Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Michael Schranz berichtet Giselle Scherrer:

Den Unterrichtsblock beginnen wir mit einem Warm-up:
Kennt ihr die verschiedenen Buzzwords?
“SoLoMo”? “LBS”? “Native Ads”? “Proximity Marketing”? “ASO”? “Growth Hacking”? “UGC”? “Advertainment”?

Die einen kennen wir, von anderen haben wir gehört und einige sind uns fremd.

Hier eine kurze Übersicht über die Begriffe:

  • SoLoMo (Social Local Mobile): Es werden drei wichtige Entwicklungen der letzten Jahre miteinander verknüpft. Der wachsenden Social-Media-Trend, der zurückkehrende Fokus auf das Lokale (im Kontrast zur globalen Vernetzung) und die Entwicklung mobile first/mobile only.
  • LBS (Location Based Services): Mobile Dienstleistungen, die basierend auf positionsabhängigen Daten angeboten werden, sind LBS. Man muss folglich wissen, wo sich die Person mit dem Gerät aufhält, um eine Dienstleistung offerieren zu können. Ein klassisches Beispiel dazu ist Google Maps.
  • Native Ads: Hier handelt es sich um bezahlte Werbung, welche jedoch ein redaktionelles Erscheinungsbild hat und im Medium integriert ist.
  • Proximity Marketing: Beim Proximity Marketing spielt das Umfeld die entscheidende Rolle. Im Umfeld von z.B. Ladenlokalen werden Informationen für mobile Endgeräte via Bluetooth/Beacons übertragen.
  • ASO (App Store Optimization): ASO sind Massnahmen, welche das Ranking von Apps in Stores z.B. Apples App Store und Google Play verbessern bzw. optimieren.
  • Growth Hacking: Das Wachstum/der Absatz wird bei Growth Hacking überproportional zum Budget gesteigert. Dies wird meist durch Kreativität, analytisches Denken und Social Media erreicht.
  • UGC (User Generated Content): Bei UGC handelt es sich um Inhalte, welche von Nutzern auf Social Media Plattformen generiert werden. Beispielsweise stammt der Content auf Instagram von den Nutzern.
  • Advertainment: Die Begriffe Advertising und Entertainment werden miteinander verbunden. Es ist also eine unterhaltende Form der Werbung, wobei Humor als Mittel im Vordergrund steht, um Aufmerksamkeit zu generieren.

Mobile matters in Marketing!!!

Denn…

  • Push Notifications sind die direkteste und kosteneffizienteste Verbindung zum Zielkunden.
  • Mobile ermöglicht die Personalisierung und Kontextualisierung der Kommunikation.
  • Online Shopping findet zunehmend via Smartphones statt.

Mobile Marketing vs. Mobile Advertising

Was sind die Unterschiede?

Beim Mobile Marketing geht es in erster Stelle um Direktmarketing. Dabei versucht man Kunden durch einen direkten Dialog zu gewinnen und zu binden. Dies kann sowohl durch Push- als auch Pull-Massnahmen stattfinden. Man muss jedoch die Erlaubnis für die Push Benachrichtigungen einholen. Das Marketing Ziel, Verkaufsförderung durch Promos, Wettbewerbe, Probefahrten usw., kann u.a. via SMS, Push-Notifications oder Bluetooth/Beacon stattfinden.

Mobile Advertising ist prinzipiell Indirektmarketing. Durch Leadgenerierung, also Transaktionen, versucht man Kunden zu akquirieren und mit ihnen zu interagieren. Hier geht es ausschliesslich um pull-basierte Werbung im Internet, deshalb benötigt man auch keine Erlaubnis vom Nutzer. Die Werbungen werden u.a. via Web-/App-Display, Banner, Rectangle und In-Game-Ads bespielt und dienen dazu Branding, Produkt- und Services-Botschaften zu fördern.

Mobile Marketing

Übersicht: Was beinhaltet Mobile Marketing?

Mobile Marketing beinhaltet zusätzlich Push-News, In-Game-Mobile Marketing, QR-Codes, Beacones, Augmented Reality (AR), Personalisierung und Remarketing.

