Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Daniel Muther berichtet Sandy Bruelhart:

User Experience (UX) oder auch Nutzererfahrung genannt, umfasst die Interaktion eines Nutzers mit einem Unternehmen. Im Kontext unserer Weiterbildung stehen dabei vorallem die Qualität der Interaktionsmöglichkeit auf der Website sowie der App im Fokus.

Weshalb braucht es User Experience?

UX ist ein wichtiges Qualitätskriterium für heutige Unternehmen. Erst wenn wir verstehen, was der Nutzer erlebt, sind wir in der Lage, den Online-Journey optimal zu gestalten und möglichst gewinnbringend für uns als Unternehmen einzusetzen. Deshalb ist es wichtig, von Beginn an zu wissen, für wen, für was und worauf (Desktop oder Mobile) wir etwas entwickeln.

Die Grundlagen von User Centered Design

Unter dem Begriff User Centered Design versteht man die benutzerorientierte Gestaltung mit dem Ziel, eine optimale Usability zu erreichen. Es handelt sich dabei aber vielmehr um eine Philosophie, bei der der Benutzer im Zentrum steht – nicht die Technik!

Der Prozess von User Centered Design beginnt mit der Kunden- und Kontextanalyse. Dies kann beispielsweise durch Interviews mit potentiellen Benutzern oder durch Beobachtungen der Benutzer erreicht werden. Aus den gewonnenen Insights werden Personas entwickelt. Sie charakterisieren Nutzer-/Kundengruppen und helfen, im Projekt immer aus deren Perspektive zu denken.

Als nächster Schritt folgt die Taskanalyse. Dafür eignet sich beispielsweise eine Customer Journey Map im Rahmen einer Ideation-Session. Die Brainstorming-Methode eignet sich ebenfalls für die Taskanalyse.

Anschliessend folgt die Phase des Prototyping, ganz nach dem Motto: Fail early, fail often, fail cheap and improve! Es werden beispielsweise Click-Dummies oder Mock-Ups erstellt, ohne unnötigen Programmierungs-Aufwand zu generieren. Bei diesem Vorgehen kann man jederzeit Anpassungen vornehmen, bis der Prototyp bereit für die Entwicklung ist.

Als vorerst letzter Schritt erfolgt die Evaluation durch Experten Reviews oder ein Testing mit Endusern.

Quelle: Script User Experience, Gute Produkte entstehen nicht durch Zufall, CAS Mobile Business, Daniel Muther, HWZ, 23.09.2016

Quelle: Script User Experience, Gute Produkte entstehen nicht durch Zufall, CAS Mobile Business, Daniel Muther, HWZ, 23.09.2016

Design für Mobile Usability

Keep in mind: Desktop ist nicht Mobile! Aufgaben auf einem kleinen Screen auszuführen sind nicht einfach und bieten gerade deshalb das grösste Tummelfeld für Mobile Usability. Denn hier muss man sich auf das Nötigste beschränken. Die vier Erfolgsfaktoren für Mobile Usability:

Reduce to the max! Nur das Allernötigste sollte auf den kleinen Screen.

Touch first! Elemente sollten gross designt werden. Die Eingabe von Daten muss mit den Fingern einfach sein. 80%-90% der User sind Rechtshänder, was relevant ist für die Buttons und Felder-Erreichbarkeit.

Content before Chrome! Der beschränkte Platz soll möglichst gut genutzt werden mittels minimaler Navigation und maximalem Content.

Use Device Capabilities! Das bedeutet, dass man diejenigen Funktionen nutzt, welche das Gerät bietet. Beispielsweise Standortbestimmung, Kamera, Multitouch-Sensoren, Gyroskop, Fingerabdruck Sensor, Dual-Kameras und vieles mehr.

Nachfolgend eine konkretes Beispiel, wie die Erfolgsfaktoren bei Boingo (Hotspot Anbieter) umgesetzt wurden:

Quelle: Script User Experience, Gute Produkte entstehen nicht durch Zufall, CAS Mobile Business, Daniel Muther, HWZ, 23.09.2016

Quelle: Script User Experience, Gute Produkte entstehen nicht durch Zufall, CAS Mobile Business, Daniel Muther, HWZ, 23.09.2016

Aber es geht noch weiter als „nur“ Mobile!

UX bei Wearables stellt eine noch grössere Herausforderung dar. Smartwatches beispielsweise, helfen uns den Alltag zu erleichtern mit einfacher Anzeige von Informationen wie Termine, Emails und weiteren Funktionen wie Zahlungstransaktionen etc. Die grosse Herausforderung allerdings liegt nicht nur in der Laufzeit des Akkus, aber vor allem in der sehr kleinen Anzeigeflache des Screens.

Zusammenfassend ist UX für Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor und sollte nicht in der Ecke „IT“ als rein technologischer Sicht betrachtet werden. UX ist vielmehr als nur Programmierung von Websites mit schönen Animationen. Allerdings müssen UX Experten möglichst früh mit einbezogen werden, um den Ansatz von User Centered Design verfolgen zu können.