Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Daniel Graf berichtet Alessandra Heimann:

Viraleffekt #IceBucketChallenge, Selfie Kultur und Mobile Media – Wir sind was wir teilen. Doch was ändert sich durch das Mobile?

Das Stichwort ist Mobile Media – ohne Mobile kein Social. Mobile Content Kampagnen und das mobile Werben rücken immer mehr in den Vordergrund der Marketing Massnahmen in Unternehmen. Dies zeigt auch ein Rückblick auf die Viralkampagnen, die in letzter Zeit um die Welt gingen, wie die in diesem Sommer sehr populäre Ice Bucket Challenge.

Die Ice Bucket Challenge, die ursprünglich das Bewusstsein auf die Nervenkrankheit ALS stärken und gleichzeitig die Forschungsfinanzierung fördern sollte, generierte in den USA über 75 Mio. US Dollar.

Der virale Effekte der Kampagne?

Es begann am 15.Juli 2014, als der Golfer Charles Kennedy durch einen Freund öffentlich aufgerufen wurde sich mit Eiswasser zu überschütten und dies auf Video festzuhalten. Er erweiterte die Idee und spendete für die ALS Association, da ein Familienmitglied an der Nervenkrankheit gestorben war. Die Idee war, dass jeder, der ein Video mit seiner Community teilt, auch eine Spende von 10$ abgibt. Der virale Effekt sollte dazu führen, dass die weiteren erreichten Personen ebenfalls mit dem Thema konfrontiert werden und somit auch spenden.

In den ersten fünf Tagen wurden 2.4 Mio. Videos auf Facebook gepostet. Zudem wurde das Thema über 17. Mio Mal auf Twitter erwähnt (Tweets, Retweets), 180’000 Videos auf Youtube und 65’000 Nennungen in Online News Plattformen. Die folgende Grafik zeigt die Bewegung auf Twitter zwischen dem 15. Juli und dem 25. August.

Tweets

http://www.schmidt-consulting.ch/2014/08/als-ice-bucket-challenge-einige-fakten-und-kritische-punkte-zu-dem-viralen-phaenomen/

Die Eisbucket Challenge wurde immer wieder auch kritisch beäugt. Ist ein Video mit Spass und Gelächter nötig, um die Gesellschaft auf die schwere Nervenkrankheit aufmerksam zu machen? Oder wird die Aufmerksamkeit auf diese Krankheit missbraucht, um die eigene Selbstinszenierung zu verwirklichen?

Trotz kritischer Stimmen, der virale Effekt zeigt, das Bewusstsein der Bevölkerung für ALS wurde durch eindeutig gefördert und die Summe der Spendengelder, die nun in die Forschung fliessen sprechen für sich. Das Hauptinstrument der Kampagne? Mobile!

Diese Viralkampagnen funktionieren durch unsere Gesellschaftskultur – „Wir sind was wir teilen“ – aber warum teilen wir eigentlich?

Selfie

Wir leben in einer Gesellschaft, in der pro Tag über 1 Mio. Selfies gepostet werden.

Selfies, Owlies oder Suglies heissen diese Bilder, die täglich in den Social Media Netzwerken gepostet werden.

In den USA gehört der Klout Score bei gewissen Marketing Positionen bereits zum Einstellungskriterium. Dieser misst den Einfluss, den man über die Social Media Kanäle erreicht. Für eine hohe Punktzahl sind reichliche Aktivitäten in möglichst vielen Social Networks, viele Twitter Follower und Facebook Freunde hilfreich.

Wir teilen um:

  • #Etwas weiter geben
  • #Sich in Szene setzen
  • #Kontakte pflegen
  • #Selbstverwirklichung
  • #Lautsprecher sein

Doch was ändert sich nun durch das Mobile?

Da wir unser Mobiltelefon 24h am Tag mit uns tragen, wird auf den mobilen Devices doppelt so viel geteilt wie auf dem Desktop. Soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram oder das Email Postfach werden mehr auf Mobile genutzt als auf dem Desktop.

Die Mitmachregel 90+9+1=100 verwirklicht sich auf den mobilen Devices. Denn das Smartphone entpuppt sich als Gamechanger in der Culture of Sharing.

CultureofSharing

Social Media = Mobile Media

Social Media

  1. Instagram, 2. Pinterest, 3. Twitter

Diese Statistiken beeinflussen die neue Workflows und Werbekampagnen durch Mobile Media.

Beispiel WM 2014

Nach dem Biss durch den Italiener Suarez warben diversen Unternehmen mit Ihren Produkten und Anspielung auf dieses aktuelle Ereignis. Die 24/7 Sharing Kultur machte es möglich.

Werbung

Welche Inhalte Teilen wir?

  • #Unmittelbarkeit (News)
  • #Nähe
  • #Folgenschwere
  • #Öffentliche Bedeutung
  • #Drama
  • #Kuriosität
  • #Kampf
  • #Sex
  • #Gefühl
  • #Fortschritt

Wichtig: Der Content muss einen Newswert haben. Er muss den Anreiz bieten geteilt zu werden.

Mobile Content Formen

Wichtig: „Make content snackable“! Ein paar Beispiele für diese Snackezepte sind:

  • 2-5 Sek Gifs, Vine 5 Sek oder 5-15 Sekunden Kurzvideos wie bei Watson
  • Newsjacking wie heftig.co
  • Responsive Auszüge aus tumblr wie Buzzfeed

Pyramide

 Abschliessend ist zu sagen, dass Mobile Content wie folgt zu gestalten ist:

  1. Keep it simple
  2. Überrasche und reagiere auch auf Inhalte von anderen
  3. Sprich die Lust der Menschen an, untereinander Kontakte zu knüpfen
  4. Humor ist die beste Unterhaltung und wird gerne weitergegeben
  5. Gib Inhalten eine gewisse Dringlichkeit und belohne alle, die rasch darauf reagieren.