Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Roland Zeller berichtet Tobias Gläser:

Für die Vorlesung am Freitag, 11. März erwarten wir alle gespannt einen Engel, einen sogenannten Business Angel namens Roland Zeller. Während des Vormittags sollte er uns die Sicht von Investoren und ihr Vorgehen bzw. ihre Auswahlkriterien für Investitionen in Start-Ups aufzeigen. Dabei sollte auch die Start-Up-Lingo – also die spezifische Sprache – und deren Erklärungen nicht zu kurz kommen.

Roland Zeller kommt aus der Tourismus-Branche und sammelte erste berufliche Erfahrungen als Angestellter. Mit der Gründung von travel.ch machte er sich schliesslich selbständig. Doch Tourismus und Internet, funktioniert das? Immer wieder war er mit solch rückständigen Vorurteilen konfrontiert. Einige Jahre später schaffte es Roland Zeller aber doch, Hotelplan von seinem Unternehmen zu überzeugen und die Firma zu 51 % zu verkaufen. Nach weiteren unternehmerischen Erfahrungen agiert er heute als Business Angel und zeigt uns praxisnah auf, worauf es beim Verkauf von Start-Ups oder bei der Suche nach Investoren ankommt.

Wozu braucht es überhaupt einen Business Angel?

Für diese naheliegende Frage gibt es ganz einfache Antworten:

  • Geld ermöglicht es, Produkte zu schaffen.
  • Mehr Geld beschleunigt das Wachstum.
  • Angels öffnen neue Türen über ihr Netzwerk.
  • Angels stehen den oft jungen Gründerinnen und Gründern als Coach und Mentor zur Seite.

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Anforderungen an Gründer und Auswahlkriterien

Investoren haben an Gründer klare Erwartungen, damit eine Beteiligung und Investition in Frage kommt – wie beispielsweise folgende:

  • Problemlösung sollte im Vordergrund stehen – und nicht das “reich werden”.
  • Gründer müssen bereit sein, vier bis sechs Jahre zu 200 % dem Start-Up zu widmen.
  • Gründer müssen damit umgehen können, dass Investoren mitreden.
  • Gründer müssen bereit sein, ihr Unternehmen irgendwann zu verkaufen.
  • Der Business-Case sollte skalierbar sein und die Konkurrenzsituation spielt ebenfalls eine tragende Rolle.
  • Und ganz wichtig: Es muss menschlich sowie geografisch passen.

Ein Business Angel verdient sein Geld mit Firmenverkäufen innert sechs bis zehn Jahren nach Einstieg. D.h. um einen attraktiven Gewinn beim Verkauf zu erzielen, ist er beim Einstieg umso kritischer – es muss einfach passen. Das sollte einem als Gründer und Firmeninhaber bewusst sein. Weitere seiner Einkunftsquellen bilden Vergütungen als Verwaltungsrat.

Abschliessend hier noch ein Auszug aus dem Glossar “Start-Up-Lingo”, welches wir in einer Gruppenarbeit entwickelt hatten:

  1. Was muss eine Geschäftsidee haben, damit sie für einen Investor interessant ist? Sie sollte neu und einmalig sein, schlecht kopierbar und weltweit skalierbar, ein echtes Problem lösen und der Markt muss eine gewisse Grösse haben.
  2. Welche Eigenschaften soll ein Gründerteam vereinen, damit das Start-Up zum Erfolg wird? Es sollte die Materie hervorragend kennen und bevorzugt aus einem CTO, CRO und CFO bestehen.
  3. Was sollte ein Term-Sheet beinhalten? Einerseits, wer zu welcher Bewertung investiert, andererseits einen grober Plan zu Mittelverwendung sowie u.a. den Auflauf der Transaktionen samt Terminen.
  4. Was bedeutet ESOP? Als Differenz zum Marktlohn erhalten Start-Up-Mitarbeitende Anteile am Unternehmen.
  5. Was wird bei einer Due-Dilligence geprüft? Finanzen, Arbeitsverträge, Verträge mit Dritten, IT-Setup, Screening der Gründer, Marketing-Kennzahlen und Kundenreferenzen.