Aus dem Unterricht des CAS Digital Masterclass mit Sunnie J. Groeneveld berichtet Andrea Loosli

“Change succeeds because of engaged people.”

Obwohl der heutige Tag im Vergleich zu Tel Aviv dunkel und regnerisch ist, bringt das Wiedersehen mit meinen Mitstudenten die Sonne zurück. Und wieso das? Nur wegen der Leute! Just happy!

hwz Digital masterclass Zürich Digital Transformation

Class of 2019 zusammen mit Sunnie Groeneveld im Westhive Zürich zum Thema Corporate Communities

Wir sind gespannt auf das Thema Corporate Communities und unsere Referentin (ganz vorne links im Bild).

Was wir schon zuvor wissen: Sunnie Groeneveld ist in der Schweiz aufgewachsen, schloss ihr Studium in Yale ab und sammelte im Silicon Valley Erfahrung mit einem Start-Up. Dies war möglich dank einer Starthilfe von Y-Combinator, eines bekannten Gründerzentrums. Zurück in der Schweiz gründete sie die Firma Inspire 925 und begleitet nun Unternehmen bei Transformations-Prozessen, Change culture und Employee engagement.

Lassen sich Corporate Community und Employee engagement auf das Motto Happy Employees, Happy Company reduzieren?

Employee engagement orientations to happiness

  • In welchem Verhältnis stehen Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterengagement zueinander?
  • Welche Rolle spielen dabei Töggelikästen in Büros? (oder Rutschen, Massagestühle, Fitnessräumlichkeiten etc.)
  • Wie wichtig sind Vorgesetzte als change agent?
  • Vor dem Hintergrund steigender Burnouts – bietet die Digitalisierung neue Ansätze?

9 to 5 – oder lieber 5 to 9?

Klar und mit fliessendem Amerikanisch führt uns Sunnie Groeneveld ins Thema ein. Eine Change Culture braucht mehr als nur Management. Inspire 925 hilft Firmen, Festgefahrenes zu verändern. 9 to 5 steht für eine festgefahrene Arbeitsroutine. Ihr Anliegen ist es, Unternehmen zu inspirieren, neue Wege auszuprobieren. Wir befinden uns in Zeiten des Wandels. Firmen mangelt es an Orientierung. Der Digitalisierung fühlen sich die Leute ausgeliefert. So als wäre sie ein Tsunami. Im Gegensatz dazu ist die Digitalisierung jedoch kontrollierbar.

“Mitarbeiter verlieren ihre Furcht, wenn sie begreifen, dass es sich um einen von Menschen angestossenen Wandel handelt.” 

Wenn sie den Wandel mittragen können, werden sie zu engaged Employees. Was braucht es dazu? In diese Frage hat sich Sunnie reingekniet. Sie kam zu interessanten Schlüssen:

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Einer der ersten Schritte zu Employee engagement

  • Mitarbeiterengagement statt Dienst nach Vorschrift

Das Engagement der Mitarbeiter spielt eine wichtige Rolle. Organisationen mit engagierten Mitarbeiter sind produktiver. Ihre Mitarbeiter fehlen weniger, haben weniger Unfälle und sind profitabler. Der Schlüssel zum Engagement der Mitarbeiter liegt in der Denkweise und Kultur einer Organisation. Es hilft, dem Wandel eine klare Struktur zu geben. Zusammenhalt und eine verstärkte Einbindung ins Unternehmen lassen die Mitarbeitenden der Veränderung positiver gegenüberstehen.

Prof. Dr. Willibald Ruch hat die Beziehungen zwischen Charakterstärken und der Arbeitsleistung untersucht und daraus “orientations to happiness” entwickelt. Menschen sehen ihre Arbeit dann als Berufung an, wenn sie mindestens 4 ihrer Charakterstärken einbringen können. Je weniger persönliche Charakterstärken im Job einbezogen werden können, desto kleiner ist die Motivation.

