Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business berichtet Bernhard Grafe:

Ich wache auf. Ich öffne die Augen. Ich sehe die Sonne aufgehen. Ich höre Vögel zwitschern. Ich rieche frisch aufgebackene Brötchen. Ich höre die Kaffeemaschine aufheizen. Ich stehe aus meinem Bett auf, nehme mein Mobile-Life-Device (MLD) in die Hand und sehe auf einen Blick, dass mein Morgen wie geplant verläuft: Mein Zug wird pünktlich eintreffen, mir bleiben wie jeden Morgen 27 Minuten, bis mich mein Self-Driving-Car (SDC) abholen und auf den Bahnhof bringen wird.

Mein Badzimmerspiegel erkennt, dass meine Rasur gestern nicht vollkommen war und weist mich darauf hin, dass ich heute das Rasiermesser auswechseln sollte. Nach dem Rasieren steige ich in die Dusche und schaue mir im in-shower-Display das heutige Wetter an: Regen. Ich rufe meinem MLD zu, es solle mich daran erinnern, einen Schirm mitzunehmen – und dass es mich am nächsten Tag nicht wieder täuschen solle mit einer Sonnenaufgangs-Simulation, wenn die Wettervorhersage Regen melde!

Ich nehme die zwei aufgebackenen Brötchen aus dem Backofen und hole mir den fertigen Cappuccino aus der Kaffeemaschine, setze mich an den Tisch und lege das MLD neben mich auf den Tisch. Das Vogelgezwitscher wird abgelöst durch eine angenehme Stimme, die mir die neusten Nachrichten vorliest.

Nach dem Frühstück ziehe ich meine Jacke an, die sich auf meine aktuelle Körpertemperatur aufgewärmt hat und schalte mittels MLD meine Haushaltelektrogeräte aus. Gerade will ich zur Tür hinaus, als mich mein MLD an den Schirm erinnert. Ich hole ihn, schliesse mit meinem MLD die Haustüre zu und steige in den wartenden SDC. Er begrüsst und fragt mich, ob er auch heute den Kaffee an meinem Zielbahnhof vorbestellen solle. Ich bejahe und freue mich darauf.

Auf dem Bahnsteig erinnert mich mein MLD an meinen Termin mit meinem Finanzberater. Es zeigt mir an, dass mein reserviertes Privatabteil sich am Ende des Zuges befindet und navigiert mich an den idealen Warteplatz. Eine Minute später trifft der Zug ein, die Türen öffnen sich und ich steige ein. In meinem Privatabteil ziehe ich meine Oculus an und logge mich in den virtuellen Beratungsraum ein. Wie immer gibt mir mein Berater einen Überblick über die Entwicklung meines Portefeuilles anhand einiger weniger Folien. Danach zeigt er mir eine lohnenswerte Investitionsgelegenheit in eine Immobilie an bester Lage. Wir durchschreiten gemeinsam virtuell die Räume, geniessen kurz den Ausblick von der Terrasse und treffen uns danach wieder im Beratungsraum. Ich schlage zu, wir unterzeichnen die Verträge und mein Berater löst die nötigen Transaktionen aus. Danach verabschieden wir uns.

Ich lächle und gönne mir eine kurze Pause auf dem gemütlichen Sofa in meinem Privatabteil. Wir treffen rechtzeitig am Zielbahnhof ein, ich nehme beim Aussteigen meinen warmen, bereits bezahlten Kaffee entgegen, verschaffe mir mit meinem MLD Zugang zum Bürogebäude und treffe gerade rechtzeitig im Meetingraum ein. Heute stehen die finalen Verhandlungen eines Grossauftrages an. Dazu haben wir die Lieferanten zu einem analogen Dialog mit physischer Präsenz eingeladen – ich staune immer wieder, dass es so etwas noch gibt. Doch es sind alle gekommen, schliesslich geht es um einen globalen Auftrag von mehrjähriger Dauer.

Die Verhandlungen dauern den ganzen Tag und ich bin froh, gerade rechtzeitig aus dem Bürogebäude zu kommen, um in den bereitstehenden SDC einzusteigen. Meine Partnerin begrüsst mich und teilt mir mit, sie hätte einen Tisch in unserem Lieblingsrestaurant reserviert.

Dort angekommen werden wir an unseren Tisch begleitet. Der Kellner zeigt uns auf seinem Tablet unser heutiges Menu. Der Menüserver hätte auf Anraten unserer MLD’s etwas Leichtes zusammengestellt, da wir heute bereits einiges an Kalorien zu uns genommen hätten und morgen Abend an einem grossen Fest mit Nachtessen eingeladen seien. Ausserdem empfehle er meiner Partnerin, keinen Alkohol zu trinken. Ich schaue sie verwundert an, worauf sie zu lächeln beginnt…

Froh und lachend verlassen wir schliesslich das Restaurant, lassen uns von einem SDC an den Bahnhof fahren und rufen von unterwegs unsere Eltern an, um ihnen die frohe Botschaft mitzuteilen. Danach schauen wir uns die aktuellsten Gesundheitsdaten unseres werdenden Kindes an, die von nun ab regelmässig auf unsere MLD’s übertragen werden. Sobald das entsprechende Device geliefert wird, können wir uns dann Live-Bilder in unserem Oculus anzeigen.

Zuhause fallen wir beide ins Bett, ich wünsche meiner Partnerin eine gesegnete Nacht und mein MLD teilt mir mit, dass wir noch 7 Stunden und 34 Minuten schlafen können, bis wir wieder geweckt würden. Wie gewünscht mit der korrekten Wettersimulation.