Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business & Ecosystems  zum Thema “Der Weg zur Mobile Strategie” mit Milos Radovic berichtet Claudio Zimmerli:

Nach leckerem Fast Food nahm uns unser Dozent Milos pünktlich um 13:00 Uhr mit auf die nächste Etappe durchs Mobile Busniess . Trotz der hohen Temperaturen und dem zweiten Spieltag der Fussballbundesliga hatte er unsere volle Aufmerksamkeit auf sicher. Auf dem Plan standen, der Weg zur Mobile Strategie, die technologischen Treiber der Digitalisierung sowie das Thema App oder Browser.

Mit der Einstiegsfrage wer geschäftlich ein Smartphone oder Tablet nutzt begann der Nachmittag. Gleich zu Beginn wurden dann auch die Einflüsse der ständigen Erreichbarkeit und deren Auswirkungen besprochen. Mit dem Thema Mobile als zentrale Schnittstelle wurde der Nachmittag dann so richtig lanciert:

Die  technologischen Treiber der Digitalisierung:

  • Mobile als zentrale Schnittstelle
  • Virtual- (VR) & Augmented Reality (AR) Beispiel Fiat Store
  • Internet of Things (IOT) / Beispiel Apple, HomKit, Sonar

Unterschied zwischen VR und AR?

Es gibt mehrere, der wichtigste, bei VR nimmt die Person beispielsweise mit einer VR Brille sein Umfeld nicht mehr wahr, sondern nur das was der Screen zeigt.

App oder Browser

Als nächstes befassten wir uns mit der Frage App oder Browser, dabei ginge es um die Basis Architektur und das Thema Mobile aus drei Perspektiven.

Native, Hybrid or Web Applications

Mobile aus drei Perspektiven:

  • User Experience (User First)
  • Business
  • Technologie

Es folgt nun eine kleine Abbildung, sodass die Pros und Kontras besser unterschieden werden können.

Wichtigsten Unterschiede aus der Benutzersicht:

Mobile Webseite

Mobile Apps

  • URL muss eingetippt werden
  • Offline Verfügbarkeit von bereits geladenen Daten
  • Benutzer muss online sein
  • Zusätzliche über App-Store auffindbar
  • Über jeden Browser erreichbar
  • User Experience: Meist sehr gute «Fluidity»
  • User Experience: Beschränkte «Fluidity»

 

Wichtigste Unterschiede aus Business Sicht:

Mobile Webseite

Mobile Apps

  • Multi-Channel / Multi-Device: Geringere Entwicklungskosten
  • Zusätzlicher Kanal (App-Stores)
  • Geringere Betriebskosten
  • App-Marketing einfach als URL Marketing
  • KnowhHow im Unternehmen vorhanden
  • Möglichkeit kostenpflichtiger AppImage
  • Höhere Reichweite

 

Wichtigste Unterschied aus technischer Sicht:

Mobile Webseite

Mobile Apps

  • Einfach Updates
  • Offline Verfügbarkeit von bereits geladenen Daten
  • Wiederverwendung von Content/Applikation
  • Zusätzliche über App-Store auffindbar
  • Beschränkte Hardware-Support
  • User Experience: Meist sehr gute «Fluidity»
  • Beschränkte Software API-Support
  • Besser Sicherheit

 

Hybrid-Apps:

  • Updates auf Web-Module ohne App Update
  • Multi-Channel / Multi-Device mit geringerem Aufwand (nur Container) für die nativen Plattformen
  • Voller Hardware und Software API Support
  • Komplexe technische Konzeption

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Apps aus Sicht der Benutzer klare Vorteile vorweisen. Aus Business Sicht it`s all about the Money (Entwicklungskosten). Gleichzeitig gilt es sicherzustellen ob das nötige Spezial-Know-how für die App Entwicklung vorhanden ist. Mit Blick auf die Technik wird man die Web-Apps bevorzugen, solange die Zugriffe auf die Hardware und Software API`s nicht zwingend benötigt werden, ausser die Security wird sehr hoch bewertet. Die nachfolgende Abbildung vereint die angesprochenen Punkte und kann auf der Suche nach dem richtigen Angebot wichtige Erkenntnisse liefern.

