Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies berichtet Marc Challandes:

Die Dozenten Markus Gut (Chief Creative Officer / Y&R Group Switzerland) und Elias (aus der Gaming-Industrie und arbeitet schon seit über sieben Jahren bei Y&R Group Switzerland) sind bereit und starten mit dem Vortrag zu Virtual Reality oder kurz VR.

Zu Beginn kurz zur Definition:

„Als virtuelle Realität, kurz VR, wird die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computer-generierten, interaktiven virtuellen Umgebung bezeichnet.“

Die Geschichte von VR geht zurück bis in die frühen 50er Jahre. Das erste “Cinerama”, mit einer gewölbten grossflächigen Projektionswand inklusive Surround-Sound, wurde 1954 von Fred Waller gebaut. Zwei Jahre später wurde der erste VR-Automat “Sensorama” von Morton Heilig entwickelt. Ob er jemals in Serie ging oder ein Einzelstück blieb, ist nicht bekannt. Jedenfalls war es dazumal richtig innovativ.

sensorama

Das erste Head-Mounted-Display „The Sword of Damocles“ wurde im Jahre 1965 entwickelt. Das Gerät war vom Gewicht her aber so schwer, dass es sogar an der Decke festmontiert werden musste, um getestet werden zu können.

Die Gründung der ersten funktionierenden VR-Brille für den Massenmarkt wurde von Palmer Lucky im Jahre 2012 getätigt und heisst Oculus Rift. 2014 übernahm Facebook die Firma Oculus für rund 2,3 Mrd. Dollar. Damals war Mark Zuckerberg sehr optimistisch und sagte:

„Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren.“

mark-zuckerberg-using-oculus

Aber nicht nur Oculus Rift ist im Bereich VR am Forschen und Entwickeln, sondern auch grosse Technologieanbieter wie Google, Sony oder HTC sind sehr aktiv. Rund 13 verschiedene Brillen gibt es aktuell im Handel. Dabei sticht das Modell “Vive” von HTC (siehe Bild) hervor. Das Fachmagazin Chip bewertet die Brille aufgrund ihrer sehr ausgereiften Tracking-Technologie noch fortschrittlicher als die Oculus Rift.

Die Einsatzgebiete von VR sind sehr vielfältig. Neben dem Haupteinsatzgebiet Gaming kann sie in der Medizin, in der Architektur, im Militär, im Journalismus, im Tourismus oder auch in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Nachfolgend ein kleiner Auszug von verschiedenen Möglichkeiten für verschiedene Branchen:

Gaming

Medizin

Militär

Journalismus

Marketing

https://www.youtube.com/watch?v=1MLvt2O1Az8

Filmindustrie

The Next Big Thing gemäss VR-Geeks

Birdly Simulator an der ZHdK

Birdly ist ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem BirdLife-Naturzentrum Neeracherried. Das Projekt untersucht die Metarmorphose vom Mensch zum Vogel (Rotmilan) durch Methoden des Embodiments in einer interaktiven immersiven Installation. Ziel ist die Entwicklung eines Vogelflug-Simulators, der den Flug eines Rotmilans detailgetreu interpretiert und körperlich erfahrbar macht. Wie das in echt ausschaut, seht ihr hier:

Im Anschluss an die Theorie hatten die Dozenten zwei VR-Brillen zum Testen dabei. So sieht das aus – direkt aus dem Schulungsraum.

Und ganz am Schluss: Wenn ältere Leute, welche die heutigen Technologien und Trends nicht mehr so genau kennen, eine Oculus Rift tragen, trauen sie ihren Augen kaum. 90-jährige Oma lässt grüssen!