Aus dem Unterricht des CAS Digital Masterclass mit Manuel Nappo berichtet Katrin Kuhlee

Der zweite Tag unserer Study Tour nach Tel Aviv beginnt für mich sehr entspannt mit einem Frühstück auf dem Carmel Market. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter.Carmel Market Tel Aviv

Generelle Informationen

Israel hat nach dem Silicon Valley weltweit die grösste Dichte an Startup’s. Gemäß verschiedenster Reports wird Israel weltweit, was Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit betrifft, ganz vorn eingestuft. Dabei besticht Israel besonders und durch die hervorragende Vielfalt an Innovationen wie Agritech, Big Data, Künstliche Intelligenz KI, Mobile Tech, Digital Health, Fintech, Internet of Things IoT, Wasser & Energie, Cyber Security u.v.m. Das GDP beträgt 2017 USD 350mrd, bei einem Wachstum von 3,3%. Jährlich gehen 1’000 Startup’s an den Start, das heisst alle 8 Stunden eines. Mehr als 300 weltweit führende Unternehmen haben sich in den letzten Jahren in Israel niedergelassen, so auch Facebook, Google, Amazon, um nur einige zu nennen. Daneben gibt es mehr als 300 innovative Forschungs- und  Entwicklungszentren R&D aus mehr als 21 Ländern, die zusammen arbeiten. Israelische, gelistete Unternehmen stehen nach den USA und China an dritter Stelle an der NASDAQ. Beispiele für kürzliche M&A’s sind:

  • Intel: Mobileye USD 15,3mrd, autonomes Fahren
  • Rakuten: Viber USD 900mio, VoIP Internet Telefonie
  • Oracle: Ravello System USD 500mio, Enterprise Lösungen

Die Frage, warum dies so ist, wird uns immer wieder in ähnlicher Form beantwortet. Erfolgsfaktoren sind Immigration & Entrepreneurship sowie hervorragende technische Ausbildung im Militär. Es besteht direkt nach der Schule eine 4-jährige Wehrpflicht für Jungen und Mädchen. Priorisation der Regierung, der verschiedensten Ministerien, The YOZMA Group, die jüdische Gemeinschaft und Kultur sowie das Zauberwort «Purpose» werden als weitere Säulen des Erfolgs genannt. Die politische Isolation von den Nachbarstaaten und der damit verbundene Überlebenswille tragen ebenfalls dazu bei. Diese Antworten ziehen sich wie ein roter Faden durch alle unsere Startup Besuche.

Woher kommt das «Venture Capital»? 2016 wurden in Israel USD 4,5mrd Investments getätigt, bei einer Bevölkerungszahl von 8,2mio sind dies USD 548 pro Person! 85% dieses Kapitals kommen aus dem Ausland, meistens aus den USA und Europa. Ein verschwindend geringer Teil wird auch aus Asien, meist China beigesteuert. 15-20% inländischer Investoren bringen neben Kapital sehr viel Wissen mit. Sie haben oft selbst als Startup begonnen. Ein Beispiel hierfür ist Mobileye. Man erklärt uns, dass  ein unglaublich hohes Vertrauen in Israel besteht. Das Land wird als «Insel der Stabilität» angesehen, selbst wenn es Krieg gäbe.

Unser zweiter Tag der Study Tour

 1.     9.30 Uhr, « START-UP NATION CENTRAL »

Ankunft in der Lobby bei Start-up Nation CentralVon Ben Yaron herzlich empfangen, gibt er uns einen tiefen Einblick in die israelische Startup Innovations Kultur.

«Start-up Nation Central» versteht sich als weltweite Brücke zwischen den unzähligen Startup’s im Land sowie ausländischen Unternehmen, Regierungen, NGO’s. Drei Startup’s gehen täglich an den Start. Aber auch Scheitern gehört zum Business. Es wird nicht verurteilt, sondern führt dazu, dass immer neue Ideen entwickelt und verbessert werden. Die Konkurrenz ist riesig und sie belebt das Geschäft.

Die Organisation wurde 2012 von der Paul Singer Fondation als non-profit Unternehmen  gegründet und wird durch Elliott Management Corporation, ein in den USA ansässiges Investment Unternehmen, finanziert. Gründungsvorlage bildet das Buch « Startup Nation – The Story of Israel’s Economic Miracle » von Dan Senor und Saul Singer.

Die Gründer haben sich zum Ziel gemacht, einen Überblick über das Startup Ökosystem in Israel zu geben. Gleichzeitig möchten sie weltweiter Partner für israelische Innovation sein. Der Start up Nation Finder ist eine kostenlose Online Plattform, um tausende relevante Innovatoren zu entdecken und weltweit miteinander in Kontakt zu bringen. Seine Aktualität und der leichte Zugang machen die Suche zum Erlebnis.

Interessierte Unternehmen bewerben sich um einen Besuch der für sie relevanten Startup‘s. Die Türen sind grundsätzlich für jedermann offen. Nach internen Kriterien werden diese Bewerbungen beurteilt und der massgeschneiderte Service von Unternehmensbesuchen wird jeweils auf die ganz speziellen Unternehmensbedürfnisse zugeschnitten. Für die professionelle Organisation der Unternehmensbesuche werden 2-3 Monate benötigt. Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind AXA, White Melon und Capital One.

«Start-up Nation Central» baut dabei auf 3 Säulen:

  • Daten und Wissen
  • 5 Innovations Felder – Fintech, Digital Health, Cyber Security, Industrie 4.0, Agritech
  • Kerngeschäft: « How to connect the world », mit dem Ziel, das israelische Ökosystems zu fördern, ausländische Gesellschaften mit israelischer Technologie in Kontakt zu bringen.

Sehr beeindruckend! Offene Unternehmenskultur und Kommunikation. Daten, Wissen und Beziehungen als Schlüssel für den Erfolg?

2.      11.00 Uhr  «Gefen Technologies»

«Distribution of content and closing the circle of data, bring your distribution into the digital game»

Das Startup wurde 2014 mit 14 Leuten aus den verschiedensten Bereichen wie Finanz – und Versicherungsindustrie sowie Technologie gegründet. Geballtes Wissen trifft hier auf Ideen und innovativen Willen. Interessant auch ihr Logo:

Logo Gefen Technologies

Die Trauben stehen für Israel, als biblische Frucht, nicht strukturiert, keine gleicht der anderen, die Trauben lassen sich auseinandernehmen und verteilen –  das alles sieht man hier in israelischer Innovation.

Eyal Ben Ari, der General Manager, erzählt uns zuerst von seinen Erfahrungen mit unzähligen automatisierten e-Mails, die eine Reaktion bzw. Rückantwort einfordern. Kein Mensch mag sie beantworten. Er erhielt zwei Mails von einem Geschäftsmann in Kambodscha. Weil diese eben persönlich geschrieben und sehr nett formuliert waren, hat er am Ende doch reagiert. Persönliche Kommunikation ist ausschlaggebend. 90% der Leute bevorzugt die Suche nach der richtigen Versicherung momentan im Internet. Den richtigen Berater zu finden, deklarieren die meisten als sehr schwierig. Die Berater, Makler, Vertreter Rolle verändert sich mit der Digitalisierung.

Aus den o.g. Herausforderungen ist Gefen’s Mission entstanden, Netzwerk Technologie zu entwickeln. Gefen setzt auf digitale Technologie unabhängig von Geschäftstyp oder dessen Grösse. Technologie als Maschine für Wachstum, als Gebrauchsgegenstand. Das Startup bietet ein Vehikel, welches Unternehmen digital mittels mittels Vertreter, Makler, Berater Netzwerken transformiert. Gefen’s «Through Channel Marketing Plattform SaaS» ermächtigt Unternehmen digital und macht ihr Verteilernetztwerk für das Marketing 300% effektiver. Dies gelingt durch:

  • Etablierung digitaler Präsenz für das gesamte Netzwerk mit unbegrenzter Skala
  • Konstanten Push von unternehmerisch genehmigten Inhalten auf die Platform jedes Beraters, Vertreters, Maklers für „Omni-Channel-Sharing“ mit  Kunden und Prospekt‘s
  • Erhalt von Real-Time Daten durch alle Schichten des Verteilernetzwerkes

Novia’s Service heisst das Produkt. Es erlaubt Inhalte personalisiert und individuell an Interessenten zu versenden. Über eine zentrale Plattform ist es möglich, alles über x Kanäle zu verteilen. Kampagnen werden über Segmentierung kontrolliert und direkt publiziert. Wenn der jeweilige Kontakt/ Kunde online ist, kann der Berater direkt mit ihm in Kontakt treten. Es gibt ein Dashboard mit Konversationen, E-Mail und SMS Kampagnen, Ratings, Reports, Kontakten, etc. Man sieht alle verfügbaren Agenturen, Makler, Berater, Vertreter auf einer Karte, online mit einem grünen, offline mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Alles ist sehr transparent und einfach zu nutzen. Private Daten liegen auf eigenen Servern der jeweiligen Unternehmen. Die Implementierung eines solchen Netzwerkes für beispielsweise 10‘000 Berater dauert drei Monate. Eine 30-minütige Demoversion ist auf der Internetseite einfach abrufbar.

