Wir blicken ins Jahr 2050. Was können wir erwarten? Was können wir tun?
Matthias Wasem von Autodesk spricht von Herausforderungen und digitalen Lösungsansätzen. Aus dem Unterricht des CAS Digital Real Estate berichtet Franz Hollinger:

Wir starten mit einem düsteren Szenario in den Morgen.

Wie sieht die Zukunft aus?

10 Milliarden Menschen im Jahr 2050, zwei Drittel (68 Prozent) davon in den Städten, 400’000 Menschen pro Tag zusätzlich, der Ressourcenverbrauch nimmt zu, exponentieller Anstieg bei Mobiltelefonen, in der Mobilität, bei den Nahrungsmitteln, beim Bauen – alles wird mehr. Immer mehr Menschen, immer weniger Rohstoffe. Dazu kommt: Es fehlt an Fachkräften und es wird auf die Halde produziert. Wir wissen, für 50% aller Abfälle ist die Bauwirtschaft verantwortlich, 65% der CO2-Emissionen werden durch Gebäude verursacht. Das Zukunftsszenario zeichnet ein düsteres Bild. Matthias Wasem zeigte im Folgenden, was Autodesk dazu beitragen kann, dem prognostizierten Kollaps entgegen zu wirken.

Autodesk mischt vorne mit

Autodesk nimmt sich den Herausforderungen an, auf allen Ebenen, in jeder Branche, zumindest digital: Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen, in der Herstellung von Produkten bis hin zur Unterhaltungsbranche – And the Oscar for best visual effects goes to…Autodesk! Ohne die spezifische Software scheint die Kinoleinwand Hollywoods schwarz zu bleiben. Der Weltuntergang wird damit nicht abgewendet. Aber mit dem richtigen Wissen und den richtigen Tools können Dinge in einer Art und Weise entworfen und hergestellt werden, wie wir es bislang höchstens in einem Hollywood Sci-Fi-Blockbuster gesehen haben. Über den Tellerrand geblickt, bieten sich neue Möglichkeiten. Branchenübergreifende Technologien, von der Auto- über die Unterhaltungsindustrie zur Vorfertigung im Bau. Autodesk hat in den Herausforderungen der Zukunft eine Chance auf ein lukratives und nachhaltiges Geschäftsmodell erkannt. Das US-amerikanische Software-Unternehmen mischt gemäss Forbes ganz vorne bei den innovativsten Unternehmungen mit. Getreu ihrem Motto “Better more with less” beweist dies Autodesk am Beispiel von 5 grossen Technologietrends, welche McKinsey in ihrem Report publiziert hat.

Higher Definition Surveying

Dank immer grösser werdenden Rechenleistung gelingt das Generieren von unendlich vielen Datenpunkte mittels hochauflösender Vermessungstechniken. Neue Software und “unbegrenzte” Rechenleistung in der Cloud macht’s möglich. Aus den Bildaufnahmen werden in vernünftiger Zeit Gelände- oder Gebäudemodelle generiert. Ein Prozess, der früher drei Wochen dauerte, dauert heute noch drei Tage. Das gezeigte Modell Zürich HB zeigt’s eindrücklich.

Machine Learning

Was alles mit neuer Software aus dem Hause Autodesk möglich ist, wurde uns am Beispiel einer Gurthalterung von GM präsentiert. Früher aus 8 Komponenten zusammengesetzt, wird das Produkt heute mittels 3-D-Druck hergestellt: 1 Element, 40% leichter, 20% stärker. Generiert wird das Design aus dem Computer, welcher nach Eingabe der Eckdaten alle möglichen Varianten durchspielt und die Beste automatisch generiert. Mehr Infos zur Technologie des generativen Designs am genannten Beispiel zeigt das Video von GM- und Autodesk-Ingenieuren.

