Direkt aus der Homebase The Vault in San Francisco berichten Adolf Stocker und Tobias Houweling.

Das Thema des Tages lautete: „Startups are the tip of the spear of disruption!” Startups… sehr bezeichnend für San Francisco. Unser Interesse war also geweckt und somit starteten wir in den dritten Tag unserer Studienreise in San Francisco.

Disco

Zum Einstieg diskutierten wir mit Jeremy Vandehey, dem CEO von Disco, den Faktor Motivation, der absolut entscheidend ist, wenn es darum geht, Mitarbeiter längerfristig in der Firma zu halten. Dabei ist es kein Geheimnis, was Jeremy schon früh erkannte: Fehlende Wertschätzung wird oftmals als Hauptgrund genannt, warum Mitarbeiter ihre Motivation verlieren, ihre Zelte abbrechen und ihr Glück anderswo suchen.

Jeremy startete mit einer sehr persönlichen Geschichte: Aufgewachsen auf dem Land, verlor er seinen Vater früh. Sein Vater hat gab ihm jedoch eine wertvolle Lektion mit auf seinen Weg: Was auch immer du tun willst in deinem Leben, stelle sicher, dass es etwas ist, dass dich erfüllt und dir Spass macht. Diesen Grundsatz hat Jeremy seither befolgt und mit der Gründung von Disco fand er seine bisher grösste Passion, nämlich Employee Engagement.

Disco ist nicht nur der Name von Jeremys Firma, sondern auch der Brand seines Produktes. Disco ist eine Employee Engagement Engine, welche einfach in Kollaboration-Tools wie Slack oder Microsoft Teams integriert werden kann. Dabei spielt Natural Language Processing (NLP) eine entscheidende Rolle. Disco ist smart und erkennt zum Beispiel automatisch wenn sich Mitarbeiter gegenseitig via Chat loben und kann auch verstehen wofür sie gelobt werden. Disco erstellt dabei automatisch ein Recognition-Profile für die Mitarbeiter und schafft es so aufzuzeigen, wie stark die jeweiligen Firmenwerte vom Einzelnen gelebt werden.

Zusammenarbeitet bedeutet Interaktion mit seinen Kollegen. Eine positive Firmenkultur zeichnet sich dabei unter anderem dadurch aus, dass Mitarbeiter sich gegenseitig unterstützen und helfen. Genauso wichtig ist jedoch, dass man dem Helfer in der Not mit Dank und Wertschätzung begegnet. Dabei ist es wichtig, dass dieser Prozess der Recognition zeitnah geschieht. Wenn Feedback nur quartalsweise oder gar jährlich eingeholt wird, ist das für den Mitarbeiter nur bedingt motivierend, da das eingeholte Feedback in aller Regel eine Momentaufnahme wiederspiegelt, die sich primär auf die Wochen kurz vor der Feedback-Eingabe fokussiert. Denn all die unzähligen kleineren Interaktionen von vor ein paar Monaten haben wir längst vergessen. Auch wenn wir uns aller Wahrscheinlichkeit nach damals bei unserem Helfen bedankt hatten, ist die Chance gross, dass wir uns nicht mehr an alles erinnern.

Und genau dort setzt Disco an. Denn Disco vergisst nicht und zeigt mithilfe eines einfacher Punktesystems auf, wer unsere Helfer in der Not sind. Jeremy formuliert treffend: “Disco is a fun and easy way to celebrate your people and the awesome work they do – especially when they help us out.”

Es ist ein neuartiger Weg gewürdigte Leistungen aufzuzeichnen und diese transparent zu machen. Eine tolle Möglichkeit die Arbeitskultur zu fördern.

Blockchain at Berkeley

Als nächstes in unserer Homebase durften wir Kate Tomlinson begrüssen. Sie absolviert aktuell ihr MBA-Studium an der University of Berkeley, fungiert daneben als Project Lead von “Blockchain at Berkeley” und ist gleichzeitig involviert in diverse Projekte in Zusammenarbeit mit diversen Firmen. Unglaublich wie Sie es schafft diese diversen Projekte gleichzeitig zu stemmen.

