Aus dem Unterricht des CAS Digital Insurance mit Alessandro Tschabold berichtet Jasmin Schenk.

Alessandro Tschabold dozierte über das Thema «Building own Insurtech startup». Alessandro führte uns von der Ideen-Findung, zum Value Proposition Statement, über Produktgestaltung und Bau unseres Prototypens bis hin zum Pitchen. Der Unterricht war erfrischend und lebendig. Dieser Blog bietet einen Einblick in den spannenden Workshop.

Ideen-Findung – don’t fall in love with a flamingo!

Wettbewerb: Wer baut den schönsten Vogel?

Unser Team gewann und wir waren so stolz auf unseren Flamingo. «Destroy it!», hiess es… denn Regel Nummer 1 beim Start-up ist, sich auf keinen Fall in das Produkt zu verlieben. Man muss fähig sein, das geschöpfte und so lang erarbeitete Produkt auseinander zu nehmen, von neuem zu bauen und zu verbessern bis es perfekt ist. Man muss gewollt sein, dass Feedback anderer zu hören, zu akzeptieren und Vorschläge einzubauen. Verliebt man sich zu früh ins Produkt, ist es schwierig, die Kundenanforderungen entsprechend umzusetzen und somit das Produkt zu verändern. Schlussendlich erzielt man nur Gewinn, wenn es vom Kunden gekauft wird. Deshalb muss der Kunde bei allem was man tut im Vordergrund stehen, nicht das Produkt.

Create your Value Proposition

Unsere Idee, ein Reiseservice App der alle Arten von Services ermöglicht.

Um die Value Proposition zu entwerfen, schrieb jeder von unserem Team seine eigenen Reiseerfahrungen auf Post-it Notes. Wir teilten unsere Eindrücke und klebten die Post-it auf der Kundenseite (rechter Kreis) in die entsprechende Rubrik (Pains, Gains und Customer Jobs). Danach gruppierten wir all unsere Post-its nach gemeinsamen Eigenschaften. Im Anschluss machten wir uns and die Produktseite und ergründeten unterstützende Produktelemente zu unserem Input.

Dank diesem Model bekamen wir eine detailliertere Vorstellung, was unser App alles bieten soll. Nämlich eine Anreihung verschiedenster Servicekomponenten, um dem Reisenden das Leben zu vereinfachen. Zum Beispiel: Digitale Hotel Check-in ohne bei der Rezeption zu warten, Service Support falls was schiefläuft, Guide für Adventure und Sicherheitshinweise über ein Land/Stadtteil etc.

Nach der Produkterarbeitung machten wir uns an unsere Value Proposition Statement mit der Canvas Vorlage:
Our “__” helps “__” our “__” to “__” and “__” by and avoiding “__”.

Und so lautete unser Value Proposition Statement:
“Our digital travel companion helps every traveller to save precious time and simply enjoy their journey by providing all essential services in one place and avoiding frustrating experiences while waiting in line.”

Nun trugen wir es unseren Klassenkameraden vor ohne zuvor Produktdetails zu verraten. Das Feedback war nicht gerade zufriedenstellend. Niemand konnte sich genau vorstellen, für was unser Produkt steht. Wir erfuhren aber, dass sich die Klasse mit dem «Schlange stehen» identifizieren konnte.

Unser Statement war unklar und zu lang. Ein Statement sollte maximal 12 Wörter beinhalten und von einem 15-jährigen verstanden werden. Man darf provozieren, sollte aber keine falschen Hoffnungen schöpfen. Es war klar, unser Statement muss nochmals überarbeitet werden.

Produkt: Create an MVP and keep it lean!

„A Minimal Viable Product is the smallest thing you can build that delivers customer value (and as a bonus captures some of that value back).“

Man kann sich das MVP als Tisch vorstellen. Entfernt man ein Bein und der Tisch steht noch, dann ist das eine Bein unnütz.

In unserem Beispiel hatten wir unzählige Elemente in unsere super Reise-App eingebaut. Nun lernten wir, sich beim Startup auf 2-3 Elemente zu fokussieren und diese richtig gut zu machen. Ausbauen kann man später immer noch. Doch verzettelt man sich anfangs, verliert man Zeit und Geld.

Unsere Klasse konnte sich mit der nervenden Warterei identifizieren und so suchten wir nach Optionen. Unser überarbeitetes Produkt sollte den Bezug des Mietwagens vereinfachen. Sprich, unsere Lösung eliminiert die Warterei beim Mietwagenhändler und verkürzte die Zeit beim Formalitäten ausfüllen und Autoprüfen.

Unser neues Value Proposition Statement lautet: «Get your rental car while others keep waiting in line”.

Prototyping

Nun skizzierten wir die einzelnen Prozessschritte auf Papier:

Mit dem proto.io App fotografierten wir unsere Skizzen. Im proto.io App führten wir die Fotos zu den gewünschten Prozessschritten zusammen. Auch hier gilt: keep it simple. Wenn die Useranwendung zu komplex ist, wird die App nicht mehr benützt. Der Prototyp sollte von 10-100 Personen getestet werden. Mit deren Feedback kann der Prototyp verbessert werden und das Testing beginnt von neuem. Dieser Prozess sollte so lange wiederholt werden, bis die meisten Test User zufrieden sind.

How to Pitch?

Bevor wir unser Produkt der Klasse vorstellten, erklärte uns Alessandro die 10 wichtigsten Regeln für einen guten Elevator Pitch:

1. The 3 “S” Rule: Keep it Simple, Short, and Sweet!
2. Let them drive the “Ferrari”
3. The problem has to be real and yours to solve
4. Bring positive energy
5. Your Target Customer’s happiness is your everything
6. Be well prepared to answer any questions
7. No “purple farts” (e.g. 3.0, “the AI blockchain”, “80 years combined experience”)
8. Go easy on numbers and predictions
9. A great team is half the deal
10. Tell the truth
Last but not least: HAVE FUN!

Der Pitch wird für Investorensuche oder auch bei der Produktvorstellung angewandt. Der Pitch kann ein sehr gutes Produkt in einem Zuge vernichten. Deshalb ist das Pitching eines der zentralsten Elemente eines Produktes und sollte gut geübt sein.

Zum Abschluss könnt ihr unseren ersten Pitch-Versuch und die App Demo ansehen: video car rental app

Auch wenn unsere Idee nichts mit Insurtech zu tun hatte, lernten wir anhand dieses einfachen Beispiels die Herangehensweise, um ein Produkt erfolgreich zu gestalten und vorzustellen.

Alessandro verfügt über ein enormes Wissen und teilte mit uns seine Erfahrungen, um als Start-up erfolgreich zu sein.

Danke Alessandro für diesen spannenden und lernreichen Workshop!