Aus dem Unterricht des CAS Digital Real Estate berichtet Benjamin Walther:

Am 26.08.17 hatten die Teilnehmer des CAS Digital Real Estate die Möglichkeit einen spannenden Workshop mit Herrn Christoph Meister, Geschäftsführer der BGW, zu absolvieren.

Software is eating the world… who is next?

Die BGW ist als Spin-Off der Hochschule St. Gallen gestartet und hat sich die praktische Umsetzung der theoretischen Forschung in praktikable Tools und konkrete Anwendungsmethoden als Ziel gesetzt. (https://www.bgw-sg.com/)

Der Fokus der Unternehmung kann auf die drei grossen Themengebiete eingegrenzt werden:

Digital Transformation

Business Modelling Innovation

Intellectual Property (IP) Solutions

Einer der Gründungsväter der BGW ist unter anderem auch Herr Prof. Dr. Gassmann, welcher am Markt als Business-Model Guru gehandelt wird.

Let’s start….

Wir starteten mit einer kurzen Einführung und haben daraufhin im Plenum unsere Ziele der Vorlesung definiert.

Konkret wollten wir zusammen mit Christoph in Erfahrung bringen, was die Digitale Transformation für uns und unser Unternehmen in Zukunft bedeutet, wie eine Business Modell Innovation funktioniert und welche praktischen Tools und systematischen Methoden es gibt um uns bzw. unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass ein Unternehmen die Entwicklungen einem sich rasant verändernden Markt ständig adaptieren muss damit es nicht “Uberized” wird. Der Vergleich mit der Taxibranche und dem Aufstieg von UBER drängt sich auf.

Heutzutage ist es unter Umständen essenziell, die dominante Logik seines Unternehmens zu durchbrechen und die Bedürfnisse des Kunden im Kontext der digitalen Möglichkeiten neu zu hinterfragen. Immer wenn der Markt ineffizient und wenig transparent ist, gelang es in der Vergangenheit digitalen Geschäftsmodellen zu aggressiven Konkurrenten der bestehenden Market Leaders werden. In der folgenden Grafik sieht man die Geschäftsentwicklung Entwicklung einiger konventioneller Geschäftsmodelle im Vergleich zu vergleichbaren Digitalen Vertretern.

(Bild-Quelle: https://andrebartholomeufernandes.com/why-software-is-eating-the-world/)

Auch die BlackSocks haben das spannende Produkt der “schwarzen Socke” nicht innoviert. Sie haben allerdings durch ihre “SockScription” ein Kundenbedürfnis erkannt und liefern in bestimmten Frequenzen schwarze Universal-Socken in der passenden Grösse direkt zu ihren Kunden. Dieser spart sich Zeit und Nerven (beim Sockenquartett nach dem Waschen) und bindet sich somit gerne an den Service.

Es erscheint immer klarer, dass der zukünftige Wettbewerb nicht mehr zwischen Produkten oder Dienstleistungen, sondern zwischen Geschäftsmodellen stattfinden wird. Obwohl die Product Innovation einige Verbesserungen mit sich bringt, führt eine Business Inovation zu drastischen Weiterentwicklungen.

Wie können wir ein Business innovieren?

Christophs Thesis beginnt mit der Definition des “Geschäftsmodells”, indem man 4 Schlüsselfragen beantwortet:

WHAT: Welches Wertangebot bieten wir an?

WHO: Wer ist unser Zielkunde?

WHY: Warum generiert das Geschäft Gewinne?

HOW: Wie wird dieser Wert entwickelt und an den Kunden geliefert?

Diese vier Antworten können in einem weiteren Schritt im Business Model Canvas Board von Osterwalder (https://strategyzer.com//business-model-canvas) platziert werden. Das praktische Tool ermöglicht die verschiedenen Ebenen eines Business Models abzubilden und damit herzumspielen. Um von einer Business Modell Innovation zu sprechen, sollten mindestens 2 Ebenen des bestehenden Modells auf dem Board verändert werden.

(Bild-Quelle: strategyzer.com)

Im Laufe des Kurses wurden wir nun in Gruppen aufgeteilt und haben versucht anhand des neu kennengelernten Tools unser eigenes Business Modell zu innovieren. Mit Hilfe einer systematischen Beschreibung des bestehenden Geschäftsmodells auf Basis der WHAT/WHO/WHY/HOW-Fragen haben wir im Weiteren die internen und externen Treiber analysiert.

Business Model NavigatorTM

Nach dieser Analysephase hat uns Christoph ein weiteres Werkzeug zur systematischen Entwicklung und “Engineering” des Geschäftsmodells vorgestellt: der St.Gallen Business Model NavigatorTM.

 

(Bild-Quelle: http://inspiration.samhoud.com)

Die Forscher der ITEM-HSG haben 250 verschiedene Geschäftsmodelle analysiert und 55 unique Patterns entdeckt, die einen Business Approach beschreiben. Jedes Geschäftsmodell kann anhand eines oder mehrerer (kombinierter) Patterns aus diesem Potpourri beschrieben werden.

Wir haben angefangen, nach den passenden Patterns zu suchen, welche unsere Firma repräsentieren. Im nächsten Schritt, wählten wir Patterns aus, die möglicherweise auch auf unser Geschäft angewendet werden könnten.

Nach einer Auswahl von potenziell passenden Patterns haben wir im Team versucht, die Inputs in einer praktischen, neuen Geschäftsanwendung umzusetzen.

Der ganze Prozess war anregend und eine ausgezeichnete Chance, unser “out of the box”-Denken zu trainieren.