Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Sibylle Lohmüller:

Heute erwartete uns ein Highlight des CASSMM. Sportmoderatorin und selbsternannte Quasselstripperin Steffi Buchli bringt uns Twitter näher. Normalerweise ist sie ja fürs „Guetnachtgschichtli“ aka Sportaktuell zuständig – nicht so heute. Die Dozentin entpuppt sich als wahre Twitter-Expertin, die mit ihrer sympathischen und aufgestellten Art den Nachmittag zu einem Happening machte.

Piepmatz, Huhn oder Adler?

Wie wir alle hat auch Twitter klein angefangen und war ursprünglich als firmeninternes Kommunikationsinstrument geplant. Schnell wurde aber klar, dass in diesem Piepmatz, der zu Beginn noch „Twtr“ hiess, unendliche viel Potenzial steckt. Der Piepmatz wurde zum ausgewachsenen Vogel. Es ist aber Vorsicht geboten: wer nicht will, dass sein Vogel zu einem gerupften Huhn wird sollte sich einige Gedanken über die Verwendung machen.

Der Vogel braucht Futter damit er kommt

Tauben kommen nicht, wenn man ihnen kein Futter gibt. Auch bei Twitter benötigt es ein Konzept um das gewünschte Ziel zu erreichen. Auch hier gilt die Regel: Beginne lieber klein und mache weniger dafür richtig.

Bevor man zu twittern beginnt sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Warum soll man uns folgen?
  • Wollen wir unterhalten?
  • Wollen wir Werbung machen?
  • Einen Kundendienst anbieten?
  • Opinion Leader sein?
  • Wollen wir einen Stellenmarkt anbieten?
  • Wollen wir antworten?
  • Was bietet meine Branche bereits auf Twitter?

Wenn diese Antworten geklärt sind, müssen die Ressourcen eingeschätzt werden. Es bringt nichts in der Euphorie einen Twitter-Account zu eröffnen und niemand hat Zeit diesen zum fliegen zu bringen. Dazu braucht es einen Zusatzeffort und eine Prise Fantasie.

Ebenfalls festgelegt werden muss eine Antwort-Kultur. Das beinhaltet nicht nur die Tonalität sondern auch die Frist in der auf Anfragen geantwortet wird. Wer sich vornimmt innert 2 Stunden auf Fragen zu antworten muss auch die entsprechenden Ressourcen bereitstellen.

Die grösste Herausforderung liegt wohl darin, dass nicht ein einzelner Mitarbeiter vom Twitter-Virus angesteckt ist sondern die ganze Unternehmung hinter diesem zusätzlichen Kommunikationskanal steht. Durch den Einsatz von Twitter kann eine Firma ein Gesicht erhalten. Wie wäre es beispielsweise mit einer Fragestunde mit einem Experten?

Der Hashtag

Der Hashtag ist ein tolles Instrument um sich im Daten-Dschungel zurecht zu finden und kann vielseitig eingesetzt werden.

  • Bestehende Themen aufgreifen und sich als Experte in einem Thema ausweisen.
  • Für die Kommunikation eines Events
  • Als Suchfunktion
  • Um selber Themen zu setzen

Falls ein Hashtag bereits verwendet wird, kommt es darauf an wie viel „Macht“ man hat. Wenn ein bestehender Hashtag sehr stark genutzt und etabliert ist, lässt man besser die Finger davon.

Twitter Bird

Damit man nicht zum dummen Huhn wird

Wie in anderen Social Media Kanälen kann man nicht einfach kopflos drauflos twittern. Hier einige Regeln von Steffi Buchli um nicht zum dummen Huhn zu werden:

  • Twittere nie nach 2 Glas Wein (Cabernet-Regel)
  • Sei ehrlich
  • Don’t feed the trolls
  • Andere Sprache nur, wenn man sie auch beherrscht
  • Sei kein Idiot
  • Sei grosszügig und teile

Die Schwarmintelligenz

Es ist bekannt: Die Weisheit vieler ist grösser als diejenige eines einzelnen. Bei Twitter kommt dies ebenfalls zum Tragen. Mit dem Hashtag #followerpower können die Follower um Hilfe gebeten werden bei einer Frage oder einem Problem. Durch den kulturellen Wandel (teilen statt alles Wissen selber zu behalten) hat man so innert kürzester Zeit verschiedene Inputs und Antworten. Probiert es aus und ihr werdet überrascht sein.

Das Potenzial dieser Schwarmintelligenz ist noch lange nicht ausgeschöpft und die Beobachtung der Entwicklung wird sehr interessant sein. Wir werden sehen wohin der Adler fliegt…