Report von der Silicon Valley Study Tour für den CAS Digital Leadership aus San Francisco mit Gert Christen geschrieben von Joséphine Chamoulaud und Nina Walker.

Der letzte Tag der Woche im Silicon Valley hat am Morgen vom 22. November an unseren Hoteltüren geklopft. Voll mit Ideen und der Motivation, am Montag etwas im Unternehmen zu verändern oder eine neue Idee zu verfolgen, hat sich über die Woche in den Köpfen verankert.

Der letzte Tag fokussiert sich auf die Sensibilisierung und die weitere Gestaltung der Ideen.

Anne Cocquyt steht energievoll an diesem Freitag morgen vor den 12 Digitalen Leadern der HWZ. Als Gründerin und CEO von The Guild weiss sie, was es heisst eine Unternehmerin zu sein.

Ängste und Hoffnungen werden uns immer begleiten wenn es um Innovationen geht. Innovation ist immer etwas Emotionales. Innovationen werden immer von ängsten und Hoffnungen begleitet. Die Herausforderung besteht darin, die Personen mit dem Gefühl anzustecken etwas verändern zu wollen.

Wie innovativ sind wir wirklich? Mit dem “Innovation Impact Score kann man dies auch tatsächlich messen.

Das Resultat unserer Gruppe war 3.46. Eher neutral. Die meisten glauben, dass Innovation in Zukunft kleinere Auswirkungen auf ihren Erfolg, das Geschäftsmodell, die Produkte und die Konkurrenzfähigkeit ihres Unternehmens haben wird. Man ist überzeigt, dass die Unternehmen gut positioniert sind für die nächsten fünf Jahre. Niemand aus der Gruppe der digitalen Leadern fürchtet sich vor der Zukunft.

Der Unterschied zwischen grossen Firmen und Startups sind sehr gross und man muss gewisse Punkte beachten, wenn man zusammen arbeitet oder Innovationen im Unternehmen vorantreiben will:

  • Kulturelle Fit: Die richtigen Mitarbeiter zu finden ist entscheidend. Kreative Köpfe und Menschen die anders denken sind ein Mehrwert für ein Team. Trotzdem sollte man auf einander acht geben und ein gemeinsames Tempo finden.
  • Höre auf deine Kunden: egal in welcher Phase ein Unternehmen sich befindet, Unternehmen sollten immer mit ihren Kunden reden und auf sie hören.
  • Fokus: fokussiere dein Team auf zentrale Herausforderungen und definiere wie dein Erfolg aussehen sollte.
  • Implementierung ist Key: Man sollte vor, während und nach einer Implementierung Daten sammeln und vergleichen, damit man daraus lernen kann.
  • Strategische Partnerschaften: baue dir ein starkes Netzwerk auf (innovatives Ecosystem)

Die Studierenden erstellten eine Engagement-Karte für Ökosystem-Partner. In sehr kurzer Zeit entstanden ein paar klare Ziele, die sich die Studenten vorgenommen haben in die Schweiz und ihre Unternehmen mitzunehmen.

“Das Innovationsteam präsentiert vor allem an das Top Management. Ich finde es sehr schade und würde gerne eine breitere Diskussion in unser Unternehmen bringen, wenn es um das Thema Innovation geht.” – Claudia Roth

Build your Dream Company

Brielle Hagman, Unternehmerin und HR Expertin erzählt uns von ihrem eindrücklichen Lebenslauf aber erwähnt auch wo es alles begonnen hat. Ihr erster Job war als Kirschpflückerin. Sie ermutigt die zukünftigen Digitalen Leadern, auch ihre ersten Jobs zu teilen. Dazu gehörten unter anderem: Babysitterin, Fussballer, Skilehrerin und Reinigungskraft.

Die Verbindung zwischen glücklichen Mitarbeitern und Profit des Unternehmens:

Die Arbeitsweise hat sich durch die Digitalisierung in den letzten Jahren massiv verändert. Unternehmen haben sich weg bewegt von fixen Arbeitszeiten und Orten zu flexiblen Arbeitszeiten und Orten. Traditionelle Hierarchien sind am verschwinden. Mitarbeitenden werden vermehrt in die verschiedene Teile der Organisation mit eingebunden. Den Mitarbeitenden wird immer wichtiger einen Sinn zu finden und etwas zu verändern.

Trends, welche kulturelle Veränderungen voranbringen:

  • Learning: auf dem Job lernen
  • Purpose: individuell und als Unternehmen
  • Inclusion: man will dazu gehören
  • Feedback: Mitarbeitende wünschen sich viel Feedback
  • Leadership: flache Hierarchien und persönliche Beziehungen zu allen Mitarbeitenden

Die Gesundheit der Mitarbeitenden wird immer wichtiger. Viele Unternehmen investieren deshalb immer mehr in das Wohl und die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden.

Nach einem köstlichen “Impossible Burger” beim Ferry Gebäude am Pier, geht’s weiter mit unserem persönlichen Tourguide Robert Mills, von den SF City Guides. Robert führt uns durch die Geschichte und die Strassen von San Francisco. Von den ersten Siedlern, über den Goldrausch und Französischer Champagner, bis hin zur ersten Denim Jeans und dem Scientology Gebäude. Zwei Stunden sprinten wir durch die alten Strassen der Stadt und geniessen dabei die letzten Sonnenstrahlen. Als Belohnung gibt es dann noch für alle das hoch anerkannte “Gold Planning Diploma”, conferred by Josh Norton, Emperor oft he US, Protector of Mexico.

15.45 und wir starten in unsere letzte Debriefing Runde, bevor es in die Happy Hour geht. “Frässe und Suufe” steht auf dem Programm. Heute gibt es einen Rückblick über die ganze Woche.

Wie können die Studenten ihren frischen Mindset beibehalten?

Die Woche hat zusammengeschweisst. Ob wir etwas ändern können wenn wir in unsere Unternehmen zurück gehen oder ob es ein grosser Dämpfer sein wird, ist noch unklar.

“Den Slogan von Nike “Just Do It!” will ich mir auf die Fahne schreiben.” – David Garcia

Unser Guide durch den Silicon Valley Dschungel, Gert Christen, gab uns noch einige Tipps auf den Weg:

  • One Step at a Time. Versuche nicht alles aufs Mal zu machen und erwarte nicht sofort Veränderungen. Redet mit Kollegen und versuche so viele Mitarbeitende wie möglich an Board zu holen.
  • Einfach loslegen. Starte eifach aber binde deine Kunden von Anfang an ein.
  • Jeder von uns sollte sich mehr auf das “Yes, and…” fokussieren und weg kommen vom “Yes, but…”
  • Schreibt für eure Idee als erstes eine Pressemitteilung

Die Gruppe selber ist bereits etwas Wehmütig, denn ja bei uns war es wirklich ein “Perfect Match” mit vielen “Super Likes”. Und ja, dass ist eine Referenz auf Tinder, denn auch Digital Leaders swipen ab und zu mal gerne nach rechts und links.
Hier ein paar Eindrücke von uns aus San Francisco an die Welt da draussen:
• Es gab extrem spannende Firmen. Aber begeistert haben vor allem der “Groove” oder “Spirit”.
• Der Austausch zwischen den Teilnehmern ist die grösste Inspiration.
• Gert ist der perfekte Host. Engagiert, motiviert und organisiert. Auch hier ein Perfect Match!
• Inspiration durch eine grosse Palette an unterschiedlichsten Menschen aus dem Valley.
• Uns bünzli Schweizer wurden die Augen geöffnet.

Fazit

Die Woche im Silicon Valley hat bei allen einen grossen Eindruck gemacht. Wir kommen mit neuen Ideen und Vorhaben nach Hause. Es war nicht nur “Thinking out oft he Box” sondern “Living out of the Box”.
Natürlich gab es auch Kritik. Wir sind ja alle im Herzen doch noch Schweizer. 😉
Schlussendlich bleibt für unsere Zukunft ab Montag aber nur noch eins zu sagen: YES AND….