Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Daniel Graf schreibt Frank Schaffner:

Wenn Du es schaffst, deinen Followern morgens um 7 Uhr auf dem Weg zur Arbeit, wenn sie in ihr Mobile vertieft sind, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, dann bist Du mit Deiner Content Strategie auf dem richtigen Weg.

Ab in den Content Loop!

Gutes Mobile Marketing nutzt das Bedürfnis der Menschen sich zu vernetzen, sich in Szene zu setzen und sich mit anderen auszutauschen. Dabei ist Vertrauen die harte Währung, die sehr schnell verspielt werden kann, vor allem auf Social Media-Plattformen.

Es gilt die richtige Balance zwischen einer gewissen Dringlichkeit der eigenen Botschaft, einfachen Inhalten und einer Prise Humor zu finden. Ausserdem sollte man nie vergessen zuzuhören, damit echte Kommunikation entstehen kann.

Virales Marketing und der Content Loop sind verwandte Konzepte, wobei bei viralen Inhalten der Schwerpunkt eher auf einer möglichst weiten Verbreitung liegt. Ein Platz im Content Loop zeichnet sich eher durch Beständigkeit aus. Einzelne Inhalte haben hier vielleicht keine so grosse Reichweite, dafür sind aber auch die Streuverluste geringer. Und das ist was zählt!

Im Idealfall bekommen Sie so eine treue Community, die von sich aus aktiv wird und digitale Inhalte nicht nur rezipiert, sondern sie weitergibt (mit Share Buttons), neu zusammenstellt (Mashup / Creative Commons) und durch eigene Ideen erweitert.

Die Kultur des Teilens

Wie bereits angesprochen, stecken dahinter 5 Triebfedern. Menschen wollen:

  • etwas weiter geben
  • sich in Szene setzen
  • Kontakte pflegen
  • Selbstverwirklichung
  • Lautsprecher sein

Dabei gehen wir sehr ökonomisch vor. Die Daumenregel lässt sich mit der Formel 90 + 9 + 1 = 100 zusammenfassen. Auf 90 passive Leser kommen 9, die sich mit einem Kommentar oder Ähnlichem beteiligen und einer, der den Inhalt weitergibt oder sogar verändert. Je nach verwendeter Technologie können diese Bedürfnisse unterschiedlich gut erfüllt werden. Hashtags und Soziale Netze ermöglichen zum Beispiel den Aufbau von Communities und Second Screen-Apps erschaffen neue Arten der Kommunikation zwischen Content-Anbietern und Zuschauern.

Das Smartphone als Game Changer – es ist immer mit dabei. 24 Stunden online und mit der Technologie ausgestattet, mit der die meisten Inhalte mit einem Klick geteilt werden können. Kein Wunder, dass damit doppelt so viele Inhalte weitergegeben werden wie über Desktop-Computer.

Spitzenreiter ist dabei übrigens das iPhone mit 12,4 % vor Android mit 7,4 % und Blackberry mit 6,3 %.

Das geheime Leben der Ideen

Der Philosoph Daniel Dennett schlug in einem TED-Talk vor, Ideen, oder „Meme“, wie er sie nennt, als lebende Organismen zu verstehen. Sie sind mit einer Reihe von Merkmalen ausgestattet, die ihnen gewisse ‘evolutionäre’ Vorteile verschaffen. Dazu zählen:

  • Unmittelbarkeit
  • Nähe
  • Folgenschwere
  • Öffentliche Bedeutung
  • Dramatik
  • Kuriosität
  • Kampf
  • Grundbedürfnisse wie Sex und Essen
  • Emotionen
  • Fortschritt

Einige davon lassen sich ohne weiteres in jeder Art von Nachricht verwenden. Im Mobile Marketing sind hashtags und teilweise QR Codes, die voll auf Unmittelbarkeit setzen, inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Nachrichten mit kurzen Reproduktionsraten haben eine grössere Chance in kurzer Zeit Erfolg zu haben. Bilder, kurze Videos (Vines) und Tweets sind dafür prädestiniert.

Oder kennen Sie dieses Bild nicht?

Miley Cyrus

Wie in der natürlichen Auslese ist aber nicht derjenige auf lange Sicht der erfolgreichste, der am schnellsten wächst, sondern derjenige, der sich flexibel verändernden Bedingungen anpassen kann.

Und wie kommen wir nun selber in den eingangs angesprochenen Content – Loop?

Do it yourself anstatt Konserve.

Jeder kennt die ausführlichen Blogbeiträge, Newsrecherchen, Produktebeschriebe und sonstige Texte. Nur wer liest diese noch? Genau aus diesem Grund bieten Bilder und Clips diverse Vorteile.

Wenn sie die folgenden Grundregeln beachten, sind sie tendenziell bereits in die richtige Richtung unterwegs:

  • Sprich die Lust der Menschen an, untereinander Kontakte zu knüpfen
  • Keep it simple: So werden deine Inhalte verstanden, geteilt und nicht verwurstelt
  • Zaubere ein Lächeln aufs Gesicht. Humor ist die beste Unterhaltung
  • Gib deinen Inhalten eine gewisse Dringlichkeit und belohne alle, die rasch darauf reagieren
  • Schalte von Senden auf Empfangen. Überrasche und reagiere auf die Inhalte der anderen
  • Email bleibt Top. Vergiss trotz Social Media nicht, möglichst viele Adressen zu sammeln

Dabei hilft es, neuen Technologien aufgeschlossen gegenüberzustehen und zu lernen, wie man sich souverän in ihnen bewegt, ohne die klassischen Marketingkanäle aus den Augen zu verlieren. Denn auf lange Sicht reicht es nicht, seine Kunden zum Lachen zu bringen. Man muss auch etwas zu sagen haben.