Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies mit Dr. Marcel Blattner berichtet Thomas Sturzenegger

First things first!

Um Disruptive Technologies überhaupt zu verstehen, braucht es ein paar einführende Worte von Dr. Marcel Blattner. Und schon bei der Einleitung werden ein paar allgemeine Vorstellungen zum Thema “zerstört”. Disruptive Technologies ist gar nicht so technisch, es geht mehr um die Disruption, die Störung, meist von aussen. Einiges hat mit Technologie zu tun, vieles aber ist eher menschen- und kulturorientiert.

⇒Technology follows culture and strategy

“Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten Sie gesagt schnellere Pferde”
Henry Ford

Wir haben gelernt, dass etablierte Firmen scheitern, weil sie sich zu stark auf ihre Kunden fokussieren. Was ist damit gemeint? Die Firmenverantwortlichen lenken ihre ganze Kraft auf die Produktverbesserungen und bringen immer neue Funktionen in ihre Produkte. Das ist unter anderem eine Auswirkung von intensiven Kundenbefragungen, meist von Grossabnehmern. Die Ingenieure werden dazu angestachelt, immer ausgeklügeltere Funktionen und Verbesserungen in die Produkte einzubauen.

Mit dem Fokus auf Marktanteile und Rentabilität werden einzelne Kunden aber nicht mehr angesprochen und zusätzlich die Beobachtung der Marktteilnehmer vernachlässigt. So können sich kleinere Firmen oder Quereinsteiger in Nischen etablieren, indem sie ein reduziertes Angebot bereitstellen.

Innovators dilemma

The Innovators Dilemma von Clayton M. Christensen

Vielfach wird das nicht rechtzeitig wahrgenommen und somit verstärkt sich der Druck von aussen.

Was ist der Unterschied zwischen nachhaltiger und disruptiver Innovation?

Disruptive Technologies

Nachhaltige und Disruptive Innovation braucht ein anderes Umfeld

Es ist gut zu erkennen, dass die nachhaltige Innovation innerhalb einer etablierten Firma geschieht. Es kann in den bestehenden Strukturen eigentlich keine disruptive Innovation stattfinden. Dazu braucht es dedizierte Teams, mit etwas Narrenfreiheit und einer sehr langen Leine. Alternativ kann man dies auch in eine separate (Tochter-) Firma auslagern. Die Schwierigkeit hier ist, dass diese Innovationen irgendwann wieder in die etablierte Firma einfliessen müssen. Das führt bereits bei der Gründung dieses Innovation Teams zu Konflikten und umso mehr, wenn sich die daraus resultierenden Produkte oder Dienstleistungen in einen geordneten Angebotsprozess integrieren sollen.

Trotz all des Ärgers und Aufwandes lohnt sich eine solche Investition. Durch die selbst verursachte Disruption bleibt die Firma lebendig und am Puls der Zeit. Das wiederum beschleunigt den Kulturwandel, bis sich diese dauernde Veränderung und das “sich selbst neu erfinden” irgendwie normal wird.