Foto: Autodesk

Autodesk macht den Versuch auch am eigenen Firmensitz in Toronto. Auf 3 Stockwerke verteilt, generieren Sie mit ihrer Software automatisch die optimalste Lösung für die Zusammenarbeit der Angestellten im idealen Grundriss. Wie weit die Holländer im Bereich der intelligenten Planung schon sind, zeigte das Video, welches Van Wijnen als Keynote Speaker an der Autodesk University in Las Vegas zeigt. Es ist die Geschichte darüber, wie Van Wijnen seine Innovationen erfolgreich mit neuen Technologien wie 3D-BIM-Modellen, Augmented Reality und Robotersystemen umsetzt. Hollywood Sci-Fi oder ein echter Mehrwert hinsichtlich Ressourcenverbrauch? Urteilt selbst: Van Wijnen keynote speaker op Autodesk University in Las Vegas

Industrialization of Construction

Auch in der Industrialisierung und Automatisierung im Bauwesen beteiligt sich Autodesk. Robotertechnik revolutioniert die Baustelle. Gebaut wird mit neuesten Fertigungstechnologie, hochkomplex und schnell. Oder 2 weitere Trends auf der Liste von McKinsey und Autodesk sind Digital Collaboration, sowie The Internet of Things & Advanced Analytics. Am Beispiel von IoT wird uns vor Augen geführt, welches Sparpotential mit dem Verbauen von Sensoren möglich sein wird.

Building Information Modelling (BIM)

Bevor uns Matthias Wasem in einem Workshop in das Prinzip von LUMA einführte, erläuterte er uns den aktuellsten Stand von Building Information Modelling (BIM) bei Autodesk. “BIM plus the power of cloud”, so das Schlagwort auf dem Slide. Danach Zahlen und Fakten, was BIM alles verspricht: Die Vorteile beim Planen und Bauen fangen an bei der Vermeidung von unbezahlten Änderungen in der Bauzeit, bis 15% Einsparung auf die Bausumme, genauere Kostenkalkulation und Minimierung der Projektlaufzeit. Danach sparen wir mit BIM 6 bis 24 Monate Zeit beim Übergang in den Betrieb, bis 30% Einsparung bei den Betriebskosten, effizienterer Betrieb, effizientere Vermietung. 45% Verbesserung bei vergleichbarer Servicequalität im FM, 54% Verbesserung bei der Fertigstellung geplanter Wartungsarbeiten, 25 Minuten Einsparung pro Auftrag. Generell bietet der digitale Twin bei 2% Mehraufwand in der Planung 20 % Ersparnis während des ganzen Lifcycles. Worauf warten wir?

Foto: Autodesk

LUMA

In rund einer Stunde führte uns Matthias Wasem in die Technik von LUMA ein. Wir gingen gemeinsam der Frage nach “Was ist die Vision von Ihrem Unternehmen rund um digitales Real Estate Management und wo liegen die Herausforderungen?”. Design Thinking by Post-It. Der Sinn der Methode: Es dürfen alle mitmachen, es gibt keine Hierarchien, es wird nicht gesprochen, es wird geschrieben, geschaut, verstanden und gemacht, Lösungsansätze werden geclustert und kombiniert. Die Methode geht davon aus, dass in jedem Team, in jeder Organisation Innovationspotential enthalten ist und durch diese einfache Methode abgerufen werden kann. Matthias Wasem hält fest: Es braucht ein “Buy In” vom obersten Management, um die Vorteile von BIM und digitaler Transformation ausnutzen zu können. Die Methode LUMA soll vor allem dabei helfen, auch den Firmenchefs Klarheit zu verschaffen, wieso digitale Transformation oder BIM im Speziellen ein sinnvolles Investment ist und dass es einen klaren Return of Investment gibt.

Anwendung der LUMA-Methode

Folgende Fragen können nun aufgrund dieses Blogs beantwortet werden:

Was verstehen wir unter Higher Definition Surveying?

Vermessung mit sehr hoher Auflösung dank “unbegrenzter” Rechenleistung der Cloud und neuer Generation von Desktop-Software.

Welche Vorteile bietet BIM?

  • Vermeidung von unbezahlten Änderungen in der Bauzeit
  • Kosteneinsparungen beim Bau und Betrieb
  • Verkürzter Übergang in den Betrieb
  • Verbesserter Service im FM
  • Einfacher und Effizienter in der Wartung