Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Lucia Yapi und Roman Maeschi berichtet René Binder:

Bei den Suchmaschinenoptimierungen (SEO) zielen die Massnahmen darauf ab, in unbezahlten Suchergebnissen die eigene Website möglichst nahe zum ersten Treffer zu bringen. Der Grund hierbei liegt darin, dass über 80% der Nutzer auf dem Desktop nur die erste Seite des Suchergebnisses beachten. Viel prominenten Platz auf der Suchtrefferliste beanspruchen die Suchmaschinen selber für bezahlte Anzeigen (z.B. Google AdWords) oberhalb und rechts der organischen Suchtreffer.

Die Klickraten der mobilen Suche unterscheiden sich stark von jenen der Desktop-Suche. Bereits auf der zweiten mobilen Trefferliste fällt die Klickrate auf unter 10%.

Chart

Quelle: http://www.seoclarity.net/mobile-desktop-ctr-study-11302/

Nur alleine in den Suchmaschinen gefunden zu werden, führt selber noch zu keiner Conversion. Die Suchmaschinenoptierung ist dabei nur ein Baustein des Suchmaschinenmarketings und sollte integriert betrachtet werden. Online-Käufer suchen fast 10 Mal, bevor vor sie etwas kaufen. Daher ist es wichtig, dass der Besucher seine Informationen auch auf der Website gut findet.

SEO Challenge

Damit die eigene Website von Google und Co. gut gefunden wird, muss die Website erst Mal gefunden werden, vom Crawler gelesen und identifiziert werden. Danach ist es entscheidend, dass die Website den richtigen Suchbegriffen zugeordnet und qualitativ besser als andere Websites bewertet wird.

Wie macht man nun die eigene Website fit für Suchmaschinen? Als erstes sind die Keywords zu finden, zu welchen man gefunden werden soll. Anhand diesen ist die Informationsarchitektur zu gestalten und der Inhalt der Webseiten zu schreiben. Dabei ist es von Bedeutung, dass die Sprache der Besucher gefunden wird. Dies sind jedoch Massnahmen, welche für eine gute Marketing-Website sowieso gemacht werden müssen. Bei der Programmierung der Website gibt’s dann einige suchmaschinengerechte Notationen zu berücksichtigen. Für die Relevanz in Suchtrefferlisten werden die internen Links und Links von Drittwebsites auf die eigene Website herangezogen.

Keyword Trends

Suchmaschinenoptimierung ist keine einmalige Aktion sondern eine laufende Massnahme. Da sich die Suchbegriffe der Benutzer ändern und auch Mitbewerber ihre Websites stetig optimieren, ist die Position in der Trefferliste nicht gesichert und muss gepflegt sein. So sind für Suchbegriffe saisonale Schwankungen, neue Formulierungen und regionale Unterschiede (z.B. “Ferien” in der Schweiz und “Urlaub” in Deutschland) zu berücksichtigen.

Google bietet mit Google Trends ein kostenloses Tool an, mit welchem Suchbegriff-Ideen zu aktuellen Trends gefunden werden können. Dabei können auch verschiedene Regionen miteinander verglichen werden.

Mobilefreundliche Websites

Mit den mobilen Geräten verschärft sich der Kampf um die Top-Plätze gegenüber der klassischen Desktop-Suche noch weiter. Durch die kleineren Screens können noch weniger Suchtreffer im sichtbaren Bereich angezeigt werden. Daher ist es auf dem Mobile umso wichtiger auf der ersten Seite gelistet zu werden.

iPhone

Möchte man auf mobilen Suchseiten gut positioniert sein, ist für ein gutes Ranking auch eine mobilefreundliche Website ein Vorteil. Zusätzlich bringen mobileoptimierte Websites Kunden mit höherer Conversion. Eine gute Mobile-Websites sollte folgende Punkte erfüllen:

  • Verzicht auf Flash-basierte Inhalte
  • Festgelegter Anzeigebereich, der sich an die Bildschirmgrösse des Geräts anpasst
  • Inhaltsfluss im Darstellungsbereich, damit Nutzer nicht scrollen oder zoomen müssen, um die gesamte Seite zu sehen
  • Schriftarten, die das Lesen auf kleinen Bildschirmen erleichtern
  • Einfach anzutippende Elemente, z. B. nicht zu nah liegende Schaltflächen
  • Nicht zu kleine Schriftgrössen
  • Design mit einer Technologie, die für Mobilgeräte optimiert ist

Die Google Suche markiert neu mobile-optimierte Websites in der Trefferliste als ‹mobile-friendly›.

blog-mobile-friendly

Wie ihre Website die Kriterien von Google erfüllt, kann im Google Webmaster Tool überprüft werden. Mit dem Tool können noch viele zusätzliche Optimierungsinformationen gefunden werden.

Programmierung

Responsive Design ist die von Google bevorzugte Konfiguration einer Website, da die Inhalte nur unter einer URL verfügbar sind und sich den unterschiedlichen Screens mittels Breakpoints anpasst. Dynamic Serving der Website liefert die Website anhand des Geräts unterschiedlichen Code aus. Diese Variante bedingt in der Pflege mehr Aufwand (Pflege Devices) und es besteht Gefahr, dass für den Crawler nicht alle Inhalt zugänglich ist. Am wenigsten empfohlen wird von Google eine adaptive Website für mobile Geräte, da der Inhalt unter zwei Domains verfügbar ist (z.B. www.site.com und m.site.com), was zu doppelten Content und nicht eindeutigen Links von Extern führt.

Die Massnahmen für die Desktop-Websites wie XML-Sitemap, Robots.txt, Meta-Description und HTML-Title gelten unbedingt auch für mobile Websites. Meta-Keywords werden von Google schon länger nicht mehr berücksichtigt, daher kann man sich diesen Aufwand sich ersparen.

Die Mobiletauglichkeit einer Website kann mit dem W3C mobileOK Checker und dem MobiReady Checker einfach überprüft werden.

Backlinking

Eine gute Relevanz in den Trefferlisten kann mit qualitativen Links von Dritt-Websites erreicht werden. Backlinks von sozial sichtbaren und vertrauenswürdigen Websites, mit engem thematischem Bezug, führen zu einer besseren Relevanz. Ein konstitutives Anwachsen von Backlinks und möglichst verschiedene Quellen werden von den Suchmaschinen geschätzt. Schlecht hingegen sind eingekaufte Backlinks oder viele Links nur von einer Seite.

Nützliche Links

Beachten Sie, dass Ihre Website nicht für die Suchmaschine optimiert werden muss, sondern für Ihre Benutzer. Macht man dies konsequent, wird Google dies auch mit einer guten Position belohnen.