Kates Leidenschaft sind Energietrends, Klimawandel und die diversen Probleme, die damit verbunden sind und uns global über die nächsten Jahre beschäftigen werden. Kate sieht diverse zukunftsträchtige Möglichkeiten in der Symbiose von Blockchain und der Probleme rund um die Energiepolitik. Die Blockchain-Technologie wird zukünftig helfen ein neues dezentralisiertes Energiesystem zu verwalten.  Sie beschreibt die Ausgangslage wie folgt: “Current Electric Vehicle credit management is costly, inaccurate, inequitable and excludes small players.”

Folgende fünf Hebel sieht Kate für die oben erwähnte Ausgangslage:

Vite Labs

Vite Labs ist ein Startup mit Sitz in San Francisco und Bejing, welches rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Gegründet 2018, konnte Vite Labs bereits in den ersten Funding-Runden 30 Millionen Kapital generieren. Luke Kim, CMO von Vite Labs, gibt uns in einem fesselnden Pitch – in typischer Silicon Valley Art – Einblick in Blockchain und Vite Labs. Spürbar seine Energie und Passion für das Startup und die Blockchain-Technologie an sich.

In einer grundlegenden Einführung über die Technolgie von Blockchain – mit Fokus auf die beiden bekanntesten Use-Cases Bitcoin und Smart Contracts – zeigt uns Luke die Möglichkeiten und Vorteile der neuartigen Technologie auf. Zudem bringt er uns näher wie die Blockchain überhaupt funktioniert – auch für Nicht-Blockchain-Kenner (wozu sich die beiden Autoren auch zählen 🙂 ) verständlich:

Vite Labs fokussiert mit Ihrer Lösung auf den öffentlichen und privaten Sektor. Sie verfügen nach einem Jahr bereits über diverse Produkte. Mit ihrem Ökosystem von diversen Blockchain-Lösungen unterstützen sie unterschiedliche Kunden.

Ein aktuelles Projekt des Startups findet in der Stadt Syracause im Staate New York statt. Eine Stadt welche durch hohe Gewalt und diverse Schiessereien unrühmliche Bekanntheit erlangt hat. Dieses Projekt beinhaltet ein Crowdfunding-System, welches die Vergabe von Krediten an die Einwohner der Stadt ermöglicht – Einwohner die oftmals über ein sehr geringes Einkommen verfügen. Mit der neuen Währung SyraCoin können die Einwohner beispielsweise Kinotickets oder Parkplätze bezahlen. Das spannende an diesem Projekt ist, dass es skaliert und auf jede beliebige Stadt adoptiert werden kann. Vite Labs diskutiert deshalb bereits mit diversen Städten entsprechende Möglichkeiten. Es wird sehr spannend sein zu beobachten wohin der Weg von Vite Labs noch führen wird.

Nachmittag und Abend

Nach der Hälfte der Study Tour stand der Nachmittag im Zeichen einer ersten Reflexion. Wir durften die vergangenen knapp drei Tage viele unterschiedliche, vielfältige und spannende Eindrücke gewinnen. Ziel des Nachmittags war es nun diese Inputs in konkrete Handlungen zu überführen. Ganz nach dem Motto: „DIOM – Do it on Monday!“. Diverse spannende Ideen  wurden diskutiert, wobei wir am Freitag-Vormittag einen spannenden Pitch eines Studienkollegen erhalten werden, dessen Idee bereits weit fortgeschritten ist. Wir sind sehr gespannt!

Am Abend hatten wir die Möglichkeit den von Pandora organisierten Anlass zum Thema „How to monetize Product Experiences” zu besuchen. Eine äusserst spannende Veranstaltung im Firmensitz von Yelp, welches uns einerseits die Wichtigkeit von der Product Experience und anderseits den Spirit des Silicon Valley nochmals näher gebracht hat. Ein würdiger Abschluss eines ausserordentlich spannenden Tages!