Aus dem Unterricht des ersten CAS Digital Masterclass mit Patrick Comboeuf berichten Fabienne Vidailhet und Alain Buchmeier:

Einführung Unterrichtsbetrieb
Patrick Comboeuf führt uns  in den Schulbetrieb ein und schnell steht klar, um an die richtigen Infos zu gelangen, müssen wir vernetzt sein: Alle relevanten Dokumente stehen auf Evernote zur Verfügung und  die Kommunikation zum Lehrgang läuft über die Facebook-Gruppe: CAS DMC 17-2. Zudem sind wir aufgefordert auf Twitter unter #hwzdigitalmasterclass spannende Beiträge miteinander zu teilen.
Für leises Murmeln im Unterricht sorgt die Ansage, dass von uns eine Zertifikatsarbeit erwartet wird. Dies kommt für viele überraschend, da es in der Ausschreibung nicht erwähnt wurde. Nach einigen Diskussionen um Umfang und Abgabetermin steht nun fest: Disposition bis 23. Oktober 2017 16 Uhr, Abgabetermin 8. Januar 2018, Umfang 25 – 30 Seiten.
Zudem muss jeder Kursteilnehmer einen Blogbeitrag schreiben. Für Drückeberger gibt es 0.5 Punkte Abzug bei der Zertifikatsarbeit. Das erklärt auch die zahlreichen Blogposts auf hwzdigital.ch 🙂
Wir sind uns nun einig: Wir erhalten einen CAS von einer Hochschule und da gilt es auch einen Leistungsnachweis zu bringen. Also ran an die Arbeit!

5 Thesen zum Einstieg
Patrick stellt als Einstieg zum Thema Digitalisierung fünf Thesen in den Raum:
These 1: Digitalization in Switzerland – we ain’t seen nothing yet
Digitalization in Switzerland - we ain't seen nothing yet

These 2: Die Zukunft ist nicht aufzuhalten
Die folgenden zwei Beispiele untermauern diese These:

  • Die zehn grössten Shopping Malls machen weniger Umsatz als die zehn grössten Onlineshops in der Schweiz
  • Ab 2020 sind die Digital Natives in der MehrheitDigital Native 2020

These 3: Die grösste Bedrohung für etablierte Branchen kommt von ausserhalb
Die Gang of Four (Amazon, Apple, Facebook und Google) haben die Möglichkeit in margenträchtigen Branchen einzutreten, in welchen sie bis jetzt noch tätig waren.

  • 92% der globalen Profite der gesamten Smartphone Industrie gehören Apple (FY 2016)
  • Facebook & Google vereinen mehr als 2/3 der globalen “Mobile”-Werbeeinnahmen (2016)
  • Amazon Go, Alexa & WholeFood – der perfekte Sturm für den Lebensmitteleinzelhandel
  • Artificial Intelligence & Machine Learing sind heute integraler Teil der DNA der Gang of Four

These 4: Die bis anhin gelebten Führungsmodelle haben ein (baldiges) Ablaufdatum
Die Digitalisierung hat auch einen direkten Einfluss auf die gelebten Führungsmodelle wie Centralized,Decentralized oder Distributes.

These 5: Etablierte Unternehmen aus allen Branchen müssen sich EINE schizophrene Frage stellen: Wie würden wir unser Unternehmen zerstören, wenn wir das denn wollten?
Wenn wir als Unternehmen stehen bleiben und uns nicht neu erfinden, ist die Change gross, dass dies ein anderes Unternehmen macht und uns aus dem Geschäft abgräbt.

Zurück zur Theses 1….
Digitalization in Switzerland - we ain't seen nothing yet
Dies bedeutet, dass wir bereits mitten in der Digitalisierung drin sind.

HWZ Digital Master Manifesto (Seite 57)
1. Die Welt ist unsicherer
2. Der Kunde entscheidet. Immer
3. Firstclass user experience über alles
4. Spielen sie auf angriff, nicht auf Verteidigung
5. Bleiben sie neugierig
6. Seien sie agil und flexibel
7. Unterschätzen sie nie neue oder kleine Players
8. Kannibalisieren sie ihr eigenes Business
9. Weniger “Ja, aber”. Mehr ” Ja, wieso nicht”

Fazit
Die Wirtschaft steht vor einer Weggabelung. Entweder genügsam weiter auf “Innovationstheater” machen und damit den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit in Kauf nehmen. Oder die Chance zu mehr Kundenrelevanz nutzen, die sich insbesondere mit einem digitalen Mindset bietet.

Smart Digitalization
Die folgenden fünf Punkte unterstützen eine erfolgreiche Digitalisierung:
1. Konsequenter Kundenfokus
Die Basisbedürfnisse der Kunden müssen im Focus stehen und erst anschliessend eine mögliche Lösung mit sehr guter Benutzererfahrung. Das Nutzererlebnis bestimmt den Erfolg. Ein Zitat von Jeff Bezos (Amazon) bringt es auf den Punkt: «Start with the customer then work your way backwards.»
-> User Experience over Features

2. Agile Organisation
In einer agilen Organisation kann schneller auf veränderte Situationen reagiert werden und Ideen zeitnaher umgesetzt werden.
-> Vom “Warum”? zum “Warum Nicht”!

3. Geschäftsmodell-Orchestrierung
Bestehende Geschäftsmodell können durch eine Innovation konkurrenziert oder sogar verdrängt werden. Hier eine Beispiele welche bestehende Geschäftsmodelle ins Wanken gebracht haben:
10 HYPER DISUPTIVE BUSINESS MODELS

-> Skalierung über digitale Hebel

4. Vom Silo zum Ecosystem
Anstelle als Grossfirma mit einzelnen Firmen Produkte auf den Markt zu bringen, könnten Produkte/Dienstleistungen Firmenübergreifend einen grösseren Mehrwert für die Kunden bringen. Eine noch so gute Idee hat ohne die entsprechenden Rahmenbedingungen keinen Erfolg.
-> Ecosystem schlägt Egobrand

5. Kultur als nur schwer kopierbare Innovationsquelle
Die Unternehmenskultur ist ein entscheidender Faktor um erfolgreicher und innovativer zu sein als die Konkurrenz.
Culture eats strategy for Breakfast
-> Culture eats strategy for Breakfast

Eine Aussage fasst den Tag mit Patrick Combeuf zusammen:

 

Besuch bei Evernote
Am Nachmittag erhalten wir die Gelegenheit die Zürcher Niederlassung von Evernote zu besichtigen. Dort führt uns Manuel Marquina in das Evernote-System ein. An einem Fall-Beispiel veranschaulicht er wie sein Team Evernote für die Organisation eines Events genützt hat. Vom ersten Draft bis zur fertigen Präsentation hat das Team alle Dokumente mit Evernote geteilt und bearbeitet.
Bei der anschliessenden Diskussionsrunde, stellt sich die Frage, wo die Daten gespeichert werden. Antwort: USA.
Zum Abschluss offeriert uns Evernote einen leckeren Apero und wir lassen den ersten Schultag mit interessanten Gesprächen und ein paar Bierchen ausklingen.