Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Oliver Lutz berichtet Julie Stucki:

Es muss nicht immer Facebook sein. Im spannenden Case-Study-Tag zu Veloplus zeigt uns Oliver Lutz, dass es sich lohnt, auch andere Kanäle genauer anzuschauen.

Veloplus ist der grösste Online-Fachhändler der Schweiz. Ihr Kommunikationsbudget ist aber kaum mit dem der ganz grossen Marken vergleichbar. Deshalb gilt es umso mehr, kreativ zu sein und die Kundinnen und Kunden ins Zentrum zu rücken.

Oliver gibt seinen Studierenden auch gleich ein paar Tipps auf den Weg:

  • Organisches Wachstum braucht Zeit und gute Inhalte
  • Vermeidet nicht-relevante Inhalte à la „Bei uns findest du super Reifen“
  • Sprich auf allen Kanälen immer mit dem Kunden / der Kundin

Im Mittelpunkt bei Veloplus steht der firmeneigene Blog. Dies bietet viele Vorteile. Bei Negativpresse können Veloplus hier rasch und unkompliziert ihre Sicht der Dinge kommunizieren. Die anderen Social-Media-Kanäle wie Instagram, Youtube und Google+ verweisen immer auf den Blog.

Kanäle Veloplus

Nicht nur online, sondern auch offline bleibt wichtig. Und die Verknüpfung – die sogenannte crossmediale Content-Strategie – ist heute King. So berichten Veloplus zum Beispiel in ihrem Offline-Magazin „Aktuell“ über ein spannendes Thema, welches sie dann im Blog wieder aufgreifen und weitertreiben.

Content-Strategie: Interne Ressourcen nutzen und treue Kunden beiziehen

In allen Unternehmen sind intern spannende Geschichten vorhanden. Diese gilt es nur zu finden. Oliver erzählt uns, dass besonders ihre Stammkundinnen und Stammkunden häufig grosses Engagement an den Tag legen und bei Produktetests freudig mitmachen. Auch wenn sich jeweils nur wenige beteiligen, die Geschichte kann man anschliessend vielen erzählen. Nur nicht vergessen, den aktiv Teilnehmenden danke zu sagen!

Olivers Tipps zur Themengestaltung:

  • Dialog und keine Einwegkommunikation: Folge deinen Followern zurück, dann kannst du mit ihnen in Kontakt treten
  • Monitoring einrichten: Suche deine Mitbewerber und deine wichtigsten Keywords
  • Sei positiv: Spiele mit positiven Inhalten

Gerade bei einem kleineren, kundennahen Unternehmen wie Veloplus soll der Kunde bzw. die Kundin die Menschen hinter dem Unternehmen sehen. Wenn die eigenen Mitarbeitenden Inhalte auf Social Media mitgestalten, ist dies sehr wertvoll. Es gibt der Firma ein Gesicht und es entstehen schöne, menschliche Geschichten – gerne auch mit einer Prise Humor.

Chancen nutzen!

Social Media soll kein Selbstzweck sein. Chancen sollen aktiv genutzt werden. Diese sind vielfältig: Dialog mit den Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe, Imageförderung, Content-Verbreitung. Und nicht zuletzt kann Social Media direkt auf den Verkauf einzahlen.

Chancen können auch bei der Wahl der Kanäle genutzt werden. Zum Beispiel empfiehlt Oliver, Google+ nicht zu unterschätzen. Nebst einigen spannenden Features, die das soziale Netzwerk bietet, ist es auch aus SEO-Gründen nicht zu vernachlässigen.

Und was soll man nicht machen?

  • Reine Push-Kommunikation einsetzen
  • Nur quantitative Ziele setzen
  • Social Media nur als „Muss“ einführen

Ganz zum Schluss: Wo immer möglich, soll ein Unternehmen von der Norm abweichen. So erreicht man Aufmerksamkeit und kann die Chancen von Social Media wirklich nutzen.