Der erste Tag war eine erfrischende Begegnung mit Einheimischen, Fachexperten und ausgewanderten Schweizern, die dem Ruf des Silicon Valleys gefolgt sind. Aus den verschiedenen professionellen Referaten berichten Ogi und Marcel² mit den wichtigsten Takeaways.

Christian Simm, CEO und Founder von Swissnex San Francisco

  • Swissnex unterstützt Firmen, Startups und Universitäten mit Know-how und einem guten Netzwerk vor Ort
  • Die Bay Area ist ein hochinteressantes selbstfunktionierendes Ökosystem – aber kein Paradies
  • Europa hat ebenso gute Technologie, doch die Amerikaner machen besseres Marketing
  • Europäer fragen „Why?“ – hier heisst es „Why not?“

Chuck Darrah, Professor für Anthropologie an der San Jose State University

  • Die ganze Bay Area ist „Part of the Game“ – Silicon Valley ist und bleibt aber ein wichtiger Bestandteil
  • Der Job ist bei Silicon Valley Angestellten der Lebensmittelpunkt
  • Die Firmen engagieren immer mehr sehr junges und gut ausgebildetes Personal, welches vermehrt in der Stadt San Francisco wohnen will. Die Immobilienpreise steigen unaufhörlich, wodurch Einheimische aus der Stadt vertrieben werden
  • Die Bay Area weist eine überdurchschnittlich hohe Quote an Scheidungen, Burn-outs und Depressionen aus

 

Stephanie Nägeli, Digital Marketing Innovation Manager bei Nestlé

  • Als Global Player in der Lebensmittelbranche entschied sich Nestlé nach einer digitalen Attacke mit grossem Imageverlust (KitKat Case) sich zum führenden FMCG-Player im Social Media Bereich zu entwickeln
  • Die Strategie stützt sich dabei auf die folgenden drei Hauptpfeiler: Mitarbeiter informieren und ausbilden (int. DAT5 Team); externes Scouting und Innovationen verfolgen; Kollaborationen und Zusammenarbeit mit externen Partnern
  • Nestlé hat sich zum Ziel gesetzt in drei Disziplinen speziell zu reüssieren:

 

Edouard Lambelet, CEO und Cofounder von paper.li

  • Paper.li kuratiert und filtert Nachrichten aus den sozialen Netzwerken und bereitet sie personalisiert für den User auf (They guide us thru the „noise“)
  • Bei der heutigen Informationsüberflutung ist der effiziente und personalisierte Filter entscheidend
  • Paper.li will dem User den Informationskonsum erleichtern (Content discovery vs Search)
  • Content ist das Blut der digitalen Präsenz
  • Es wird sich weisen, ob Paper.li den Turnaround mit dem Umzug nach San Francisco, neuem Layout und modifiziertem Bezahlmodell schafft

 

Company Visit: Capital One 360

  • Das Geschäftsmodell von Capital One 360 kombiniert die Bankfiliale mit dem Coffee-Shop
  • Die Filiale ist sowohl Marketinginstrument, Meeting-/Workingplace und Touchpoint mit bestehenden und potentiellen Bankkunden
  • Das Beispiel zeigt, wie innerhalb einer traditionellen und unspektakulären Branche auf innovative Art und Weise neue Kundenkontakte entstehen können

Fazit
Es ist nicht alles Gold was glänzt. Silicon Valley ist nicht nur „Yeah, Awesome und Amazing“ und schon gar kein Paradies. Neun von zehn Startups scheitern. Es herrscht grosser Druck und ein immenser Verdrängungskampf (jünger, besser, schneller…). Doch das Ökosystem reguliert sich von selbst und die gefallenen Blätter des Misserfolges bilden den Nährboden für neue Ideen und Innovationen.