Vom fünften und letzten Tag der Silicon Valley Immersion Tour – im Rahmen des CAS Digital Leadership – berichten Jaqueline Fischer und Gert Schröder:

Ein halbes Jahrhundert nach dem legendären Sommer der Liebe tobt in San Francisco ein erbarmungsloser Krieg. Wo früher die freie Liebe praktiziert und ungehemmter Drogenkonsum manifestiert wurden, wird heute um die besten Leute der IT-Branche gekämpft.

Salesforce who?

Hätten Sie’s gewusst? Das Unternehmen Salesforce gibt’s zwar schon seit 1997, die Marke ist aber noch immer weitgehend unbekannt. Das hat den weltgrössten CRM-Softwareentwickler wohl so sehr gestört, dass er sich mal eben selbst ein unübersehbares Denkmal gesetzt hat.

Der «Salesforce Tower» ist nicht nur das grösste Gebäude in San Francisco, es ist das grösste an der ganzen US-Westküste. Darauf sind unsere beiden Hosts Annie und Kevin so stolz, dass sie richtig ins Schwärmen geraten: über die baulichen Errungenschaften der umweltschonenden Konstruktion, über die Freizeitpark-artige Innendekoration mit Naturbepflanzung, über die (natürlich kostenlosen) Versorgungsinseln im ganzen Gebäude, die Mindfull-Zonen, in denen die hart-geforderten Mitarbeiter abschalten und meditieren können und natürlich über die Ohana-Zone (hawaiianisch für Familie) in der 27. Etage, wo sich Mitarbeiter, Partner und Kunden, die Salesforce-Familie eben, treffen.

Ein Blick aus den Fenstern der Westseite des Towers auf den entstehenden «Salesforce Park» macht dann klar, hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Das gilt auch für die Business-Perspektive: die meisten der Fortune 500 Unternehmen arbeiten mit der «Customer Success Platform», der technologischen Basis für alle Salesforce Lösungen, und mit IT-Giganten wie IBM Watson wird eifrig kollaboriert.

Im Kampf um die besten Talente

Aber Salesforce manifestiert sich nicht nur mit grossen Bauten und guter Verpflegung. Jeweils im Herbst pilgern die Salesforce-Jünger der ganzen Welt zur «Dreamforce» nach San Francisco, um sich und ihre Errungenschaften im dortigen Baseball-Stadion abzufeiern – für Unterhaltung sorgen ganz nebenbei Weltstars wie Alicia Keys und Lenny Kravitz. Alles nur Show? Nicht ganz. Im erbitterten «War for Talents» buhlt der grösste private Arbeitgeber von San Francisco um die Gunst der besten IT-Talente. Und das muss er auch, denn die Konkurrenz unter den IT-Arbeitgebern ist gross und gerade mal 1% der Bewerber werden den hohen Anforderungen von Salesforce gerecht.​​​

Doing well and doing good

Salesforce sieht sich als Enabler dieser industriellen Revolution und bietet verschiedene Services, beispielsweise für IOT,  um verschiedene Dinge mit dem Internet zu verbinden. Damit schliesst der CRM-Gigant die Lücke zwischen Firmen und Kunden.
Mit ihrer 1-1-1-Strategie ist Salesforce aber auch darauf bedacht, nicht nur gut zu arbeiten und viel zu verdienen, sondern etwas zurückzugeben: 1% der Zeit der Mitarbeiter verwenden sie darum für Volunteering, 1% des Equity wird für gemeinnützige Aufgaben und 1% der Produkte wird für Non-profit- und Education-Massnahmen eingesetzt. Die Werte von Salesforce sind Vertrauen, Wachstum, Innovation und Gleichberechtigung. Diese werden über verschiedene Aktivitäten der Unternehmung sowie auch durch jeden Mitarbeiter gelebt. Ebenfalls kümmert sich Salesforce um die Umwelt und die Umgebung der Unternehmung. Sie setzen sich für Geschlechtergleichheit, öffentliche Schulbildung, LGBTQ Gleichheit für Diversität in der Unternehmung und für die Umwelt ein.

Zurück im Sommer der Liebe

Als Kontrast zu den IT-Programmpunkten der vergangenen Tage führt uns die ortskundige Adi durch das Haight-Ashbury-Quartier, dem Epi-Zentrum der Hippie-Bewegung im Jahre 1967, wo sich Janis Joplin, Jimmi Hendrix und The Greatful Dead die Klinke in die Hand gegeben haben.