Beindruckend, schnell, persönlich – eine kleine Revolution im Agenturgeschäft oder noch viel breiter anwendbar?

12.15 Uhr Lunch mit einer Delegation von  «Digital Switzerland»

Lunch mit Digital SwitzerlandZur gleichen Zeit wie wir, ist auch «Digital Switzerland» mit einer Delegation von 10 Personen aus Wirtschaft, Startup’s und Politik in Israel unterwegs. Der gemeinsame Lunch gibt uns Gelegenheit für einen interessanten Erfahrungsaustausch über bereits Erlebtes und natürlich zum Knüpfen neuer Kontakte. Die Zeit fliegt davon und leider werden wir bereits 13.30 Uhr von unserem Bus abgeholt, der uns zu unserem nächsten Highlight bringt.

3.     14.00 Uhr «D-ID»

Ein Wohnquartier in Tel Aviv. Weit weg von den schicken Quartieren glitzernder Hochhausgiganten. Wohnzimmeratmosphäre beim Betreten der Wohnung. Kleines Zimmer für die Präsentation. Stickige Luft. Volle Mägen. Weiter geht’s.

Das Startup D-ID hat sich im Januar 2017 aus einer Runde von IT-Experten gegründet. Gil Perry, Co-Founder und CEO nimmt uns mit auf seine Reise durch den Schutz der automatisierten Gesichtserkennung durch Technologie. Als erstes erhalten wir Webcam Cover zum Schutz unserer Privatsphäre. Ups!

Die meisten der 24 hier inzwischen arbeitenden Leute waren in Eliteprogrammen wie EISP 8200 oder Y Combinator, sind Menschen mit Computer Visionen und sind Computer- und Datenschutz Experten. Ihre Vision: Privatsphäre für alle! Eine Kapitalaufstockung von USD 9,37mio soll das Startup mit dem Ziel des « Exits », Verkaufs zum fliegen bringen. Investoren sind u.a. Pitango VC, Y Combinator, Foundation Capital, Hyundai Ventures, Maverick Capital u.v.m. Weitere Zuschüsse erhalten sie von Horizon und IIA.

Unsere persönliche Identität ist schon lange nicht mehr sicher. Kameras, Fotos, Videos überall. Gesichtserkennungstechnologien boomen auf dem Markt. Die Menschen haben täglich mehr Angst, Ihre Identität und Privatsphäre zu verlieren. Regulatoren wie GDPR, PIPA, COPPA gibt es bereits. Die US-Staaten Illinois, Texas und Californien leiten Anstrengungen zum Schutz der Privatsphäre. Problem und Handlungsnotwendigkeit sind erkannt. Große Unternehmen und Anbieter wie Microsoft, Facebook oder Amazon begrüßen solche Regulationen und genau an diesem Punkt setzt D-ID an.

D-ID entwickelt mittels AI das gleiche Foto, Video ohne Gesichterkennungsmerkmale und geht in einer 2. Phase sogar soweit, durch Deep ID die Identität komplett zu entfernen. Es werden nur noch Schlüsselattribute beibehalten. One way natürlich.Präsentation bei Startup D-IDWird das die Lösung zur Sicherstellung von Privatsphäre und Rechtmässigkeit im Netz?Werden Device Hersteller, Cloud und Security Anbieter sowie soziale Netzwerke diese Technologie verwenden?

Es ist ein bewegender Einstieg in den Nachmittag. Wenig Zeit für Fragen, denn weiter fahren wir mit dem Bus in den Norden der Stadt zur Universität Tel Aviv.

Trotz Verspätung schnell noch einen Kaffee to go.

4.     16.00 Uhr « Gvahim »

Ein energetischer Empfang von Revital Rauchwerger, Direktorin, GEC – Gvahim Entrepreneurship Center. Die grossen Fragen die dort bewegen; was passiert in Tel Aviv und was ist drin für dich?

