Unter dem Thema “Social Media Strategy and Future Trends” organisieren die Fachstelle Social Media von der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und swissnex San Francisco eine Study Tour bei der Mitarbeitenden von Schweizer Unternehmen der Einsatz von Social Media näher gebracht wird.

Die Study Tour ermöglicht exklusive Einblicke und wertvolle Kontakte in die Top-Unternehmen und Start-ups des Silicon Valley. Während dieser Woche lesen Sie hier täglich die Beiträge der auserwählten Teilnehmenden über ihre Erlebnisse im Silicon Valley und in der Bay Area.  Manuel P. Nappo

 

Der heutige Beitrag kommt von Christian Lüscher (newsnetz.ch /tagesanzeiger.ch).

Sind Sie zum Social Media Manager befördert worden, haben aber ihren Stil noch nicht gefunden? Ich habe für Sie eine Typologie zusammengestellt. Auf unserer Tour durch das Silicon Valley haben wir viele Social Media Manager kennengelernt. Das sind die fünf dominierenden Typen:

Der Planlose
Keine Strategie zu haben, ist auch eine Strategie. Keiner zelebriert das so wie der Planlose. Dieser Social Media Manager arbeitet nach dem Prinzip “Trial and Error”. Er probiert alles aus, bis er den gewünschten Effekt gefunden hat. Das Risiko von Fehlschlägen wird bewusst in Kauf genommen. Diese Arbeitsmethode hat der Planlose von der Startup-Szene abgeschaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man ist nicht mit der angezogenen Handbremse unterwegs. Durch die Experimentierlust haben viele Ideen eine Chance. Und: Durch die progressive Haltung wächst der Erfahrungsschatz enorm. Nachteil dieser Arbeitsweise: Chaos und viele inhaltliche Konflikte innerhalb der Organisation.

Der Trendsetter
Diese Gruppe von Social Media Managern ist mehrheitlich weiblich. Sie reden viel – online wie offline. Und das ist ihre bewährte Strategie. Via Twitter haben sie schon mehr als 7000 Tweets abgesetzt und haben eine Gefolgschaft von ebenso vielen Followern. Interaktion wird rund um die Uhr gepflegt. Selbst nachts in einer Bar. Der Trendsetter hat eine bevorzugte Taktik: 80 Prozent der Zeit investiert er in 20 Prozent der User – die sogenannten Influencer. Denn der Trendsetter kennt den Machthebel der Viralität wie kein zweiter.

Der Nerd
Im Gespräch wird schnell klar, dass der Nerd sehr gut informiert ist. Er liest alle Studien zu Social Media und richtet die Aktivitäten in Social Networks nach diesen Erkenntnissen aus. Daher ist das Kreativitätspotential des Nerds sehr gering. Die Spontanität ist auf Sparflamme. Die grosse Stärke des Nerds ist allerdings sein Organisationstalent: Die Social Media Aktivitäten sind bis ins letzte Detail auf einem Redaktionsplan festgehalten. Sein Team ist virtuell effizient vernetzt und alle Tricks und Tools sind in Form von Checklisten vorhanden. Dieser Typ Manager trägt auffallend oft Hornbrille.

Der Traditionalist
Vertreter dieser Gruppe glauben an die Lehre der traditionellen Medien. Es zählt nichts als die Reichweite eines Produktes. Die Formel ist einfach: Je grösser die Community, desto grösser die Aufmerksamkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, ist dieser Manager immer online. Sie twittern sogar unter der Dusche. Aber nicht um mit anderen Usern zu interagieren, sondern sie pushen möglichst viele relevante Informationen in die weite Welt der Social Networks. Intern werden sie an der Zuwachsrate der Community gemessen. Interaktion ist daher sekundär. Es geht in erster Linie darum, die Community mit aussergewöhnlichen Inhalten bei Laune zu halten. Dieser Typ Manager ist Kandidat für ein Burnout.

Der Statistiker
Ohne Zahlen geht gar nichts. Dieser Managertyp analysiert alles mit Hilfe von Exceltabellen. Alle Aktivitäten sind abgestimmt und basieren auf statistischen Erkenntnissen. So kann er genau sagen, was er via Facebook und Twitter wann und an wen verkaufen konnte. Der Statistiker ist eine ausgeglichene Persönlichkeit. Warum? Er ist so gut wie nie unter Stress, denn er weiss, wann er was, wie und wo posten muss. So terminiert er sämtliche wichtigen Postings abends um 20 Uhr, weil der durchschnittliche User nach dem Abendessen sein Facebookprofil checkt.