Von der Study Tour “Silicon Valley” Gruppe 1 im CAS Digital Leadership mit Manuel P. Nappo und Gert Christen berichten Benjamin Gabathuler und Simon Morscher.

So it begins… San Francisco zeigt sich von der besten Seite und empfängt uns mit viel Sonne und 20 Grad – nicht schlecht für November. Die Studenten/-innen welche schon ein wenig früher angereist sind, kommen vor dem offiziellen Start der Study Tour “Silicon Valley” in den Genuss einer Besichtigung von Alcatraz. Ein friendly Reminder, dass auch in einer digitalen Welt Moral und Ethik nie zu kurz kommen sollten 😉

Alcatraz

Alcatraz – das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis

Gefängniszelle

Gefängniszelle – realtiv ungemütlich

Hard Rock Cafe

Die digital Rockstars auf Tour 😉 (nicht vollzählig)

Der offizielle Startschuss in der Bar Americano mit Gert Christen und Manuel P. Nappo

Pünktlich um 19:00 Uhr finden wir uns am Sonntagabend in der Bar “Amerciano” ein. Wir sind vollzählig – alle kamen durch die “Immigration”! Gert Christen und Manuel Nappo heissen uns herzlich willkommen und wir haben Zeit, um uns alle besser kennenzulernen. Nach einem anschliessenden Abstecher zum Mexikaner und einem kleinen “Schlumi”, geht es für die Meisten auf direktem Weg ins Bett – der Jetlag lässt grüssen…

Bar Americano

Die ganze Crew (minus Manuel P. Nappo)

Welcome to the Vault Community San Francisco

Am Montagmorgen treffen wir uns im “The Vault SF”, wo uns Gert mit wichtigen Informationen versorgt und nochmals persönlich auf das Programm der nächsten Woche eingeht. Der “SF Vault” befindet sich am Jackson Square – dem historischen Zentrum der Stadt – inmitten von dekorativen Kunstgalerien, Boutiquen, Antiquitätenhändlern und feinen Restaurants. Die Architektur des Gebäudes stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und erinnert an den Goldrausch, welcher San Francisco zum grossen Hafen- und Handelszentrum gemacht hat.

Heute bietet der Jackson Square ein Zuhause für Innovation und Startup-Wachstum! Top-Venture-Capital- und Private Equity-Fonds haben sich in die Altstadt begeben, um vielversprechende Projekte zu finanzieren. Der “Vault” liegt also goldrichtig und bildet ein umfassendes Innovations-Ökosystem sowie ein globales Netzwerk von Startup-Accelerators.

Study Tour Program

Gert Christen präsentiert das Tour-Programm: Wir freuen uns!

Accelerating Corporate Innovation – Mark Zawacki (650 Labs)

The biggest Take-Away: Silicon Valley is no longer the High-Tech Company of the world… It is the disruptive Company of the world. Mark Andreessen (co-founder von Netscape) hat gesagt:

“Software is eating the world”

Er investiert deshalb nur noch in Firmen, welche ein klassisches Geschäftsmodell “disruptieren”.

Vom Industriezeitalter in das digitale Zeitalter: Google und Co. sind organisatorisch komplett anders aufgestellt als klassische Firmen. They screw up every day! Innert kürzester Zeit wird ein “MVP” (Minimal Viable Product) erstellt und ausprobiert, wodurch schnell Erfahrungen gesammelt werden können. Durch agile Arbeitsmethoden sind diese Plattform-Firmen den traditionellen Firmen überlegen. Die grossen, etablierten Firmen sind von der Denkhaltung her noch immer im Industriezeitalter stehen geblieben.

Warum hat das Silicon Valley so vielen grosse Tech-Firmen hervorgebracht?

  1. Das Silicon Valley ist ein grosses Ökosystem (ca. 7 Millionen Leute)
  2. Man tauscht sich offen und frei über Innovationen aus
  3. Es gibt viele “Weirdos” hier 🙂 Viele Communitys wurden durch das Valley angezogen, weil sie andernorts nicht hineingepasst hätten.

Gemäss Mark Zawacki sind die “Brains” (die Denker) in Europa. Oftmals werden vielversprechende Start-Ups aus Europa von amerikanischen Techfirmen gekauft. Dies schwächt leider die Ökosysteme in Europa.