« Gvahim » bedeutet Heights, Höhepunkt und ist eine auf Immigranten spezialisierte NGO, die sich komplett aus Spenden finanziert. Sie wurde 2006 durch die Rashi Fondation gegründet. Ein schönes Zitat von Shimon Peres zur Auftaktveranstaltung am 11. May 2009 – « There is a border a long the length and a border a long the width, but there is no border in terms of heights « .

Ziel von Gvahim ist es, Immigranten zu aktiven Mitgliedern der israelischen Gesellschaft zu machen und deren soziale und berufliche Erwartungen zu realisieren. Dies passiert über verschiedene Programme innerhalb von Gvahim:

  • 2006 Start mit dem Career Programm
  • Seit 2011 TheHive,  Accelerator Programm für high-tech Entrepreneurs
  • Seit 2016 Olim medical & thenest, Programme für Mediziner und SMB’s
  • Seit 2017 TechHeights, Programm für Software Ingenieure
  • Seit 2019 Aliyah Prep, Webbinare für den Arbeitsmarkt

Die Organisation verfügt in der Zwischenzeit über eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die sich wie folgt zeigt:

  • Vertreter aus 60 verschiedenen Nationen
  • 700 Mentoren
  • 3’000 Studenten
  • 1’000 Partner Firmen,
  • 91% Erfolgsquote im Career Programm
  • 250 neue Jobs kreiert durch Startup’s
  • USD 20mio durch TheHive Startups bereitgestellt
  • 75% der TheHive Startups sind aktuell aktiv

Dabei stellt Gvahim Tools, Wissen und Kontakte zur Verfügung, um Arbeit zu finden oder ein eigenes Business aufzubauen. Im Focus stehen bereits vorhandene Erfahrungen und Qualifikationen, von denen die Immigranten selbst profitieren aber auch die israelische Gesellschaft. Revital zeigt uns stolz, emotional und energiegeladen unzählige Beispiele und Zahlen für in Israel entwickelte Technologien wie den USB Stick, WAZE, Gesichtserkennung, grosse Unternehmen, die sich niedergelassen haben. Seit der Gründung wurden mehr als 3’000 Immigranten ausgebildet und integriert.

Am Ende ihres Vortrages hatten wir noch das Vergnügen, die Accelerator Pitches von zwei prämierten Startup’s aus TheHive #9,  zu erleben. Truvi vorgestellt von Dr. Nir Tenenbaum, CEO. Und HeroKi, vorgestellt von Alon Magal Co-Founder und CEO. Er hat aufgrund seiner eigenen Nierentransplantation einen speziellen Nierengürtel entwickelt, der es ihm erlaubt, den Alltag wieder ganz normal zu bestreiten. Eine beeindruckende Geschichte hinter einem Produkt, was demnächst auf dem Markt erhältlich sein soll.

Zum Abschluss der Startup Tour noch ein Video von Sodastream, welches sehr schön israelische Innovation und Spirit sowie Vielseitigkeit illustriert.

Doch halt! Wir sind noch nicht fertig. Es fehlt noch der der letzte Termin in Tel Aviv. Wieder mit Verspätung bringt uns der Bus zu ihm:

18.00 Uhr – Schweizer Botschafter, Herr Jean-Daniel Ruch

Zu unserer Freude werden wir in einer exotischen Oase der Ruhe, in seinem Garten mit einem Glas Wein empfangen. Ankommen, durchatmen, begrüssen. Zwei Katzen schwänzeln durch den Garten. Ein sehr schöner Empfang.

Empfang beim Schweizer Botschafter

In seinem Wohnzimmer präsentiert er uns dann auf unseren Wunsch geopolitische Gegebenheiten Israels. Hier nur der Versuch einer kurzen Zusammenfassung.

