Aus dem Unterricht des CAS Digital Finance mit Claudia Jenni berichten Sonja Krapfl und Sven Matt:

Die Plattformen LinkedIn oder Twitter sind als Social Media Netzwerke bekannt. Wie nutzt man diese Kanäle richtig und betreibt Social Selling? Wie wird man zum LinkedIn Superstar?

Mit diesen Fragen haben wir uns zusammen mit Claudia Jenni intensiv auseinandergesetzt. Wie wir in den ersten Minuten des Unterrichts erfahren durften, sind wir als Klasse alles andere als «Social Selling Profis». Denn vorab des Unterrichts wurde unser Auftritt in den verschiedenen Plattformen von ihr analysiert. Das Resultat ist folgendes:

      • Vereinzelt haben wir keine LinkedIn- oder Twitter-Profile.
      • Teilweise haben wir Profile, nutzen sie jedoch nicht oder wir haben sie nur rudimentär ausgefüllt.

Dabei öffnet ein LinkedIn- oder Twitter-Profil das Fenster zur Aussenwelt. Es lockt Dritte (z.B. potenzielle Arbeitgeber oder Geschäftskunden) an und hilft beim Beziehungsaufbau. Aber die wirkliche Kunst für den Nutzer besteht darin, im richtigen Augenblick die eigene Meinung zu kommunizieren oder sich als Lösung für ein aktuelles Problem anzubieten. Das ist Social Selling.

Damit wir Social Selling im Unterricht sogleich in die Tat umsetzten, wurden wir für jeden Tweet über Twitter «#HWZdigitalfinance», mit einer Lindor Schokoladen Kugel belohnt.

Social Selling beginnt mit einem LinkedIn Profil

Mit rund 2.8 Millionen Schweizer und über 500 Millionen Mitgliedern weltweit, ist LinkedIn eine der meist genutzten Plattformen (Stand: Februar 2019).

LinkedIn Accounts in der Schweiz

Quelle: Statista 2019

Aber was ist LinkedIn genau:

      • Eine Business- und Wissensplattform mit vielen Informationen
      • Eine Plattform um seine Jobchancen zu erhöhen
      • Ein Dialoginstrument um sich mit anderen Mitgliedern über interessante Themen auszutauschen
      • Eine Visitenkarte um sich zu präsentieren und ein Superstar zu werden!

Der erste Eindruck zählt…

Um ein Superstar zu werden, ist der erste Eindruck wie bei einem Vorstellungsgespräch auch auf LinkedIn zentral. Ein aktuelles Foto in guter Auflösung ist gut. Wenn darin noch ein Lächeln hervorgezaubert wird, signalisiert dies eine positive und freundliche Ausstrahlung. Selbstverständlich ist die Wahl der richtigen Kleidung auch wichtig. Zum Beispiel Fotos in Strand- oder Ausgangskleidung sind zu vermeiden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein Foto durch einen Spezialisten erstellen zu lassen.

Weiter ist eine ansprechende und stichwortartige Vorstellung der eigenen Person mit der aktuellen beruflichen Tätigkeit das A und O. Bei der Auswahl der Stichwörter hilft die Beantwortung der Fragen: «Wie würde ich nach mir im Netz suchen?» und «Welche Stichwörter sind wichtig um mich im Netz zu finden?».

Persönliche Qualitäten sind hervorzuheben

Es folgt die Zusammenfassung der wichtigsten Fähigkeiten, Kenntnisse und beruflichen Erfahrungen in einfachen und verständlichen Sätzen. Anbei einige Beispiele zur Satzgestaltung:

      • Bei mir bekommen Sie…
      • Ich zeige Ihnen…
      • Mit meiner Hilfe…
      • Ich fordere Sie heraus…
      • …, dann wenden Sie sich direkt…

Aktualisierte Kontaktdaten

Damit Dritte Kontakt aufnehmen können, ist das Profil mit Kontaktinformationen zu ergänzen. Ein Link mit einer persönlichen URL sowie Angaben wie E-Mail Adresse und Twitter Account sind wertvoll. Auch die Firmen Webseite kann dort hinterlegt werden.

Ein lückenloser und transparenter Lebenslauf hilft

Um das Profil zu vervollständigen, kommen die Bereiche zum Zuge, die auch im Lebenslauf aufgelistet werden:

      • Berufserfahrung
      • Ausbildung
      • Kenntnisse und Interessen
      • Ehrenamtliche Tätigkeiten
      • Qualifikationen und Auszeichnungen

Das Netzwerk aufbauen

Der Netzwerkaufbau funktioniert nur mit einer Strategie. Man sollte nicht alle möglichen Leute in sein Netzwerk einladen. Als erstes ist die Frage zu beantworten «Wer kann mich heute und in Zukunft weiterbringen?». Erst danach sind die erwünschten Personen zu kontaktieren. Auch können Personen angegangen werden, die man nur über E-Mail oder Telefon kennt. Es ist dabei aber wichtig, bei jeder Kontaktaufnahme eine persönliche Nachricht zu schreiben. Dadurch weiss die Person wieso Kontakt aufgenommen wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den LinkedIn Superstar sind Blogs, Gruppen und Themenbereiche auf der Plattform. Wenn man sich einer Gruppe anschliesst und sich innerhalb der Gruppen sinnvoll austauscht oder auch mal einen Kommentar oder Blog erfasst, verschafft man sich ein Gehör und gibt sich ein Gesicht.

Bei persönlichen Einladungen reagieren

Bei einer direkten Anschrift durch eine unbekannte Drittperson ist zuerst abzuklären, um wen es sich handelt. Danach sind folgende Fragen zu beantworten: «Was kann ich der Person bieten und was bietet mir die Person?». Schlussendlich kann der Dialog aufgenommen werden. Damit fällt auch die Entscheidung leichter, ob die Drittperson als neuer Kontakt aufgenommen wird.

Den Social Selling Index kontrollieren

Der LinkedIn Social Selling Index sagt aus, wie das Profil im Vergleich zum eigenen Netzwerk und zur Berufsgruppe durch Dritte wahrgenommen wird. Eine periodische Konsultation empfiehlt sich.

https://business.linkedin.com/sales-solutions/social-selling/the-social-selling-index-ssi

Fazit: Drei Gründe für die Erstellung eines LinkedIn Profils

Grund Nr. 1:        Sich Gehör verschaffen und sich ein Gesicht geben

Dies ist ein langer und harter Weg zum Superstar. Es kann aber nicht mehr viel schiefgehen, wenn man sich mit einem relevanten Thema auseinander setzt und sich positioniert. Zudem die persönlichen Eindrücke und Meinungen mit anderen Personen teilt und sich mit Personen vernetzt, die sich für das gleiche Thema interessieren.

Grund Nr. 2:       Informiert und auf dem neusten Stand sein

Grund Nr. 3:       Das Netzwerk beiziehen

Das aufgebaute Netzwerk ist hilfreich um dies bei (un)geplanten beruflichen Veränderungen anzufragen.