Aus dem Unterricht des CAS Digital Risk Management zum Thema Campaigning, doziert von Andreas Freimüller, berichten Fabian Fauquex und Philipp Wüst:

Wer kennt sie nicht, Greenpeace und ihre Kampagnen gegen Pipelines, Klimaschutz, Kapitalismus usw.? Genau um diese Kampagnen oder um das sogenannte Campaigning geht es in der heutigen Vorlesung. Zentral bei solchen Kampagnen ist der generierte, öffentliche Druck. Ohne öffentlichen Druck ist die Zielerreichung nicht möglich.

Klagen schiessen am Ziel vorbei!

An den Pranger gestellte Konzerne haben gelernt! Früher spielten sie ihre Macht durch ihre Anwälte aus. Sie verklagten die Kampagnenführer. Diesen kamen die Klagen gelegen. Es wurde ihnen eine weitere, grosse Bühne geboten, die Reichweite der Kampagne erhöhte sich dadurch. Die Kampagne genoss Aufsehen, die Medien waren präsent. Eine mögliche Verurteilung war einkalkuliert. Sie wurde in Kauf genommen. Diese Erhöhung der Reichweite ist nie Ziel der angeprangerten Organisationen – entsprechend zurückhaltend sind sie heutzutage mit allfälligen Klagen.

Die grosse Bühne

Eine Klage gegen den Kampagnenführer hilft den öffentlichen Druck zu erhöhen, indem die Möglichkeit zur grossen Bühne geboten wird. Im Kampf „David gegen Goliath“ sind die Sympathien klar auf der Seite des Schwächeren. Andreas prophezeit weiter:“I commit to be more wahrhaftig, funktioniert leider nicht“. Dies bringt einige bereits morgens um 09.00 zum Kotzen.

Was ist bei Campaigning zentral?

Die Formel für eine erfolgreiche Kampagne ist TEA:

  • T = Touch = berühren, emotional
  • E = Enthuse = Wunsch nach Veränderung wecken: „Das darf doch nicht sein“
  • A= Act = Handeln, Let’s do it!

Das „Endziel“ solcher Kampagnen nach dem „ACT“ ist dabei nicht, eine einzelne Firma zu schädigen, sondern eine neue Vereinbarung, ein neues Gesetz oder einfach nur „das Wort zu erheben“ zu erreichen.
So war das Ziel von Andreas bei seiner Trump-Kampagne bspw. “ wir finden das scheisse, wir dulden dies nicht“.

Wie läuft Campaigning ab?

Der Ablauf von Campaigning durchläuft in der Regel das folgende Modell:

Dabei spielt under „Public sees“ der Feind (Enemy) – wie in einem James Bond Film – die entscheidende Rolle. Die Allgemeinheit braucht ein Bild, der Feind muss erkennbar sein. Nur so gibt es eine Chance, dass das Problem gelöst wird und die Allgemeinheit zufrieden ist.

Campaigning heisst auch immer  „Risiko eingehen“!

Bei jeder Kampagne muss zwingend eine Risikoanalyse durchgeführt werden.

Welche Stakeholder sind in welcher Form betroffen? Gegen oder für die Problemlösung.

Trotz Risikoanalyse kann auch Unverhofftes eintreten. So wurden bspw. gelandete Luftballone von einigen Enten gegessen, die dann qualvoll verendeten. Ein gefundenes Essen für Tierschützer…

Was ist jetzt aber das Eins mal Eins des Kampagnenmanagements?

1. Issue wie bspw. Klimawandel ist komplex

2. Don’t communicate the issue, communicate one line of it!

Es ist beeindruckend, wie Andreas Freimüller mit Fakten aufzeigt, wie der Kampf „David gegen Goliath“ gewonnen werden kann.

Beispiele von Kampagnen aus dem Unterricht: