Gioia Gempeler, Daniel Ehrensperger und Silvan Forster berichten von Tag #3 / 8.6.2016
Am Tag 3 der HWZ Study Tour stehen drei spannende Stationen auf dem Programm.
Mercedes-Benz Research & Development
Nach den High Tech- und Start-Up-Firmen der letzten Tage ist mit Mercedes-Benz ein „Old-Tech“-Unternehmen mit langer Tradition an der Reihe. Empfangen werden wir von Marco Plewe, Manager Advanced User Experience Design. Sein Team arbeitet teilweise mit externen Software-Developern zusammen.
Der Prozess der Entwicklung neuer Lösungen sieht wie folgt aus: Research > User Stories > Design > Prototyping > Development.
Projekte, die hier entwickelt wurden, sind das S-Class Coupe Concept und F015 Luxury in Motion (Self Driving Cars). Zudem wurde das Companion App (analog Mercedes Me in Europa) hier entwickelt. Das MD R&D-Center profitieren von Silicon Valley-Kultur „Play hard, work hard“. Die Zusammenarbeit mit dem Head Quarter in Stuttgart gestaltet sich aber oft als sehr kompliziert und nervenaufreibend. Es ist zudem sehr schwierig, gute Talente zu bekommen, weil nicht gleiche Löhne bezahlt werden können, wie z.B. bei Google und Apple.
Der Speech der Mercedes-People und die Antworten auf unsere Fragen sind nicht sehr ergiebig. Die Begründung dafür ist, dass viele Infos sehr vertraulich sind, da die Innovations-Circles von Autos ca. 5 – 7 Jahre betragen und man ja nicht will, dass die Konkurrenz einen Vorsprung erlangt!!!
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Ein Insight zum Schluss: Der einzige Mercedes-Fahrer in unseren Reihen würdigt immerhin die Bemühungen des 600’000 Mann-Unternehmens mit den Disrupters Schritt zu halten. Die jungen Digital Leaders wissen wenig Erbauliches und Hoffnungsvolles über den Besuch zu berichten. Teslaaaa ruft, ganz laut!
Plug and Play – The ultimate startup platform
Nach dem Oldschool-Unternehmen geben uns Christian und Laura einen Einblick in die New School-Welt des Plug and Play Tech Centers. PayPal, Dropbox und Lending Club sind nur einige Unternehmen, die im Plug and Play Tech Center gross geworden sind. Das Center ist eine globale Innovationsplattform für Start-ups, Unternehmen und Investoren. Der Hauptsitz im Silicon Valley bietet Platz für 350 Start-ups aus den verschiedensten Branchen und Verticals. Die Auswahl der Start-ups erfolgt durch die Verantwortlichen von Plug and Play, sowie von den Partnerunternehmen und Branchenexperten. Die Plätze sind ausserordentlich beliebt, aktuell ist das Center zu 99% ausgelastet.
Vom Plug and Play Center profitieren alle Beteiligten:
  • Start-ups erhalten den benötigten Nährboden (Kapital & Know-How) für das angestrebte Wachstum, von der Geschäftsidee hin bis zum aufstrebenden Unicorn.
  • Unternehmen haben die Möglichkeit, mit Start-ups aus den für sie relevanten Märkten zusammenzuarbeiten, neue Technologien und neue Unternehmensinnovationen vorwärts zu treiben.
  • Investoren (VCs & Angels) erhalten direkten Zugang zu einer grossen Anzahl aufstrebenden Start-ups im Silicon Valley.
Die berücksichtigten Branchen und Themen sind vielfältig. Es gibt Accelerator-Programme zu den Themen: Internet of Things, Fintech, Health, New Materials & Packaging, Travel & Hospitality, Brand & Retail sowie Media & Mobile.
Besonders interessant war es zu sehen, wie in die Zusammenarbeit mit den Top-Universitäten der USA (beispielsweise MIT, Stanford, Cornell und Harvard) investiert wird und Studenten mit „Entrepreneur Spirit“ gefördert werden. Plug and Play veranstaltet hierfür Wettbewerbe, beispielsweise wird der beste Businessplan prämiert. Den Gewinnern bietet sich die Gelegenheit der Teilnahme an Startup-Camps im Plug and Play Center.
Das Center gleicht einem Bienenhaus; Sales Calls, Pitches und belebte Diskussionen. Hier einige Impressionen, was im Plug and Play Center an einem gewöhnlichen Tag so abgeht:
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Swissnex
Nach einer rund zweistündigen Fahrt  zurück nach San Francisco, führt uns unser letzter Stop zu Swissnex, wo wir gleich alle herzlich begrüsst werden. Steven J. Reading, Head of Corporate Innovation & Startup Development, zeigt uns das “Ecosystem” von Swissnex auf, deren Services sich in die Bereiche Connect, Explore, Collaborate, Transformation einteilen lassen. Hauptziel der Unternehmung ist jedoch, die Verbindung und das Netzwerk zwischen der Schweiz und Nordamerika; und natürlich die Begleitung und Unterstützung von Startups.

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Im Anschluss zeigt uns Steven einige Best Practice Beispiele. Dies sind unter anderem “BanQu” und “venmo“. Bei “BanQu” handelt es sich um eine Blockchain-basierte Identifizierungsplattform für den Finanzbereich. Während sich “venmo” um eine einfache Lösung von Zahlungsströmen im P2P-Bereich kümmert.
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Diese interessante Präsentation rundet einen wiederum spannenden und lehrreichen Tag würdig ab.
Kurz zusammengefasst: Von Old School (Mercedes) zu New School (Plug and Play Tech Center) zu True School (Swissnex). 😉
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