Aus dem Unterricht des EMBA Digital Leadership mit Dozent Manuel P. Nappo berichtet Student Thomas Bosshard:

Für einen Blog-Eintrag im März ist das Thema World Economic Forum (WEF) bereits Schnee von gestern. Wirklich beschäftigen tut uns das WEF nur im Januar, wenn von der Boulevardpresse über sämtliche Online-Portale bis hin zum Qualitätsjournalismus in einem kurzen Zeitraum fast ausschliesslich über dieses Treffen in Davos berichtet wird. Da kommt der Donald mit vielen Helikoptern. Da kommt Greta mit streikenden Schülern. Dann kommen noch wichtige Manager von grossen Konzernen und ein ganzer Haufen Politiker. Und ein paar Celebrities natürlich auch, die via Instagram kurzerhand die Welt verbessern. Dann gibt’s noch etwas Protest und ein paar Chaoten. Polizei und Milizarmee haben einen grossen Spielplatz zum üben und am Schluss kommt noch eine gesalzene Rechnung für den Steuerzahler mit der Erkenntnis, dass diese Übung nichts genützt hat.

Ja ich weiss, die obigen Zeilen sind plakativ. Aber Hand aufs’ Herz – sind es nicht genau diese Gedanken die unser Volkshirn triggern, sobald wir aufs WEF angesprochen werden? Wir verbinden es eher weniger mit, «Nachhaltige Zukunftsgestaltung», «der vierten Industriellen Revolution» oder «Internet für alle».

Erleuchtung am wahren WEF Standort

Ich war dieses Frühjahr am WEF. Nein, nicht in Davos. Sondern in Cologny am Genfersee. Ja, da gibt’s ein WEF, und zwar 365 Tage im Jahr. Da ist nämlich der Hauptsitz vom WEF. Im Rahmen meiner Study Tour Switzerland im EMBA Digital Leadership hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit dem WEF, seiner Organisation und seinen Menschen zu beschäftigen. Der erste Eindruck wirkt tatsächlich elitär, wenn man diesen globalen, vernetzten und auch mächtigen Ort betritt. Doch schon nach wenigen Minuten Rundgang wird klar. Hier will man an den grossen Fragen der Weltgemeinschaft arbeiten: Klimawandel, Ernährung, Bildung, Gleichheit, Wachstum, Digitalisierung. Immer mit dem Grundsatz vor Augen, dass Institutionen, Regierungen und Weltkonzerne mit ihrem Wirken und Handeln gegenüber allen Teilen der Gesellschaft rechenschaftspflichtig sind.

Tief im öffentlichen und privaten Sektor verankert schafft das WEF einen Raum, wo weltweit führende CEOs, Staatsoberhäupter, Minister und politische Entscheidungsträger, Experten und Akademiker, internationale Organisationen, Jugendliche, Technologie-Innovatoren und Vertreter der Zivilgesellschaft in einem unparteiischen Raum zusammenfinden, um positive Veränderungen für die Weltgemeinschaft voranzutreiben. Es versucht unablässig einen Dialog zwischen Menschen herzustellen, um am globalen Gleichgewicht zu Arbeiten. Die Ressourcen, die auf der WEF-Webseite zur Verfügung stehen, geben einen tiefen und erstaunlichen Einblick in das Wirken des WEF. Und immer wieder fällt auf, was als zentrales Werkzeug verwendet wird: Der Dialog zwischen Menschen. Dies seit 1971, als die Organisation als unabhängige Non-Profit durch Klaus Schwab gegründet wurde und bis heut Jahr für Jahr die Entscheidungsträger dieser Welt nach Davos bringt.

Etwas mehr Erdung wäre wünschenswert

Eine grossartige Leistung, der eine etwas bürgernahe Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in unserem Land gut tun würde. Gelingt es dem WEF, seine grosse Arbeit, sein weltweites Engagement und vor allem sein nachhaltiges Wirken der Schweizer Allgemeinheit sec und volksnah zu kommunizieren ist es gut mögliche, dass sich Wahrnehmung und Wertschätzung für diesen Grossanlass im Januar ändern. Er hätte es verdient. Ganz nach dem Motto: WEF – f* YEAH