Die grossen Herausforderungen in Israel sind:

  • Der regionale Landschaftsraum
    • Konflikte zwischen der Nordfront – Iran, Irak, Syrien, Libanon und der s.g. Südfront – Ägypten, Jordanien, Saudi Arabien und Israel, die eine „Allianz“ gebildet haben.
    • Ausserdem spielt der aktive Konflikt in Syrien und dem Yemen eine Rolle.
    • Nicht zu unterschätzen ist die verbale Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die eine Kriegsgefahr darstellt.
    • Ein weiteres Problem ist Gaza unter der Herrschaft der Hamaz, die mit dem Iran zusammenarbeitet. Die Leute aus Gaza dürfen beispielsweise weder aus dem Land ausreisen, noch mit Isrealis zusammenarbeiten.
  • Der israelisch-palästinenschische Konflikt
    • The deal of the Century, von Trump deklariert, sollte eine Lösung für 6,5mio Juden und 6,5mio Araber bringen, Israel soll auf Ostjerusalem verzichten und die Palästinenser auf ihr von der UNO gesetztes Rückkehrrecht. Dieser Deal wird im Zuge der Neuwahlen in Israel und der Wahlen in den USA im nächsten Jahr wohl nicht zustande kommen.
    • Schlüsselprobleme sind die Sicherheit, Grenzen und Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten.
    • 78% des Judenstaates werden durch Israel, 18% durch Palästina in der Westbank inkl. Ostjerusalem kontrolliert.
    • Hauptfragen bleiben die 400‘000 jüdischen Siedler in der Westbank, 200’000 in Ostjerusalem, was 40% der Gesamtbevölkerung Palästinas ausmacht. Und was soll mit Gaza passieren?
  • Sozio-ökonomische Herausforderungen
    • 17,7% der Israelis leben unter der Armutsgrenze. Die Armut selbst ist regional sehr unterschiedlich verteilt; in Jerusalem sind 40%, in Ostjerusalem sogar 70% der Bevölkerung davon betroffen.
    • Auch in Israel selbst brodelt ein Konflikt zwischen den Ultra-Orthodoxen Juden und den Juden. Die Ultra-Orthodoxe Bevölkerung wächst am schnellsten. 6-8 Kinder sind keine Seltenheit. Sie haben riesige Macht, sind die „Königsmacher“, besitzen eine starke Lobby in den USA, leben aber von Subventionen des Staates.
    • Die arabische Bevölkerung lebt in großer Armut. Palästina ist nicht in die Wirtschaft integriert.

Was macht die Schweiz?

Durch eine intensive Aussenpolitik wird Schweizer Know-How bezgl. Wirtschaft, Finanzen, Ausbildung in das Land gebracht. Die Schweizer Botschaft fungiert als Vermittler zwischen den Ländern. Es wird versucht, der Arbeits- und Perspektivelosigkeit in Palästina entgegenzuwirken. Beispielsweise probiert man die Einführung des schweizer Lehrlingssystems besonders für die heranwachsende junge Bevölkerung Palästina‘s.

Gerne möchte er Startup’s auch in die Schweiz bringen. Die Kultur von Israel ist bereits eng mit der Schweizer Kultur verbunden. Die Schweiz engagiert sich in der Kultursaison in Tel Aviv, z.B. bei White Nights. Der alle 2 Monate stattfindende Swisstalk mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik hat sich etabliert. Außerdem zeigt uns Herr Ruch ein Foto von Theodor Herzl wie er über Basel schaut und sagt: “In Basel habe ich den Staat Israel gegründet”. Seine Vision für Israel – offen, dynamisch und modern.

Die Schweiz gilt in Israel als stabil aber eben auch langweilig mit seinen Uhren, der Schokolade und den schönen Bergen. Die Innovationskraft der Schweiz wird im Ausland nicht wahrgenommen. Er bedauert, dass Zürich kein “Ecosystem of Innovation” hat. Herr Ruch bringt das Beispiel Berlin, wo es von der deutschen Regierung ein Programm zur Förderung von  Starup’s gibt. Aus diesem Grund ist er dabei, sein Rooftop in einen Innovation Hub umzubauen. Damit möchte der Botschafter die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen israelischen und schweizer Startup‘s fördern und sie zusammenbringen. Ein toller Schritt in die richtige Richtung, wie ich finde und wir wünschen viel Erfolg dabei.

Was kann die Schweiz lernen?

Herr Ruch ist klar der Meinung, dass uns Risikobereitschaft fehlt. Scheitern ist in Israel kein Problem. Und wir sollten einfach mal versuchen…

Wir schliessen den 2. Tag unserer Study Tour mit einem wunderbaren Abendessen und einigen Gläsern Wein, bei angeregten Gesprächen und Diskussionen in einer lauwarmen Sommernacht ab. Es ist und bleibt spannend und beeindruckend.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, Organisatoren, Startup‘s und Herrn Ruch für diesen gelungenen Tag und die Inspiration, die wir mitnehmen dürfen.