Aus dem Unterricht des ​CAS AI Management ​​mit ​Peter Münzenmayer​ berichtet Michael Isenring​:

Nachdem wir den Morgen erfolgreich am Laptop bestritten und die Reise begonnen hatten (mein Kommilitone Jakov berichtete darüber), standen noch drei weitere Module an. So trafen wir uns frisch gestärkt und pünktlich im virtuellen Klassenzimmer für die Nachmittagssession im Zeichen von Vision and Strategy.

Der Start in den Nachmittag war fulminant. So stand als erster Programmpunkt gross auf der Präsentation:

3. Becoming Ironman!

Die erste wichtige Frage hierbei war, wie die richtigen Projekte gefunden werden. Peter Münzenmayer hat dies sehr treffend zusammengefasst: Besser von “making people want things” wegkommen und hin zu “making things people need”. Hierfür eignet sich der Double Diamond.

Im ersten “Diamant” muss die Challenge verstanden und definiert werden, was der Kunde effektiv braucht. Erst wenn dies klar ist, kann in den zweiten “Diamanten” übergegangen werden. In diesem wird eine Idee der Lösung entwickelt und daraus ein Model oder Prototypen erstellt. Zu guter Letzt wird dann das Businessmodell gebildet. Der “Double Diamond” sieht vor, dass zu jedem Teilschritt der beiden “Diamanten” wieder auf einer der vorhergehenden Teilschritte zurückgesprungen werden kann. So soll letztlich das Produkt entstehen, das der Nutzer wirklich braucht.


Bildquelle: Präsentation Peter Münzenmayer, AI Organization
Vision and Strategy, March 2020

AI-Projekte sind noch vielerorts unbekannt, neu und innovativ. Deshalb braucht es verglichen mit klassischen Projekten eine differenzierte Betrachtung und oft eine andere Herangehensweise. Um diese, für viele Unternehmen neue, AI-Disziplin erfolgreich zu implementieren braucht es neben den entsprechenden AI-Experten auch die dazugehörende Infrastruktur & Technologien sowie die relevanten Daten. Je nach Themengebiet bedarf es unter umständen sogar der richtigen Partner.

4. And now?

Wo positioniere ich diese AI Disziplin im Unternehmen? Wie definiere und messe ich deren Erfolg?
Die Grundvoraussetzung für ein erfolgreicher Strategy mit AI ist eine datengetriebene Organisation. Peter sieht die Künstliche Intelligenz am effektivsten, wenn sie in einem hybriden Ansatz zwischen einer zentralen Einheit und der vollständigen Verteilung in die Geschäftseinheuten integriert sind.

Die Ausrichtung von KI auf die Unternehmensstrategie und die Unternehmensziele ermöglichen auch konkrete KPIs. Diese können einen ökonomischen Mehrwert (z.B. Kostenersparnisse
durch Automation, neues Geschäft/neue Services, verbesserte Profitabilität) darstellen oder neue Produkte (z.B. eine Kundenplattform) beihalten. Um Vertrauen im Unternehmen zu schaffen empfiehlt Peter eine Roadmap mit verschiedenen Fokusbereichen und Quick Wins pro Jahr/Quartal zu erstellen.

 5. What else?

Es gibt viele Möglichkeiten die Innovationen zu fördern und sich aktiv daran zu beteiligen:

  • Accelerators und Inkubatoren ermöglichen Unternehmen
    mit Start-ups und FinTechs zu kooperieren
  • Hackathons und Wettbewerbe, bei denen ein Unternehmen als Spieler in der digitalen Gemeinschaft und Talente anziehen (z. B. HackZurich, Hack’n’Lead, CodeVsCovid19)
  • Interne Kompetenzcluster, aus denen Menschen aus verschiedenen Geschäftsbereiche zusammen kommen und die unternehmensweit einen Wissenstransfer ermöglichen (z.B. Smart Analytics, IoT, Blockchain)

Diese Liste ist selbstverständlich nicht abschliessend.

Nachdem wir die Nachmittagsstunden am Bildschirm festklebten und wissensgierig den Worten von Peter zuhörten, waren einige doch froh, als auch der dritte Schultag im virtuellen Klassenzimmer zu Ende ging. Aber auch am dritten Tag entstanden nach dem offiziellen Teil spannende Diskussionen und Gedankenaustausch. Bleibt abzuwarten, ob wir uns im nächsten Unterrichtsblock wieder virtuell treffen, oder ob die Tische im Sihlhof abgestaubt werden müssen.