  • Dialog statt Monolog

Kommunikation spielt eine grosse Rolle bei erfolgreichen Transformationsprozessen. Erfolgreich kommuniziert ein Unternehmen, wenn es über Hierarchien hinweg den Dialog herzustellen vermag. Es erleichtert den Einbezug der Mitarbeitenden. Ein interessanter Aspekt dabei sind die digitalen Möglichkeiten. Digitale Tools wie Linkedin etwa können eine solche Veretzung anstossen. Aber Achtung, dies zeigt Wirkungen! Die Organisationsstruktur verändert sich und wird vernetzter. Dies bringt neue Anforderungen an den Führungsstil mit sich.

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  • Corporate Community statt Netzwerk

Communities sind stärker als Netzwerke, weil sie das Vertrauen stärken.

Inspire 925 hat den Begriff der Corporate Community eingeführt. Eine Corporate Community unterscheidet sich von einem herkömmlichen Netzwerk durch eine verbindlichere Kultur. Communities bilden sich nicht einfach so aus Netzwerken heraus. Sie lassen sich aber bewusst gestalten.

  • Vertrauen statt Angst

“No employee left behind”

Beim Ranking von Arbeitgebern gewinnt das Kriterium Vertrauen zunehmend an Bedeutung. Die beliebtesten Arbeitgeber geniessen ein hohes Mass an Vertrauen. Communities sind im Vorteil, weil sie ihre Mitarbeiter verbindlich einbinden. Niemand soll zurückgelassen werden. Damit ist etwas Wichtiges gesagt. Die Mitarbeitenden fürchten nicht die Veränderung, sondern zurückgelassen zu werden. Ausserdem gelingt es Communities im Vergleich zu reinen Netzwerken das Vertrauen von Aussenstehenden innerhalb der Organisation zu übertragen. Denn kennen sich Mitarbeiter von einem früheren Kontakt, haben sie mehr Vertrauen zueinander. In einer Community kann dieses Vertrauen an eine andere Person weitergegeben werden. Ein Netzwerk ist dagegen zu wenig verbindlich organisiert.

Ein Vorzeige-Beispiel einer gelungenen Community ist die Hotelkette Swissôtel. Mit Hilfe dem digitalen Tool Beekeeper vernetzt die Kette mehr als 50.000 ihrer Mitarbeiter in 35 Länder. Der Pilotversuch wurde in der Schweiz durchgeführt. Begleitet hat ihn Inspire 925. In der Schweiz wurde so 750 Mitarbeiter innerhalb 12 Wochen eingebunden.

Hier geht es zum Video FRHI : Beekeper

Eigene Casestudies

Anhand eines Guidebooks versuchten wir im Anschluss, Beekeepers bei einem Kunden einzuführen. Die Kunden wurden uns zugeteilt und stammten aus Branchen mit ganz unterschiedlichen Wertehaltungen. Die Zeit verging im Flug

Take Outs und besten Dank

Einige wichtige Take Outs zu Happy Employees, happy Company:

  • Massnahmen zur Mitarbeitermotivation von Seiten des Unternehmens führen nicht automatisch zu einer höheren Motivation
  • Communities sind stärker als Netzwerke, weil sie das Vertrauen stärken.
  • Mitarbeiter vertrauen, wenn sie merken, dass beim Veränderungsprozess niemand auf der Strecke bleibt.
  • Digitale Tools können helfen, Mitarbeiter hierarchieübergreifend zu vernetzen.
  • Humor kann man lernen. Er wirkt sich positiv auf die Zufriedenheit aus.  Willibald Ruch.
  • We don’t get assholes, when we get digital.
  • Um die Schweiz innovativer zu machen, braucht es mehr Risikobereitschaft und Flexibilität.
  • Für ein tragfähiges Ecosystem in der Schweiz braucht es neue Zusammenarbeitsformen – speziell auch unter konkurrenzierenden Firmen.