Die neuen Mobile Marketing Trends sind gemäss der Webseite “Digitalsummit” die Folgenden:

  • Smart content and mobile user experience
  • Mobile speed matters
  • Know your target audience’s micro-moments
  • Location-targeted ads
  • Develop an add – if it makes sense and provides value
  • Live-streaming is a huge mobile opportunity
  • Artificial intelligence is a growing force
  • Google is still the 500-pound gorilla in the mobile search room
  • Progressive web apps

Mobile Advertisement

Die Trends beim Mobile Advertisement sind App Remarketing, Multimedia sowie programatic und native Ads. Wichtig zu wissen ist, dass gute Mobile-Ads das Engagement der User erhöhen können und dass dieser Kanal für einen guten Channel-Mix elementar ist.

Die wirkungsvollsten Performance Messungen (also KPI’s) sind:

  • Impressions (CPI)
  • Click-Through-Rate (CTR) – unbedingt auf Fraud achten
  • View-Through Rare – hier auf Manipulationen aufpassen
  • Pay Per Install (PPI) – dies ist ein neues KPI für App Marketing.

Beispiel Mobile Ads: Adello Cube

Mobile Apps

Es werden drei verschiedene Arten von Apps unterschieden:

Arten von Mobile Apps: Native, Hybrid und Web

Native Mobile Apps werden spezifisch für ein Betriebssystem entwickelt. Die App wird aus dem Apple Store bzw. Google Play Store heruntergeladen, wobei man auch offline auf die App zugreifen kann. Verwendet man eine Native App, so kann das App auf die Smartphone-Sensoren (GPS, Kamera, Mikrophon usw.) zugreifen.

Progressive Web Apps sind speziell programmierte HTML5 Webseiten für das Mobile Gerät (Webadresse ist dann https://m). Man muss somit keine App herunterladen, hat demzufolge aber einen beschränkten Zugriff auf die Smartphone-Sensoren. Mobile-optimierte Webseiten sind für den User angenehmer und verbessern das Google-Page-Ranking.

Eine Hybrid App ist eine Kombination der zwei oben genannten Apps. Da diese App cross-platform funktioniert, können erhebliche Kosten gespart werden, denn die App muss nicht für Android und iOS programmiert werden. Bei der Hybrid App hat man Zugriff auf die Smartphone-Sensoren, aber es kann nur eine beschränkte Performance geboten werden. Der Content ist zudem nicht offline verfügbar.

Erfolgsfaktoren für die App Entwicklung

  • Add value – not features: Die App soll echten Mehrwert für den User bieten.
  • User Experience (UX) ist der Schlüssel zum Erfolg: UX vor der Programmierung testen und Navigation, nahtloses Erlebnis, Konsistenz, Fingerfreundlichkeit usw. berücksichtigen.
  • Reduce as much as possible: “Perfection is achieved when there is nothing left to take away” – Antoine de Saint-Exupéry
  • Entwicklung mit Köpfchen und Geduld… denn Fehler können sehr schnell, sehr teuer werden. “Wenn du schnell sein willst, gehe langsam” – Chinesisches Sprichwort.
  • Nur mit dem richtigen Team zum erfolgreichen Projekt: Die Zusammenarbeit mit dem Team testen, bevor man sich ins Projekt stürzt.
  • Klare Zielgruppe, klare Kernbotschaft und effektive Kommunikation: Von Beginn an klar definieren, für wen und welchen Zweck das App entwickelt werden soll.

Human centered design – den Fokus auf die UX legen

Für eine gute UX die folgenden drei Bereiche berücksichtigen:

  • Human needs: desirability
  • Technology: feasibility
  • Business needs: viability

App Vermarktung

Es gibt verschiedene Massnahmen, welche eingesetzt werden können, um ein App erfolgreich zu vermarkten.

  • Screenpreviews, App Texte und Keywords
  • ASO
  • App Review Sites
  • Influencer Marketing
  • Win/Win Referral Programm
  • Online/Offline PR und Paid PR
  • App-Remarketing und App Indexierung

Beim Vermarkten der App soll nie ein Hard Launch gemacht werden, sondern die App sollte früh mit einer Beta Version auf den Markt gebracht werden, um die Early Adopters abzuholen. Das Ziel ist es, eine Beta Community aufzubauen, damit beim App Launch die Downloads steigen und eine hohe ASO (App Store Optimization) erzielt werden kann.