossmann gibt uns eine interessante Übersicht über die Biotech-Industrie in der Bay Area. In der Umgebung von San Francisco sind unter anderem Unternehmen wie Roche, Amgen, Gilead, Merck, Bayer, usw. angesiedelt. Neben Boston ist San Francisco der Hotspot der Biotech Branche in den USA. Bill ist als Chief Medical Officer und Senior Vice President angestellt und hat eine lange Vergangenheit in der Biotech Branche und unter anderem Medikamente für Baxter und Merck entwickelt.

Aus seiner Sicht ist die grösste Herausforderung, eine gesunde Balance zwischen Speed/Risk/Planning/Forward Thinking/Safety zu finden.

Society3 Entrepreneurs Night

Zum krönenden Abschluss nehmen wir an eine Startup Pitch teil. Für viele von uns ist es die erste Teilnahme an einem solchen Event und wir sind total begeistert von Energie und der Power welche die Enterpreneurs an den Tag legen. Wir lassen den Abend bei einem Bierchen ausklingen und freuen uns auf Day 5 unserer Tour.