Entscheidungshilfe für das Mobile Angebot:

Entscheidungshilfe für das App Angebot

Wichtig hier festzuhalten – es gibt keine richtige oder falsche Lösung. Nach einer kurzen Pause befassten wir uns anschliessend mit der mobilen Strategie.

Der Weg zur Mobile Strategie

Grundsätzlich ist die Strategie ein genauer Plan des Vorgehens, also sie beschreibt Handlungen und Massnahmen für die nächsten 3-5 Jahre, die das Erreichen von mittel bis langfristige messbare Ziele absichern. Die klassischen Fragen einer Strategie sind beispielweise: Wo stehe ich? Wohin will ich? Wie komme ich dahin? Im Anschluss folgen dann fragen wie: Sind die Ziele realistisch zu erreichen? Welche Ressourcen kosten mich das? Welche Risiken oder Alternativen gibt es?

Wichtig – es gibt einerseits die Business und anderseits die funktionale Strategien. Die Businessstrategie für Geschäftsbereiche leitet sich aus den übergreifenden Unternehmensziele ab. Bei den funktionalen Bereichen wie Mobile, IT, HR oder Marketing müssen die Strategien einerseits mit den übergreifenden Unternehmungszielen und andererseits mit den Businesszielen der Geschäftsbereiche abgestimmt sein.

Grundsätzlich gilt, eine Strategie soll immer flankierend und unterstützend zur Unternehmerstrategie sein. Im Omni-Channel Kontext ist Mobile nur ein Kanal. Es steht immer das umfassende Kundenerlebnis im Fokus.

Wieso braucht es eine Mobile Strategie?

Brauch es eine mobile Strategie?

Der Weg zur Mobile Strategie , er ist auch heute noch für viele Unternehmen aufgrund der unterschiedlichen Touchpoints eine grosse Herausforderung. Insofern bedarf es mehr als einer coolen Mobile App um langfristig den Kunden an das Unternehmen binden zu können. Deshalb zeigte Milos am Beispiel Namics, ein mögliches Vorgehensmodell als Basis für Strategische Projekte wie die Mobile Strategie.

Analyse, Vision, Design, Organisation, Umsetzung der mobile Strategie

Mobile Apps / Mobile Engagement

Wie oben erwähnt geht es nicht nur darum ein möglichst cooles App zu entwickeln ohne zu wissen was der Kunden genau möchte, deshalb werden beim Mobile Engagement die Kundenbedürfnisse in den Fokus gestellt. So wird die Mobile Interaktion zwischen Kunden und Unternehmen gefördert, sodass eine langfristige Kundenbeziehung aufgebaut werden kann.

Die Zunahme der Mobile Relevanz

Als nächstes wurde über die Zunahme der Mobile Relevanz anhand der unten aufgeführten Beispielen  diskutiert, also genauer gesagt  über die digitalen und technischen Reifengrade.

Erstens sprachen wir über Google: Digitaler Reifegrad Inhalt, Technischer Reifegrad Kommunikation.

Danach folgte das Beispiel war Skype: Digitaler Reifegrad Funktion, Technischer Reifegrad Interaktion.

Weiter ging es mit dem Beispiel UBS: Digitaler Reifegrad Prozesse, Technischer Reifegrad Automatisierung.

Zu guter Letzt folgte das Beispiel Uber: Digitaler Reifegrad Geschäftsmodell, Technischer Reifegrad Kontextaktualisierung.

Weiter ging es mit der Frage: Wie baue ich Mobile Solutions mit dem Fokus auf mehr Engagement? Dazu zeigte uns Milos ein mögliches Modell aus seiner persönlichen Erfahrung aus und mit der Swisscom.

Kontext Analyse, Business Case, Prototyping, Development

Kurze Zeit später neigte sich der lebendige Unterricht dann dem Ende zu und wir gingen mit vielen neuen und interessanten Eindrücken in das verdiente Wochenende.

Anmerkung Quelle: Unterrichtsmaterialien CAS Mobile Business & Ecosystems Milos Radovic, HWZ 2019.