Ein neues Buzzword kommt ins Spiel: Das Splinternet. Wir diskutieren, wie sich das Internet in ein westliches und ein östliches Internet aufteilt. China hat sich grosse Ökosysteme aufgebaut (WeChat, Alibaba mit Alipay etc.), welche staatlich reguliert werden und mehr oder weniger nur dem fernen Osten offen stehen. Die Entscheidung wer unsere Daten hat lautet heute: Mark Zuckerberg oder China.

Money-Recycling: Das Mindset der Gründer im Silicon Valley weicht vom Mindset der europäischen Gründern ab. Erreicht ein europäischer Gründer einen erfolgreichen “Exit” (Verkauf der Firma), so nimmt er das “Money from the table” und reinvestiert es meist nicht mehr. Dies steht im Gegensatz zu den Unternehmern im Silicon Valley, welche sich gegenseitig mit finanziellen Mitteln unterstützen und einen Grossteil des “Profits” wieder reinvestieren. So entstehen mächtige Netwerkeffekte.

Toblerone

Mark Zawacki erhält eine der begehrten Toblerone

Digital Design (Autodesk)

Am Nachmittag besuchten wir den Showroom des Softwareherstellers Autodesk. Autodesk stellt Software für Menschen her, die Dinge machen. Ob Supercar, Wolkenkratzer, Smartphone oder Film – die Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass Software von Autodesk bei der Entwicklung verwendet wurde. Mittlerweile können sogar ganze Brücken aus Stahl via 3D-Drucker hergestellt werden.

Autodesk arbeitet auch mit Künstlern zusammen und lässt diese Projekte realisieren, um damit die Grenzen der Software auszuloten. Dadurch erhält das Unternehmen wertvolles Feedback für die Verbesserung der Software.

Ein paar Projekte, welche mit Hilfe von Autodesk-Software realisiert wurden

Cloud, cloud, cloud – Amazon Web Services!

Amazon, der Gigant unter den Gemischwarenläden! Startup Business Development Manager Omar Valle von Amazon Web Services zog uns mit seiner überzeugenden Art in den Bann. Der CEO Jeff Bezos als grosser Leader und Vorbild stets vor Augen. One Day Delivery – das will der Kunde! Deshalb investiert Amazon in eigene Flugzeuge, Warenhäuser, Automation usw. Die grosse Mission von Amazon:

Amazon Mission

Die Misson von Amazon

Um die technologische Entwicklung der Sprachassistentin Alexa voranzutreiben, hat Amazon im Jahr 2018 mehr Engineers engagiert, als Google gesamthaft angestellt hatte. Das Innovationsbudget ist vorhanden – auch dank den guten Erträgen, welche die Cloud-Dienstleistungen von Amazon AWS abwerfen.

Jeder Mitarbeiter soll bei Amazon die Möglichkeiten bekommen seine Ideen einzubringen. Es gibt keinen besseren Ort um mit den eigenen Ideen zu scheitern als bei Amazon. Die Kultur von Amazon regt dazu an, etwas Neues auszuprobieren und neue Kundenerfahrungen zu schaffen. Awesome! Die 14 Leadership Principles, welche im Hause Amazon von jeder Führungskraft gelebt werden, tragen ihren Anteil dazu bei.

Leadership Principles

Die Leaderhip Principles von Amazon

Three Ideas from Amazon

Das Erfolgsrezept von Amazon

The Finale: Fireside Chat – from Zurich to San Francisco to become a Venture Capitalist in Silicon Valley

Pascal Unger gibt uns zum Abschluss interessante Einblicke in sein Leben und Arbeiten in San Francisco. Vom Banker zum Venture Capitalist – spannend! Er arbeitet bei “Darling Ventures”, welche internationalen Investoren frühen Zugang zu den Top-Startups vom Silicon Valley bietet. Venture Capital ist eine eigene Asset Class, welche vermehrt auch durch Family Offices nachgefragt wird. Investiert man in Venture Capital muss man sich bewusst sein, dass das Ausfallrisiko sehr gross ist. Dies führt dazu, dass eine breite Diversifikation auch in dieser Anlageklasse elementar wichtig ist. Die grössten Investoren in Venture Capital sind im Moment die amerikanischen Universitäten, welche Milliardenbeträge zu investieren haben.

Damit geht ein spannender Tag zu Ende und die Digital Leaders müssen früh ins Bett, damit sie morgen fit sind für den Trip ins Silicon Valley 😉

Fireside Chat mit Pascal Unger