Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Vincent Tresno berichtet Simon Morscher.

Samstagmorgen, ein traumhafter Herbsttag. Gespannt und top motiviert sitzen wir im 4. Stock der HWZ. Patrick Combeuf, der Studiengangsleiter, begrüsst uns und stellt den heutigen Referenten Vincent vor. Einmal mehr lässt er es sich nicht nehmen, den Dozenten mit Komplimenten und Druck zu überhäufen. Unsere Erwartungen an diesen Tag sind riesig!

Growth Hacking – Wir lernen heute wie man sich in ein System einhackt! Fantastisch! Nein, um diese Thematik geht es an diesem Morgen nicht. Das stellt Vincent schnell klar.

“In der heutigen Zeit, müssen Firmen lernen Hot-Dogs schnell zu essen.”

Takeru Kobayashi ist Weltmeister im Hot-Dog’s essen. Mit unkonventionellen Methoden gewinnt er Jahr für Jahr diese WM gegen seine deutlich voluminöseren Gegner. Damit die “kleinen” gegen die “grossen” gewinnen können ist growth hacking gefragt. Es geht dabei um Prozesse, Experimente, Daten und das Produkt. Aha, nach diesem Beispiel war uns schon eher klar was uns heute erwartet.

Aber was genau ist Growth Hacking? Zum Einstieg diskutierten wir kurz die Definiton: “Im grauen Bereich über unkonventionelle Kanäle sehr viele Leute zu erreichen respektive zu manipulieren. Neue Kanäle müssen früh genutzt werden. Kunden werden Daten getrieben akquiriert. Eine Grundvoraussetzung für das growth hacking ist, dass das Produkt zum Markt passt. Falls man ein geniales Produkt im falschen Markt positioniert, funktioniert es nicht.” Spannend! Es gibt ja kaum eine Unternehmung, welche nicht auf ein solches Instrument zurückgreifen will.

Warum Growth Hacking?

  • Firmen haben limitierte Ressourcen und müssen kreativ sein um zu wachsen, um Neukunden zu akquirieren und sie zu behalten
  • Traditionelles Marketing ist teuer und oft saturiert
  • Klassisches “Brand Awareness” ist oft schwer zu messen und growth hackers sind am ROI interessiert

Vincent erklärt uns, dass die Kernkomponenten von growth hacking kreatives  Marketing,  Data & Testing  und  Engineering sind. Deshalb ist es sehr wichtig, dass in diversen Teams gearbeitet wird. Expertenwissen aus den erwähnten Bereichen ist dabei gefragt. Anhand folgender Grafik wird das verständlich erklärt.

Piraten haben mich schon als kleiner Junge fasziniert! Was aber haben Piraten mit dieser Vorlesung zu tun? Aarrr! Gemäss Vincent ist das Piraten Framework Aarrr eine Geheimwaffe um das zu erzielen, was alle wollen: Wachstum. Das traditionelle- und Digitalmarketing konzentriert sich oft nur auf die beiden ersten Aa’s. Der Ablauf in folgender Grafik kann als Rezept für das Piraten growth hacking angewendet werden.

Gruppenarbeit! Was fällt dir zu jeder Aarrr Komponente aus deinem Unternehmen ein? Spannende Diskussionen erhitzen die Gemüter. Scheinbar wird der Aarrr noch nicht von allen Arbeitgebern angewendet. Gegenseitig übertrumpfen wir uns mit spannenden Input’s, wo sich unsere Unternehmungen verbessern können um weiteres Wachstum zu generieren!

Unter welchen Voraussetzungen schlägt growth hacking volle Kanone ein?

It’s all about the Mindset!

Die renomierte Stanford Professorin Carol Dweck bringt es auf den Punkt:

“In a fixed mindset students believe their basic abilities, their intelligence, their talents, are just fixed traits. They have a certain amount and that’s that, and then their goal becomes to look smart all the time and never look dumb. In a growth mindset students understand that their talents and abilities can be developed through effort, good teaching and persistence.”

Vincent hält treffend fest, dass ein growth hacker folgende Fähigkeiten besitzen muss:
– Growth Mindset!
– let’s do it Mentalität an den Tag legen
– offene Fehlerkultur leben

The growth hacking process

Einmal diesem Prozess folgen, dann ist man als Unternehmung erfolgreich? Nope. So einfach ist es  nicht. Das Zusammenspiel von Daten und kreativen Ansätzen muss perfekt übereinstimmen. Der goldene Prozess von Brainstorming, Prioriesieren, Experimentieren, Durchführen und Analysieren muss unzählige Male wiederholt werden.

Don’t forget the product! 

  • Sprich mit deinen Kunden!
  • Positioniere dein Produkt im richtigen Markt! Wird das genialste Produkt im falschen Markt positioniert ist es zum scheitern verurteilt!
  • Vergiss die Einteilung in Personas!

Key learnings: Growth hacking

Abschliessend kann man sagen, dass folgende key learnings diesen Morgen optimal zusammenfassen:

  • Open mind
  • Immer wieder testen, testen, testen …
  • Daten getrieben
  • Agile Prozesse
  • Summe des ganzen, verschiedene Hebel machen den Erfolg aus
  • Think out of the box
  • Customer journey
  • Interdisziplinäre Teams

Ein spannender Morgen neigt sich dem Ende zu. In nur vier Stunden wurde uns eine geballte Ladung an growth hacking Wissen vermittelt. Die Zeit verging im Flug. Wir lernten mit diversen Tools Webseiten zu analysieren (Data), unkonventionelle Ideen zu generieren und und und. Bei Praxisbeispielen gingen oft Lacher durch die Runde. Genau so muss es sein. Wir sind beeindruckt.  Vielen Dank Vincent für diese spannende Session.