Vom ersten Unterrichtstag des CAS Digital Leadership 2016 berichtet Ari Byland:

Die Frage des Mitstudierenden brachte die Herausforderungen für die angehenden Digital Leader auf den Punkt:

„Was antworte ich dem 50-jährigen CEO, der mich fragt, ob er sich mit der Digitalisierung überhaupt noch auseinandersetzen müsse und nicht einfach noch seine restlichen Jahre absitzen könne?“

Studiengangsleiter @comboeuf (der das Storytelling offensichtlich beherrscht) antwortete darauf passend, unterhaltend und metaphorisch: Das sei wie der Frosch im kalten Wasser über dem Feuer. Der werde auch nicht aus dem Topf springen – bis es zu spät sei. Und genau das sei nicht nur die ganz persönliche Frage des CEOs, sondern lasse sich auf alle traditionellen Unternehmen anwenden: Jetzt den Sprung in eine unbekannte Welt wagen – oder doch noch etwas da ausharren, wo es zwar nicht (mehr) gemütlich sei, aber immerhin bekannt. Das heisst aber auch:

„Wenn du einen Sumpf trocken legen willst, frag‘ nicht die Frösche.“

Allgemein gültige Antworten wurden auch uns an diesem ersten Tag keine präsentiert – wie auch? Aber dass die Digitalisierung in den Köpfen von uns Studierenden angekommen ist, liess sich rasch erahnen:

  • Die Facebookgruppe für die Klasse besteht schon, bevor alle ihr Namensschild sauber auf dem Tisch drapiert haben.
  • Der Klassentwitterer meldet sich (offenbar erstmals in der Geschichte des MAS Digital Business) vollkommen freiwillig (und dies, obwohl am nächsten Tag ein weiterer Abgesang auf Twitter angestimmt wird: #RIPTwitter).
  • Die ersten Flüge für den Study Trip ins Silicon Valley sind gebucht (nein, nicht per Telefon), bevor das Warten auf den Studiengangsleiter nach der Mittagspause aufgegeben wird.

Nun gut. Die Studiengangsleitung pusht uns auch mehr oder weniger sanft in die digitale Richtung:

  • Die Unterlagen der Vorlesungen werden nicht wie in sonstigen CAS in einem („nicht mehr zeitgemässen“) Tool namens “Moodle” abgelegt, sondern in Evernote (den Code für den Premiumzugang erhalten wir dann aber doch geradezu anachronistisch auf einem Papierkärtchen).
  • Jeder Studientag wird von einem Klassenmitglied geblogged werden (mit vorliegendem Resultat).
  • Der Hashtag #hwzdigitalleader wird vorgegeben (und ist am späten Freitagmorgen ganz kurz „trending“).

Neben einem engagierten Weckruf von @comboeuf („Ihr seid die Digital Leader!“ oder „Dazu braucht es euch!“) wird Bingo gespielt*, über langwierige Prozesse und uneinsichtige Manager in traditionellen Unternehmen gelacht (…) und nach kurzweiligem Vortrag von @ManoloMarquina bei Evernote Zürich das Netzwerk auch „in echt“ bei einem Apéro gestärkt.

Ja, der erste Tag unseres CAS Digital Leadership machte durchaus Lust auf mehr:

  • Mehr geistreiche und/oder amüsante Tweets von Mitstudierenden
  • Mehr Netzwerk
  • Mehr Diskussion

Vor allem aber:
Lust darauf, mehr zu lernen über diese anbrechende bzw. bereits angebrochene „Brave New World“.


* Um die Mitstudierenden locker kennen zu lernen („Kennenlern-Bingo“) oder um die Aufmerksamkeit der Klasse hoch zu halten („Buzzword-Bingo“; Gratulation an die Gewinnerin @TanjaHoehn). In beiden Formen aber keineswegs digital, wie zu vermuten wäre, sondern ganz traditionell mit Papier und Stift.