Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management zum Thema „Social Media für Digital Natives: Snapchat, Instagram und Youtube“ mit Nino Ruef berichtet Valérie Wäber.

Warum Snapchat nicht nur für sogenannte „Digital Natives“ attraktiv ist und Suchtgefahr besteht: Der 20-jährige Berner Nino Ruef, Musiker, Filmemacher und CEO der Payback Media Group, gab in seiner Vorlesung Einblicke in die Social Media Plattformen Instagram, Youtube und Snapchat. Vor allem bei Snapchat kam er nicht mehr aus dem Schwärmen.

Zum Aufwärmen startete Nino Ruef mit ein paar spannenden Instagram-Facts.

Instagram: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Instagram-Facts

Und was ist mit Instagram fürs Business?

  • Es gibt 15 Millionen registrierte Unternehmen auf Instagram.
  • 60 Prozent verwenden stets denselben Filter.
  • Im März dieses Jahres besuchten über 120 Millionen Instagrammer externe Seiten aufgrund von Werbung.
  • Monatlich tummeln sich eine Million aktive Werber auf Instagram.

Die Plattform birgt somit ein grosses Potential für Unternehmen. Doch was muss beachtet werden, um für Instagram möglichst guten Content zu erstellen?

  • Schöne Aufnahmen brauchen viel Licht
  • Unbedingt auf Motive verzichten, die nicht passen
  • Look des Profils im Auge behalten
  • Filter ja, aber nicht zu viel, da sonst ein Overkill droht
  • Bearbeitungstools nutzen
  • „Real“ und somit authentisch bleiben
  • Cloud Workflow für professionelle Bilder
  • #Hashtags nicht vergessen

Und hier noch ein Tipp von Nino für alle, die schon immer wissen wollten, ob ein Video vertikal oder horizontal produziert werden sollte. Das Zauberwort lautet: Vertikal. Denn vertikale Video Ads werden neun Mal mehr komplett von Anfang bis Ende angeschaut, als horizontale. Und ein weiterer kleiner Tipp: Instagram-Posts funktionieren laut Nino am besten mittwochs um 17.00 Uhr.

Youtube als Videoplattform, Netzwerk und Suchmaschine.

Hier noch ein kurzer Exkurs zum Thema Youtube: Wir verbringen einen Drittel unserer Onlinezeit mit dem Schauen von Videos. Videos vermitteln dabei Inhalte auf einfache, simple Art und Weise. Mit etwas Glück bleiben 95 Prozent der Informationen bei den Konsumenten im Gedächtnis – bei geschriebenem Text sind dies lediglich 10 Prozent.

Inhalte sind heutzutage visuell, hörbar und interaktiv und müssen dabei einen Mehrwert für die Konsumenten aufweisen. Daher unbedingt auf Video-Content bauen!

Aber jetzt zum wichtigsten Punkt der Vorlesung.

Snapchat: Achtung Suchtgefahr!

Snapchat hat 200 Millionen aktive Nutzer monatlich. Die meisten User sind zwischen 13 und 25 Jahre alt. Warum? Weil Snapchat intuitiv ist und Spass macht. Sie glauben es nicht? Dann probieren Sie es selber aus.

Hier ein paar spannende und informative Facts zu Snapchat:

  • Was Snapchat so ausserordentlich macht? Alles hat ein absehbares Ende. Nach 10 Sekunden oder spätestens 24 Stunden sind die Inhalte gelöscht. Snapchat speichert keine Daten.
  • Anders als bei Whatsapp liegt der Schwerpunkt bei Snapchat auf dem Bild und nicht auf dem Text. Doch wie funktioniert Snapchat? Ganz einfach: Take a Snap.
  • Ein Snap ist ein Foto oder ein bis zu zehn Sekunden langes Video. Dabei wichtig: Hochformat. Denn nur mit dem Hochformat kann die komplette Bildfläche des Smartphone Screens genutzt werden.
  • Bei Snapchat geht nichts ohne die Filter und interaktiven Lenses, die täglich neu gestaltet werden. Den Lenses und Filtern sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob vom Toastbrot, Blumenmädchen, Vampir bis hin zum Hund – hier geht alles.
  • Ebenfalls spannend sind die sogenannten World Lenses. Anstatt dem eigenen Gesicht kann die Umgebung verschönert werden. Dies ist ein erster Schritt in Richtung Augmented Reality.
  • Snaps können aufgepeppt werden. Per einfachem Tab auf das Display können Texte, Sticker oder Emojis hinzugefügt werden.
  • Durch wischen nach links oder rechts lassen sich verschiedene Farbfilter und Informationen wie Datum, Uhrzeit und Standort (sogenannte Geofilter) über das Bild legen. Seit diesem Sommer können auch eigene Geofilter zu Snapchat hinzugefügt werden.
  • Und wie sende ich mein Snap? Ganz einfach: Snap als Chat-Ersatz One-to-One versenden oder in die Story packen (One-to-Many).
  • Nicht vergessen: Überall wo in der App Screenshots gemacht werden, wird die Gegenpartei benachrichtigt…

How to Snap, Lenses and World Lenses

Die Snapchat-Nutzer wollen sehen, was ihre Freunde erleben. Wer die Snaps eines guten Freundes verpasst hat, der hat sie verpasst. Damit ihnen das nicht passiert, checken viele User mehrmals täglich die App. Daher: Achtung Suchtgefahr!

Und wie kann ein Unternehmen Snapchat nutzen?

Das Zauberwort in diesem Kontext lautet „Branded Content“. Das Ziel dabei ist der unbewusste Konsum von Werbung. Die Leute wollen unterhalten werden. Dafür bietet Snapchat den Unternehmen vier Werbeformen an:

  • Gesponserte Geofilter: Interessant für Events oder bestimmte Locations.
  • Gesponserte Lenses: Der durchschnittliche Snapchat User spielt eine halbe Minute mit einem Filter, was 30 Sekunden Markenkontakt bedeutet. Investieren lohnt sich somit.
  • Gesponserte Kampagnen im Discover Channel: Ads sind im Discover-Bereich neben den Kanälen der Medienhäuser fix platziert. Hat eine Werbung das Interesse eines Nutzers geweckt, kann er nach oben wischen, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Daher wichtig: Zielgruppenrelevante Tipps mit Service-Charakter bieten!
  • Kurze Videoanzeigen / 3V Advertising (3V = Vertical, Video & Views): Die Werbung wird zwischen zwei Stories oder als Einspieler in den Live-Stories und in den Discover Channels ausgespielt. Sie unterbrechen dabei keine Story eines einzelnen Nutzers.

Werbung via Snapchat geht aber auch anders: Mit sehr kreativen Aktionen oder Influencer Kampagnen. Hier ein Beispiel von Taco Bell mit gesponserten Lenses.

Marketing-Probleme häufen sich. Die Jugend und somit Hauptzielgruppe von Snapchat ist weniger empfänglich für Werbung und interessieren sich nur noch für spezielle Marken. Die Lösung: Influencer Marketing! Aber das ist ein Thema für sich…