Aus dem Unterricht „Alltagstransfer – Veränderungen konstruktiv angehen“ des CAS Multichannel Management vom 19. Mai 2018 mit Ana Stagljar. Es berichtet Sabine Tschopp.

Für den Alltagstransfer von der Theorie in die Praxis müssen oft ein paar Hürden genommen werden. Viele Gründe verzögern die Einführung von Veränderungen und Neuerungen. Die Herausforderungen entstehen bei den Arbeitsstrukturen, den Arbeitsprozessen und bei kulturellen Themen. Denn der Umgang mit diesen Änderungen hängt stark von der Unternehmenskultur und der ihr zu Grunde liegenden Werte und Normen ab. Um Änderungen initiieren zu können, muss man die Themen hinter den Themen erkennen, die Ursachen verstehen, Bewusstsein entwickeln und Handlungsmöglichkeiten identifizieren, Strategien entwickeln, um Massnahmen initiieren zu können. Ein geschicktes Vorgehen bei der Umsetzung kann einen Wandel bewirken, vielleicht langsam aber sicher.

Welches sind denn die Hinderungsgründe und -argumente?

  • Die technische Entwicklung ist rasant – immer neue Möglichkeiten tauchen auf
  • Damit wächst die Komplexität
  • Oft fehlt das erforderliche Know-how im Umgang mit diesen Möglichkeiten
  • Aus Kostengründen werden dem Marketing oft nicht die erforderlichen finanziellen Ressourcen zugesprochen
  • Die Durchgängigkeit digitaler Prozesse ist nicht in allen Branchen vorhanden
  • Die Entscheidungskompetenzen liegen oft bei traditionell denkenden Personen
  • Der haptische Moment wird immer noch geschätzt wegen Auffindbarkeit und Vorführeffekt

Und welche Herausforderungen ergeben sich dadurch?

  • Was muss ich in meiner Arbeitsstruktur ändern?
  • Brauche ich neue Kompetenzen und wenn ja, welche?
  • Muss ich Jobdescriptions ändern oder gar Mitarbeitende auswechseln?
  • Sind neue Arbeitsprozesse nötig?
  • Welche Aufgaben sind unklar?
  • Braucht es neue Schnittstellen oder Anpassungen und wo?
  • Wer sind meine Stakeholders? Wie hole ich sie ab?
  • Wie sieht die Unternehmenskultur aus? Ist sie eher konservativ oder innovativ, welches sind Werte, die Verhaltensmuster?
  • Sind meine Lieferanten und Partner noch die richtigen?
    Wie funktioniert der Markt? Wie sehen die Kundenstrukturen aus? Was akzeptieren die Kunden?

   >>> 20% der Neuerungseinführungen funktionieren auf der Sach- und Fachebene, 80% auf zwischenmenschlichen Themen

Der Umgang mit Veränderungen und Neuerungen ist unterschiedlich. Bremsend wirken Verhaltensweisen wie folgende:

  • Änderungen werden gerne zuerst einmal ignoriert
  • Arbeitsgruppen werden nicht aus dem Alltag herausgelöst organisert und Bestrebungen zu Änderungen versanden im Alltagsstress
  • Fehlendes konstruktives Aufgleisen und Weiterverfolgen neuer Ideen lässt sie versickern
  • Agiles Arbeiten wird als Schlagwort genannt und der Umgang damit ist oft unklar
  • Die Notwendigkeit zu Änderungen wird nicht anerkannt
  • Verharren in abwartender Haltung
  • Gärtlidenken

Ihnen zu Grunde liegen gelebte Werte und Normen. In der Folge entstehen Spannungsfelder, die aufgelöst werden müssen.

Was braucht es denn, um erfolgreich Änderungen initiieren zu können?

1. Erkenntnisse gewinnen
Denn nur wer die Themen hinter dem Thema versteht, kann den Hebel geschickt ansetzen.

2. Verstehen, was Ursachen sind
Klassische Formen des Widerstandes sind:

3. Bewusstsein entwickeln und Handlungsmöglichkeiten identifizieren
Müssen Frust, Ohnmacht und Panik beseitigt werden?
– Welche Funktion habe ich in der Unternehmung?
– Über welche Kompetenzen verfüge ich?

4. Strategie entwickeln, um Massnahmen zu initiieren
Problemfelder herausfinden
– Zielgruppengerechte Ansprache wählen
– sinnvolle Massnahmenstrategie entwickeln
>> Sie soll über den Nutzen aufklären, nachvollziehbar
und transparent sein und klaren Zielformulierungen
umfassen

Bei der Umsetzung hilft die Beachtung von 10 Regeln:

  1. Eigene Argumente vorbereiten
  2. Alternativen zu den eigenen Zielen überlegen
  3. Argumente logisch aufbauen
  4. Nicht alles auf einmal vortragen
  5. Prinzip der Steigerung beachten
  6. Den Gesprächspartner einbeziehen
  7. Die Bedürfnisse des Gesprächspartners berücksichtigen
  8. Auf die Argumente des Gesprächspartners eingehen
  9. Eigene Argumentation neu ausrichten
  10. Das Ziel erreichen

5. Veränderung bewirken
Ein Auflösen von Stillstandssituationen in Unternehmen ist möglich!

Und jetzt …. beginnen!